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Peak Oil erreicht?

8. November 2007,

by idiolector on flickrSadad al-Huseini, ehemaliger Vizepräsident und Leiter der Abteilungen für Exploration und Produktion der staatlichen saudischen Ölgesellschaft Aramco, hat nun in einem aufsehenerregenden Interview gesagt, dass die technische Obergrenze der Ölförderung erreicht sei. Diese Information ist insofern bedeutsam, als die Größe der Reserven auf der arabischen Halbinsel die große Unbekannte in der Prognose des Maximums der globalen Ölförderung ist. Auf der Oil and Money Conference 2007 in London gab er zudem die Einschätzung bekannt, dass 300 der 1200 Mrd. Barrel als nachgewiesen geltender Ressourcen als “spekulativ” klassifiziert werden sollten. Damit gibt er einer Vermutung Auftrieb, dass das wundersame Wachstum der nachgewiesenen Ressourcen der OPEC in den 80er Jahren auf künstlicher Aufblähung der Zahlen basiert.

Al-Huseini erwartet nun eine fünfzehnjährige Stagnation der globalen Ölproduktion bei weiter ansteigender Nachfrage. Seine Präsentation auf der Oil and Money Conference finden sie hier. Noch dramatischer sieht die Lage nach Ansicht der EnergyWatchGroup aus. Sie erwartet sogar einen steilen Abfall der Ölproduktion.

Auch die Internationale Energieagentur IEA schlägt Alarm wegen des steilen Anstiegs der Ölnachfrage. Wobei von ihr merkwürdigerweise v.a. das rasche Wachstum in Indien und China problematisiert wird, nicht aber der anhaltende Ölhunger auf viel höherem Niveau im Westen.

Die Ölpreise streben derweil zielstrebig auf 100$ je Barrel zu. Mittlerweile werden bereits Optionen für Ölpreise von 250$ je Barrel gehandelt.

Was bedeutet das für die Klimapolitik:
* Ein positives Szenario sieht mit dem Anstieg der Ölpreise ein Zeitalter der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz aufziehen. Durch die Verteuerung der fossilen Ressourcen werden beide Strategien ökonomisch attraktiver.
* Ein Negativszenario erwartet eine Verschärfung des Booms bei Kohle und der Erschliessung unkonventionellen Öls (Ölsande und Ölschiefer, v.a. in Kanada und Venezuela). Da bei der Verflüssigung von Kohle sowie der Gewinnung unkonventionellen Öls große Mengen an CO2 freigesetzt werden, bedeutet dieses Szenario den beschleunigten Weg in den Klimakollaps.

Für das Negativszenario spricht der Trend, den Fritz Vorholz in der ZEIT zusammengetragen hat: Dass seit ein paar Jahren die Weltwirtschaft je Einheit Bruttosozialprodukt steigende CO2-Emissionen produziert.

Das Maximum der Ölförderung (“Peak Oil”) erspart uns also nicht globale Klimapolitik. Sondern macht sie um so dringlicher.

Siehe auch: Peak Oil und der Klimawandel
Dank an Bernd Ohm auf Readers Edition
Lesetipp: Ölfördermaximum 2006 erreicht?

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9 Kommentare

  1. [...] A Failure of Leadership Ein Paper von Heinrich-Böll-Stiftung und Global Witness In diesem Blog: Peak Oil erreicht? Peak Oil und der [...]

  2. [...] Kohle und Uran nicht wirklich lindern. Auch die gigantischen Ölsande Albertas reichen nur, um den Niedergang der globalen Ölproduktion ein wenig zu lindern, nicht aber ihn zu [...]

  3. [...] „Peak Oil” wird mehr denn je vom theoretischen Konzept zur Realität mutieren. Und ein Ölpreis der 150$/Barrel touchiert wird die erneuerbare Energien ebenso wie Klimakiller von Ölsanden bis zur Kohleverflüssigung befeuern. Der internationale Emissionshandel (v.a. CDM) wird sprunghaft an Volumen zunehmen. Und dabei seine Schwächen so deutlich offen legen dass es den Ruf nach grundlegender Reform beflügelt. [...]

  4. [...] für das Klima: Angesichts historisch hoher Ölpreise und des absehbaren Endes des billigen Öls (peak oil) besteht nicht nur der Anreiz zum Energiesparen und zur Nutzung erneuerbarer Energien. Sondern es [...]

  5. [...] Letzte Kommentare Klima der Gerechtigkeit » Blog Archive » Schlechte Nachrichten aus der Antarktis on Absturz der Arktis?Klima der Gerechtigkeit » Blog Archive » Stiller Kampf in Brüssel on Beyond Petroleum: die Klimakatastrophe?Klima der Gerechtigkeit » Blog Archive » Stiller Kampf in Brüssel on Kohle ohne ZukunftKlima der Gerechtigkeit » Blog Archive » Stiller Kampf in Brüssel on Wem gehören die Emissionsrechte?Klima der Gerechtigkeit » Blog Archive » Stiller Kampf in Brüssel on Peak Oil erreicht? [...]

  6. [...] “Peak Oil” als Synonym für den Zeitpunkt an dem die Ölförderung mit der Nachfrage nicht mehr Schritt hält, und der Klimawandel sind beides Realitäten, die über viele Jahre von “Big Business” und insbesondere der Ölindustrie ignoriert wurden. Exxon Mobil war lange Zeit Hauptsponsor der Klimaskeptiker und scheint diese Praxis bis heute nicht einzustellen. [...]

  7. [...] Die Energiezukunft wie Shell sie sieht Peak Oil und der Klimawandel Peak Oil erreicht? Beyond Petroleum: Die [...]

  8. [...] zumindest bei der Erschwinglichkeit von klassischen Energieträgern spüren. Ein Hauch von Peak Oil in einer Rede der [...]

  9. Umsteuern ist angesagt! Peak Oil zwingt uns, neue Wege zu gehen und neue Modelle zu denken: Auf individueller und auf gesellschaftlicher Ebene. Erneuerbare Energien, regionale Wirtschaftskreisläufe, Energieeinsparungen sind nur ein Teil – wir sollten auch drüber nachdenken, ob unser Lebensstil dem Planeten angemessen ist! ( http://www.peak-oil.com/junkie-business.php )

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Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.
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Tilman Santarius schreibt über Gerechtigkeit und Globalisierung. Er lebt mit seiner Familie auf einem Landgut außerhalb Berlins.
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Arne Jungjohann beschäftigt sich mit Klima- und Energiepolitik. Zur Zeit lebt der gebürtige Hannoveraner in Washington.

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