Klima der Gerechtigkeit

Wer nicht hören will, muss fühlen

26. Juli 2010, von Arne Jungjohann, Kommentare (2)

Die Obama-Regierung hat in den Beratungen zum Klimagesetz immer wieder darauf verwiesen, dass sie im Falle ausbleibender Gesetzgebung die CO2-Emissionen per Ordnungsrecht regulieren würde. Das Argument sollte im Kongress Druck entfalten, das Klimagesetz zu verabschieden. Schließlich gibt es in den USA eine weitläufige Skepsis gegen staatliche Eingriffe, z.B. durch Grenzwerte. Doch der Senat hat die Warnungen der Regierung in den Wind geschlagen. Nun denn: Wer nicht hören will, muss fühlen. (weiterlesen…)

Weg vom Öl reicht nicht aus

25. Juli 2010, von Arne Jungjohann, Kommentare (0)

Nach dem Abschmieren des Klimagesetzes im Senat bleibt für US-Klimaschützer wenig Zeit, die Wunden zu lecken. In der letzten Woche vor der Sommerpause wollen die Demokraten zumindest noch ein Energiepaket unter dem Motto „Weg vom Öl“ verabschieden. Damit sollen Bohrstandards für offshore drilling verschärft, die Haftung im Schadensfall ausgeweitet und Steuervergünstigungen für Ölmultis gestrichen werden. (weiterlesen…)

We don’t have the votes

23. Juli 2010, von Arne Jungjohann, Kommentare (0)

Das US-Klimagesetz ist endgültig gescheitert. Die Demokraten schaffen es nicht, eine Handvoll Republikaner auf ihre Seite zu ziehen. (weiterlesen…)

Wundermittel Jatropha?

21. Juli 2010, von Georg Koessler, Kommentare (3)

Jatropha in Paraguay, Bild von Brandenstein plantations agroconsulting

Jatropha in Paraguay, Bild von Brandenstein plantations agroconsulting

  

Die Debatte um Biokraftstoffe ist nicht neu, aber sie wird jetzt wieder heiß. Besonders die von den stärkeren Staaten forcierte “Entwicklung” Afrikas durch Energiepflanzen bekommt derzeit wieder zunehmend Aufmerksamkeit. Neben der EU wollen Player wie Brasilien nicht nur Investitionsfeld der Europäer sein, sondern so wie BRIC-Kollege China in Afrika eigenes Geld machen. Die Handelspolitik macht es möglich, dass es sich rentiert, dort Biokraftstoffe anzubauen und diese weiter nach Europa zu schiffen – ein Dreieckshandel, bei dem Afrika die Verliererin sein könnte (das Prinzip klingt leider sehr bekannt). Die TAZ hat dies aufgegriffen (hier bei den Klimarettern zu lesen). 

Ein Name fällt dabei immer wieder: Jatropha.  

Das IFEU hat hierzu bereits 2008 eine Untersuchung gemacht.  

“Jatropha, Jatropha curcas L., zu deutsch Purgiernuss, ist ein Strauch aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), der weltweit in den Tropen und Subtropen verbreitet ist. Er gedeiht selbst in niederschlagsarmem Klima und auf degradierten, unfruchtbaren Böden, auf denen keine Nahrungsmittel angebaut werden können. Auf diesen Flächen tritt der Anbau von Jatropha somit nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion. Jatropha trägt ölhaltige Samen. Das Jatrophaöl eignet sich gut für technische Zwecke und kann beispielsweise zu Jatropha-Biodiesel weiterverarbeitet werden. […]  

Die dargestellten ökologischen Vorteile für Jatropha gelten vor allem dann, wenn Jatropha auf degradierten, unfruchtbaren Böden angebaut wird. Wenn sich allerdings (weiterlesen…)

Überstunden statt Sommerpause

20. Juli 2010, von Arne Jungjohann, Kommentare (0)

Überstunden statt Sommerpause. Der US-Gesetzentwurf für ein umfassendes Klima- und Energiepaket soll in der letzten Woche vor der Sommerpause in den Senat eingebracht werden. Hinter den Kulissen wird heftig gestritten. Die Energieversorger dringen auf weitere Ausnahmen- nicht beim Emissionshandel, sondern bei traditionellen Luftschadstoffen. (weiterlesen…)

Klima der Vergesslichkeit

16. Juli 2010, von Arne Jungjohann, Kommentare (0)

Chile, Peru und Ecuador- das waren die Stationen, die Obamas oberster Klimadiplomat diese Woche abgereist hat. Der Besuch von Todd Stern zeigt, dass die US-Regierung im Vorfeld des nächsten Klimagipfels in Cancun ihre diplomatischen Beziehungen zur Region stärken will. Dabei werden Differenzen sichtbar. Allen voran bei der Klimagerechtigkeit scheiden sich die Geister. (weiterlesen…)

Das IPCC und die Medien…

14. Juli 2010, von Georg Koessler, Kommentare (2)

Viel wurde geschrieben in den letzten Monaten über den Weltklimarat (IPCC), und sicher noch viel mehr wurde geredet. Wobei heutzutage ja jede spontane – oft persönliche – Stimmungsbekundung anscheinend gleich in ein Blog mündet.

Pachauri vor der UN Generalversammlung in New York (Bild vom IPCC)

Pachauri vor der UN Generalversammlung in New York (Bild vom IPCC)

Dies hat gerade das IPCC erfahren müssen, welches eine Breitseite nach der anderen von Klimaleugnerinnen und Klimaskeptikern abbekommen hat. Doch leider stellt sich das so wichtige und nach wie vor renommierte Klimagremium nicht immer schlau dabei an, mit der Öffentlichkeit bzw. den Medien umzugehen. So gab das Büro des IPCC rund um dessen Vorsitzenden Rajendra K. Pachauri den 831 Wissenschaftler_innen des nächsten „Assessment Reports“ einen Brief, in dem sie angehalten werden, „Distanz zu den Medien“ zu nehmen und Interviewanfragen lieber gleich an den vorgesetzten Chef weiter zu leiten – so berichtet zumindest der prominente Öko-Blogger der New York Times, Andrew Revkin. Pachauri klärte dies in einer Mail an Revkin auf: (weiterlesen…)

Beim Technologie-Transfer tut sich was

13. Juli 2010, von Tilman Santarius, Kommentare (0)

Ich gehöre ja zu den Leuten, die sich schon lange wundern, warum bei den Verhandlungen zum Technologie-Transfer so wenig läuft.  Wenn überhaupt, denke ich, dann liegt doch hier das größte Potential für win-win-deals zwischen Industrie- und Entwicklungsländern: Obama möchte in den USA endlich und im großen Stil den Aufbau einer Erneuerbaren Energien Industrie fördern? Warum dann nicht mit ein paar Dollar extra die Firmen dabei unterstützen, auch auf Märkten im Süden zu koopieren. Deutschland will aus der Wirtschaftskrise raus? Warum dann nicht verstärkt klimafreundliches Technologie-Know-how exportieren. Indonesien möchte seine Vorreiterrolle bei einigen Erneuerbaren Technologien weiter ausbauen? Warum nicht durch verstärkte Joint Ventures mit europäischen und japanischen Firmen, gefördert durch öffentliche Klima-Gelder aus dem Norden.

Doch bislang waren die UNFCCC-Verhandlungen über den Technologie-Transfer vor allem ein Jonglieren mit leeren Worthülsen. Ein neuer “Technology Mechanism”, globale “Technology Action Plans” oder gar ein “Executive Body for Technology Transfer” sind toll klingende Begriffe, hinter denen sich letztlich noch keinerlei konkrete Konzepte oder gar betriebswirtschaftliche Aktionen verbergen.

Jetzt möchte Indien Butter bei die Fische tun: Umweltminister Jairam Ramesh fordert einen zweitägigen, außerordentlichen Ministergipfel im November, um einen Durchbruch bei den Technologie-Verhandlungen zu erwirken. Vor allem soll es darum gehen, wie Patente und geistige Eigentumsrechte so ausgelegt werden können, dass nicht nur die Exportländer (vielfach wenn auch nicht mehr nur aus dem Norden), sondern auch die Zielländer des Technologie-Transfers dauerhaft profitieren. Rameshs Ministerium arbeitet aber auch an der Identifikation konreter Sektoren, in denen der Technologie-Transfer ganz praktisch vorangetrieben werden soll. Wenn es gelänge, dem Thema wieder Leben einzuhauchen – wird dann die nächste Klimakonferenz im Mexico Ende 2010 nicht nur eine “Climate Finance Konferenz”, sondern auch eine “Climate Technologies Konferenz”?

Foto: tuxdriver auf Flickr.com mit Creative Commons Lizenz

Wir wollen Weltmeister werden!

9. Juli 2010, von Lili Fuhr, Kommentare (1)

Irgendwann müssen und werden es auch die letzten begreifen: 100 % Erneuerbare bis 2050 sind möglich, bezahlbar und sicher. Das haben schon viele gesagt und in Studien aufgezeigt, so z.B. Greenpeace mit seinem Plan B Szenario, der Sachverständigenrat für Umweltfragen in einer Stellungnahme und die European Climate Foundation mit ihrer Roadmap 2050.

Hinzu gesellt sich nun das Umweltbundesamt mit einer neuen Studie: “Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen“. Die Studie ist die erste von drei zu diesem Thema. Während diese auf regionale Stromversorgung setzt, schauen sich die anderen die Themen Großtechnologien und Autarkie/dezentrale Stromversorgung an.

Wieso fragt man sich da doch, steckt die Politik ihre Ziele nicht dementsprechend und strebt genau dies an? Viel kleinere und ärmere Länder sind längst in das Rennen um Erreichung der 100 % Marke eingestiegen und haben sich weitaus höhere Ziele gesteckt (so z.B. die Malediven). Stattdessen hören wir immer “Stromlücke”, was irgendwie bedrohlich klingen soll. Ich denke da eher an “Stromlüge” oder “Denklücke”. (weiterlesen…)

Wie im Westen so in China

4. Juli 2010, von Tilman Santarius, Kommentare (0)

Im Westen nichts Neues, schrieb Erich Maria Remarque. Im fernen Osten dafür umso mehr, berechnete jüngst die holländische Umweltagentur: Die pro-Kopf CO2-Emissionen in China beliefen sich in 2009 auf sagenhafte 6.1 Tonnen! Damit liegen sie bereits über denen von Frankreich (ok ok, die Franzosen haben zu viel Kernkraft…). 1990 lagen die chinesischen pro-Kopf Werte noch bei 2.2 Tonnen CO2. China hat ja schon vorletztes Jahr die USA als größten nationalen Emittenten überholt. Logisch, dass auch die pro-Kopf-Emissionen da steigen. Doch langfristig tragfähig (2050) sind nur 1.1 Tonnen pro Kopf. China muss also kräftig was machen, um die Hockeyschläger-Kurve nach unten zu biegen! Und kann schon längst nicht mehr behaupten, jetzt sei erst mal „development“ dran.

Auch aus Indien schlechte Nachrichten: (weiterlesen…)

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Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.
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Tilman Santarius schreibt über Gerechtigkeit und Globalisierung. Er lebt mit seiner Familie auf einem Landgut außerhalb Berlins.
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Arne Jungjohann beschäftigt sich mit Klima- und Energiepolitik. Zur Zeit lebt der gebürtige Hannoveraner in Washington.

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