--> -->

8. Dezember: Berlin und Neurath

Was in den letzten Jahren schon weltweit Form annahm, wird nun auch in Deutschland Realität: Am 8. Dezember 2007 werden in Berlin und am größten neuen Klimakiller, der Baustelle des Braunkohlekraftwerks Neurath, Großdemonstrationen geplant. Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten der Klima-Allianz.

Zeit dass sich was ändert. Zeit dass wir uns bewegen. Zeit dass sich was dreht.

(c) Greenpeace

Greenpeace-Aktion gegen Kraftwerksbau Neurath. © Bernd Arnold / Greenpeace

Dieser Artikel wurde unter Klimabewegung abgelegt.

Diskussion

  1. Ein unfassbar dummer Spruch, den Greenpeace da anbringt. Wen tötet CO2? Das Klima? Wieviele Menschen sind denn schon an CO2 gestorben?

    Kohlendioxid war einmal eine wichtige Grundlage allen Lebens auf der Erde. Ohne CO2 gäbe es heute keine Menschen und keine Tiere. Mit solchen platten Verallgemeinerungen diskreditiert sich Greenpeace selbst und beweist, dass an dem oft geäußerten Verdacht der Effekthascherei durchaus einiges dran ist.

    Gerade umweltbewusste kritische Menschen sollten sich gegen solche plumpen PR-Maßnahmen und Versuche der Selbstdarstellung wehren, denn sie führen weg von einer sachlichen Auseinandersetzung und untergraben die Ernsthaftigkeit wichtiger Themen.

  2. Aha… von tödlichem CO2 steht auch da nix, stattdessen kommen wieder irgendwelche „wissenschaftlichen“Studien, die teilweise so schlimm vereinfacht sind, dass Greenpeace selbst das auch nicht unwissenschaftlicher hätte machen können.

    Ja ich weiß, viele Menschen ohne wissenschaftliche Ausbildung überzeugt so etwas, das ist ja auch der Grund, weshalb man so etwas veröffentlicht. Aber seriös ist das doch nicht.

    Na klar gibts einen Klimewandel und mag sein dass manche Menschen (zum Beispiel ältere) den nicht so gut verkraften können. Die Tatsache, dass das bereits jetzt schon so ist sollte schleunigst dazu führen, die Gefahr abzuwehren, statt ständig nur davor zu warnen und aufgrund dieser Panikmache irgendwelche sinnlosen Aktionen zu starten, die vor allem Geld kosten.

    Denn selbst wenn ab morgen früh kein CO2 mehr „produziert“ würde, sich die Menschen auch mit dem Ausatmen endlich etwas mehr zurückhalten würden und es den Neuseeländern doch noch gelingen sollte, ihren Kühen das Pupsen abzugewöhnen (ja, so etwas wird dort ernsthaft versucht!!), selbst dann würde sich das Klima wandeln.

    Und auch künftig wird es Hitze- und Kältewellen geben, die schwache Menschen umbringen können. Die hat es sowieso immer gegeben, auch lange bevor Friedensfürst Al „ich-weiß-nichtmal-wie-man-energiesparen-schreibt“ Gore die Angsthasen dieser Welt verrückt gemacht hat.

    Um dagegen etwas zu tun wäre es sicherlich intelligenter, Programme zur Ausrüstung von Altenheimen mit Klimaanlagen zu starten als unsinnige und willkürliche CO2-Grenzwerte für Autos aufzustellen, die einen Klimawandel nicht beeinflussen werden.

  3. Herr Haas,

    ich weiss nicht, über wenn ich mich mehr ärgern soll, über Ökologismus.de oder über einen Menschen wie Sie. Ich habe langsam den Eindruck, auf beiden Seiten dominieren Menschen von gestern.

    Solche großen Erzeuger von CO2 wie das Kraftwerk Neurath haben auch einen großen Vorteil. Bei ihnen ist es am einfachsten und auch am wirtschaftlichsten, das CO2 abzutrennen. Ich fand das schon immer reichlich bescheuert, ein Gasstrom mit so hohen CO2 Gehalten einfach zu verdünnen, anstatt reines CO2 abzuscheiden und CO2 zu nutzen. Möglichkeiten, CO2 zu gebrauchen, gibt es inzwischen genug, aber dabei wird CO2 nur ge- und nicht verbraucht. Ein Problem ist im Augenblick das Verbrauchen von CO2, aber Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Bis es gelungen ist, den Stoffkreislauf des Kohlenstoffes in der Technosphäre zu schließen, wird es in Gaslagerstätten deponiert. Es ist ja ein sehr wertvolles Gas und kein Abfall. Eigentlich viel wertvoller als Methan.

    Wie sie vielleicht wissen werden und zumindest wissen sollten, ist CO2 ein normaler Bestandteil von Methan- und vielen Erdöllagerstätten. Es gibt ja auch reine CO2-Gaslagerstätten, aus denen CO2 immer noch gefördert wird. Ist ja auch logisch, daß die Lagerstätten CO2 enthalten, wenn man sich die biologischen Ausgangsprodukte ansieht, aus denen fossilen Brennstoffe wurden. Irgendwo muß der Kohlenstoff ja bleiben und deshalb ist CO2 auch das mengenmäßig bedeutendste Produkt bei der Herstellung von Bioenergie und Biogasanlagen. Was Ihnen anscheinend nicht bewußt ist.

    By the way. Es ist eigentlich dumm, mit einem O2/N2 Gemisch einen Brennstoff zu verbrennen. Stickstoff senkt doch nur die Verbrennungstemperatur; ist also ein Kühlmittel. Das hat sich Rudi Beichel auch gedacht. Googlen sie mal nach Rudi Beichel und clean energy systems. Das wäre für den Herrn Rus auch nicht ganz uninteressant. Herr Beichel war auch ein Absolvent seiner Karlsruher Alma mater.

    Nochmals by the way. Schwefel ist ja auch in fossilen Brennstoffen enthalten, weil das Element Schwefel eine wichtige Rolle im Pflanzenstoffwechsel einnimmt. Als das Problem anstand, die Rauchgase zu entschwefeln, wählte man das bereits bekannte Verfahren mit dem Endprodukt Gips. Dieser Rauchgasgips ist als Werkstoff zweite Wahl. Andererseits ist der Gips nicht geeignet, um ihn als Düngemittel zu verwenden, so daß wir jetzt die putzige Situation haben, daß wir schwefelhaltige Düngemittel ausbringen müssen, weil wir den im Rauchgas enthaltenen Schwefel nicht in einen Stoff überführen, der als Düngemittel geeignet ist. Schwachsinn? Sie sagen es!

  4. @Libero:
    Danke für die ausführliche Stellungnahme. Ich kann vieles nachvollziehen. Doch das Problem ist: Neurath wird ohne CO2-Abscheidung gebaut, und ob es je dort wirtschaftlich nachgerüstet werden wird ist doch sehr die Frage. Wenn sich RWE rechtsverbindlich hierzu verpflichten würde, bis 2020 Neurath (neu) nachzurüsten oder es stillzulegen, würde die Umweltbewegung am 8.12. nicht dorthin mobilisieren.

    Wie kommen Sie dazu mir zu unterstellen, dass mir nicht bewusst sei, dass CO2 das mengenmäßig bedeutendste Produkt von Biogasanlagen ist? Natürlich ist es das, und Sie werden auch keine Äusserung von mir finden, die das je bestritten hätte. Nur dass der enthaltene Kohlenstoff vorher der Atmosphäre entzogen wurde durch Photosynthese. D.h. in der Bilanz ist das annäherungsweise CO2-neutral. Das macht einen entscheidenden Unterschied gegenüber Anlagen, die fossilen Kohlenstoff verbrennen. Denn letztlich besteht das CO2-Problem vorrangig darin, dass wir Kohlenstoff aus dem geologischen Speicher (fossilen Kohlenstoff) in die Atmosphäre überführen. Hinzu kommt die Auflösung biogener Speicher (Wälder, Böden).

Kommentieren