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Rückschläge für CO2-Speicherung

4. Februar 2008,

Carbon Capture and Storage (CCS) heisst eine potentielle Klimaschutztechnologie, an der sich die Geister scheiden. Es geht um die Abscheidung und Einlagerung von CO2 aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. (Hier geht’s zum Wikipedia-Eintrag dazu).

Futuregen CCS Anlage, aus Wikipedia

Für die Kohlelobby ist diese Technologie die letzte Hoffnung, ihrem Rohstoff eine Zukunft zu geben. Ansonsten bedeutet die Klimakrise eher kurz- als langfristig das Aus für Braun- und Steinkohle.

Auch die Ölkonzerne setzen große Hoffnungen auf CCS, nicht zuletzt weil sie in dieser Technologie einen natürlichen Know-How-Vorsprung haben: ehemalige Lagerstätten für Öl und Gas eignen sich prinzipiell auch zur Einlagerung von CO2.

Aber auch Umweltschützer wie der WWF akzeptieren CCS als potentielle Brückentechnologie, die erforscht werden sollte (hier das Positionspapier), während Greenpeace und der BUND darin einen gefährlichen Irrweg sehen. Eine Technologie, die die Klimagemeinde spaltet bevor sie überhaupt kommerziell verfügbar ist.

Nun sind in letzter Zeit zwei wichtige Pilotvorhaben ins Trudeln geraten: In Norwegen wurde ein CCS-Gaskraftwerkprojekt aufgegeben, ein weiteres Pilotkraftwerk wird das CO2 zwar abtrennen, verzichtet aber auf die Einlagerung, sondern bläst es wieder in die Luft (taz-Bericht).

In den USA wurde das vor vier Jahren mit großer Fanfare von Bush verkündete und u.a. von Deutschland kofinanzierte FutureGen Projekt (Abbildung oben) begraben (Berichte von NY Times, Environment News Service, Presseerklärung des Department of Energy).

Der gemeinsame Nenner in Norwegen wie den USA: Die Kosten laufen davon.

Was meine ursprüngliche Vermutung bestätigt: Es lohnt sich nicht, sich über CCS zu zerstreiten. Wir müssen sicherstellen, dass die politischen Rahmenbedingungen stimmen, insbesondere hinsichtlich der dauerhaften Einlagerung des CO2 und der dafür notwendigen Haftung. Wenn CCS in 15 Jahren vielleicht marktreif ist, dann wird man sehen, ob diese Technologie mit erneuerbaren Energien unter vergleichbaren Haftungsbestimmungen konkurrenzfähig ist. Ich habe daran große Zweifel.

Eines aber ist sicher: die ungewisse Option auf den ungedeckten Scheck namens CCS ist keine Rechtfertigung, heute klimazerstörende Kohlekraftwerke konventioneller Bauart in Auftrag zu geben, und riesige Braunkohletagebaue aufzuschliessen. Dieser propagandistische Missbrauch von CCS ist vielleicht der größte Pferdefuss dieser Technologie. Und wer es ernst meint mit Klimaschutz, und CCS für eine Zukunftsoption hält, der sollte sich gegen diesen Missbrauch auch klar aussprechen.

Zum Weiterlesen: Das Wuppertal Institut zu CCS

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Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.
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