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We can solve it!

Al Gore hat nun in den USA eine große Anzeigenkampagne gestartet, mit der er politische Unterstützung für ambitionierten Klimaschutz mobilisieren will. Er steckt in die Kampagne, die mit einem „advertising blitz“ wie für die Markteinführung neuer Produkte professionell konzipiert wurde, einen erheblichen Teil seines (nicht unbedeutenden) Vermögens. Weitere Infos zur Finanzierung finden sich in einem interessanten Artikel der Washington Post.

Wichtig ist auch eine Veränderung der politischen Strategie gegenüber vorherigen Initiativen wie „Live Earth“ und „An Inconvenient Truth“: Weg von der individuellen Verhaltensänderung, hin zum politischen Handeln. Dazu die Washington Post:

While „An Inconvenient Truth“ urged viewers to fully inflate their car tires and to install compact fluorescent light bulbs to combat global warming, Gore said he is now focused on ensuring that the United States enacts a national carbon emission cap and ratifies a new global pact on climate change in the next three years.

„The simple algorithm is this: It’s important to change the light bulbs, but it’s much more important to change the laws,“ he said. „The options available to civilization worldwide to avert this terribly destructive pattern are beginning to slip away from us. The path for recovery runs right through Washington, D.C.“

Gut getroffen, Al. Als ob Du meinen Blog gelesen hättest, hier und hier 😉

Doch schauen Sie sich das erste Video an, erkennbar für ein amerikanisches Publikum konzipiert:

Gore sendet die ermutigende Botschaft, die nach all den Krisen-Nachrichten des vergangenen Jahrs jetzt not tut: We can solve it! Thanks, Al!

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Diskussion

  1. Hallo Jörg
    Du hast auf Deinen Blog ja schon einige starke Stücke verzapft, aber das hier schlägt es um Längen.
    Ich empfinde es als verdammt zynisch eine Medienkampangne für 300Mill. Dollar zu feiern, wo im gleichen Zug der Welthungerhilfe die Gelder ausgehen.
    Aufgrund steigender Lebensmittelpreise sind die nämlich nicht mehr in der Lage so viel Lebensmittel zu kaufen. Wenn man den Grund der Preissteigerungen betrachtet, wird einem erst richtig schlecht, Bio-Sprit zum Klimaschutz.
    Du feierst hier einen Herren, der sein Vermögen auch mit den CO2 Handel anhäufen konnte, einen Mann der direkt am Klimawandel verdient.
    Sei mir nicht böse, aber hier hast Du völlig ins Fettnäpfchen getreten.
    MfG

  2. @ Spreewälder

    Na ja, das ist aber eine SEHR vordergründige Sichtweise, die Sie hier vertreten. Diese Ihre Sichtweise setzt voraus, dass es weder einen AGW, noch dessen Folgen gibt!

    Die Realität sieht leider anders aus:

    http://www.dgvn.de/fileadmin/user_upload/PUBLIKATIONEN/UN_Berichte_HDR/HDR/HDR_2007/PM1-HDR_deutsch01.pdf

    Die Biospritproblematik sollte man doch bitte etwas differenzierter betrachten. Na ja, Al Gore investiert wenigstens einen großen Teil saeines Privatvermögens in diese Aktion. Das sollte man zunächst anerkennen. Mir ist nicht bekannt, das Personen aus der Klimaskeptikerszene ähnliche Anteile ihres Privatvermögens für die zu Recht von Ihnen angemahnte Welthungerhilfe eingesetzt haben. Wenn ich mich recht entsinne, wurde im Klimaskeptikerforum Oekologismus immer wieder gegen Entwicklungshilfemaßnahmen argumentiert. Diese seien rausgeschmissenes Geld und brächten nichts, ist dort immer wieder zu lesen.

    So kann man sich auch aus der Verantwortung stehlen.

  3. Vielleicht dazu noch folgende Überlegungen:

    1) Nach allem was wir wissen bedroht der ungebremste Klimawandel die weltweite Wasserversorgung und die Nahrungsversorgung in dramatischer Weise, besonders in den Tropen. Wenn es nicht gelingt, den Klimawandel zu begrenzen, wird die Welthungerhilfe überhaupt nicht mehr hinterherkommen mit der Nothilfe.

    2) Ohne die USA wird es keinen effektiven globalen Klimaschutz geben. Sie sind die technologische, wirtschaftliche und kulturelle Führungsnation dieser Welt. Sie sind das „role model“ auch für alle Entwicklungsländer.

    3) Leider waren klima“skeptische“ Lobbygruppen in den USA schon in den 90er Jahren sehr erfolgreich (u.a. auch mit TV-Werbespots) und haben dort die Bereitschaft zum Handeln gegen den Klimawandel über viele Jahre effektiv unterminiert. Nur dank dieser Gruppen sind wir nun in der dramatischen Notlage in der wir stecken. Nur dank ihrer ist so eine Kampagne wie die von Al Gore überhaupt notwendig.

    4) Daher ist eine Kampagne wie „we can solve it“ mehr denn je notwendig und gut angelegtes Geld – selbst im Sinne der Hungernden in Entwicklungsländern. Ich frage mich auch, ob man eine Markteinführungskampagne für den neuesten SUV von VW oder Porsche nicht viel kritischer sehen müsste. Die kostet genauso viel, hat aber nicht Klimaschutz sondern Klimazerstörung zum Gegenstand.

    5) Sicherlich gibt es im Bereich des Biotreibstoffe gravierende Fehlentwicklungen. Diese sind jedoch weniger von der Klimapolitik getrieben (gerade in den USA), sondern von dem Wunsch, sich vom Öl unabhängiger zu machen. Auch ohne Klimakrise hätten wir in den USA wohl einen Biosprit-Boom.

  4. Hallo Jörg
    Hab jetzt leider nicht viel Zeit, kann nur sagen das die Amis doch nicht so´ne Umweltschweine sind, wie immer gerne propagiert.
    Guck Dir bitte mal die Kommentare eines gewissen „Joe“ im folgenden Link an, sein Deutsch ist zwar etwas ungelenk aber doch erstaunlich, was er schreibt.
    http://www.atheisten.org/forum/viewtopic.php?f=15&t=2366&st=0&sk=t&sd=a

    MfG

  5. Sorry, das halte ich für Spinnerei, Verschwörungstheorie und dergleichen. Nicht diskutabel.

    Aber ich stimme in einem gerne zu: Amis sind keine Umweltschweine. Habe ich auch nie behauptet.

  6. Ich hoffe das sich das mit dem Klimaschutz von selber erledigt. Wenn das mit der Wirtschaftsflaute so weitergeht und die Menschen auch die „Amis“ und wir immer weniger Produziert, verpesten wir auch nicht so stark die Umwelt.
    Mein Wort in gottes ohr.

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