Vor dem High Level Event: Buzzing Bali « Klima der Gerechtigkeit

Vor dem High Level Event: Buzzing Bali

11. Dezember 2007, von Lili Fuhr

Inzwischen sind die meisten MinisterInnen und einige Staats- und Regierungschefs in Bali eingetroffen. Das merkt man vor allem an der erhöhten Präsenz des Militärs auf den Straßen und an den Staus zwischen Grand Hyatt Hotel und dem Bali International Convention Centre (BICC).

Und auch im BICC selber ist es viel voller als sonst. Die Daily Programmes, die jeden Konferenzteilnehmer durch den Tag (Verhandlungen, Sidevents etc.) führen, sind sofort vergriffen.

Es ist der letzte Tag vor Beginn des High Level Segments. Morgen werden die hochrangigen RegierungsvertreterInnen ihre Statements abgeben, während das schwierige Ringen um die Abschlussdokumente hinter verschlossenen Türen stattfindet.

Ich habe heute zum ersten Mal versucht, als nicht-erfahrene COP-Beobachterin etwas von den eigentlichen Verhandlungen zeitnah mitzubekommen. Das ist fast unmöglich – es sei dann man ist mit erfahrenen NGO-VertreterInnen sehr eng vernetzt und kennt außerdem noch freundlich gesinnte Delegationsmitglieder, die einem das eine oder andere Dokument zeigen, das gerade verhandelt wird. Der Flurfunk funktioniert natürlich auch, aber nur wenn man die richtigen Frequenzen kennt.

Beispiel Wald: Das Thema vermiedene Entwaldung in Entwicklungsländern (Reduced Emissions from Deforestation) und mögliche Entschädigungszahlungen ist ja ein Thema, das hier in Bali sehr heiß diskutiert wird. Eine richtige Entscheidung darüber, wie Entwaldung in ein Post-Kyoto-Klimaregime einbezogen werden soll, ist in Bali nicht zu erwarten.

Aber auch hier gilt es, eine gute Roadmap zu beschließen. Und da versucht wohl das ein oder andere tropische regenwaldreiche Land aktuell, ein paar Elemente in das Wording der Erklärung einzubringen, die in Richtung Marktmechanismen gehen – also die Einbeziehung von vermiedener Entwaldung in den Emissionshandel.

Die meisten NGOs sind aus guten Gründen dagegen, da die Gefahr besteht, dass die Rechte der indigenen WaldbewohnerInnen und anderer WaldnutzerInnen übergangen sowie Biodiversität gefährdet wird. Bei einem so komplexen Thema und divergierenden Interessen der Verhandelnden genügt mir jedenfalls der Flurfunk leider nicht, um den aktuellen Stand überschauen zu können. Zum Glück gibt es ja ECO, die tägliche Zeitung der NGOs (Climate Action Network)…

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Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.
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