… aber wie ein Bettvorleger gelandet scheint die Bundesregierung mit ihrem Klimaschutzprogramm. Vor einem Dreivierteljahr im brandenburgischen Meseberg verabschiedet mit dem Ziel, eine Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40% gegenüber dem Niveau von 1990 zu erreichen (bisher liegen wir bei 18%). Doch in den Mühlen der interministeriellen Abstimmung werden nun Tonne für Tonne der notwendigen Emissionsreduktionen zermahlen. (weiterlesen…)
Archiv: Mai 2008
Wie ein Tiger gesprungen…
Das tödliche Rennen in der Nacht
Erinnern Sie sich an James Dean? Da gibt es die berühmte Szene in “Denn sie wissen nicht was sie tun“. Das Autorennen in der Nacht auf einen Abgrund zu. Ich habe es auf Youtube gefunden:
An diese Szene erinnert mich ein Argumentationsstrang, der in der öffentlichen Debatte immer wieder auftaucht. Unter Verweis auf aktuelle klimawissenschaftliche Debatten wie z.B. um die von einem Nature-Artikel prognostizierte temporäre Atempause in der globalen Erwärmung (zur Kritik siehe hier) wird der Schluss gezogen: Es ist alles noch nicht so klar, wie es mit dem Klimawandel weitergeht. Die Wissenschaftler streiten sich ja noch. Also warten wir erst mal ab, bis sich das klärt. So z.B. der Tenor vieler Kommentare auf Focus Online zu der entsprechenden Meldung. (weiterlesen…)
Naturschutz vs. Klimaschutz
Heute beginnt in Bonn die 9. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zum Schutz der Biologischen Vielfalt, vom BMU auch als UN-Naturschutzkonferenz bezeichnet. Die Biodiversitätskonvention ist sozusagen die Zwillingsschwester der Klimarahmenkonvention, unterzeichnet wie diese beim “Erdgipfel” 1992 in Rio de Janeiro.
Zwischen Naturschützern und Klimaschützern besteht in den Umweltorganisationen nicht immer bloße Eintracht. Der Naturschutz ist historisch älter, einer der großen Ursprünge der Umweltbewegung. Für Naturschutz wird viel gespendet, und Naturschützer sind ihre stärksten Organisationen, an Mitgliedern und Finanzen gemessen. Naturschutz heisst englisch “Conservation”, und wohl nicht ganz zu Unrecht wird Naturschutzorganisationen ein politisch eher konservativer Zug zugeschrieben. (weiterlesen…)
Nachtrag zum Zyklon Nargis und Mangroven
Update zu meinem vorigen Post zur Katastrophe in Burma:
Die FAO hat nun Satellitenbilder veröffentlicht, die veranschaulichen, wie in nur wenigen Jahren die Mangroven im Delta des Irrawaddy (= Ayeyarwady) massiv dezimiert worden sind. Sie betont, dass eine intakte Mangrovenvegetation die Wucht der Sturmflut hätte bremsen können.
Die nebenstehende Abbildung zeigt oben die Situation im Jahr 1995, unten 2000. Die Mangroven sind in kräftigem Rot dargestellt. Die Fläche an Mangroven, so die FAO, hat sich seit 1975 halbiert.
Mangroven weltweit werden für landwirtschaftliche Flächen gerodet. Aber auch die Ausdehnung der Aquakultur von Shrimps für unseren Tisch trägt massiv zu ihrer Zerstörung bei. Mehr zum Thema Mangrovenzerstörung bringt der Mongabay-Blog (englisch). (weiterlesen…)
Burma, Mangroven und der Klimawandel
Vor einigen Tagen habe ich hier schon einmal zum Zusammenhang zwischen Klimawandel und der aktuellen Zyklon-Katastrophe in Burma gebloggt. Wie tropische Wirbelstürme zwar voraussichtlich mit wärmeren Meeren durch den Klimawandel intensiver werden. Wie aber zugleich es unmöglich bleibt, einzelne Stürme auf den Klimawandel zurückzuführen.
Nun habe ich einen weiteren, komplexen Zusammenhang angezeigt bekommen. Zwischen Verwundbarkeit für Klimawandel und Entwaldung. Dies funktioniert so: (weiterlesen…)
Obrigado, Marina!
Für Beobachter der brasilianischen Umweltpolitik ist es keine Überraschung: Marina Silva, eine Ikone der brasilianischen Umweltbewegung als ehemalige Mitstreiterin des in den 80er Jahren ermordeten Anführers der Kautschukzapfer Chico Mendes, ist als Umweltministerin Brasiliens zurückgetreten.
Marina ist eine zarte, fast zerbrechlich wirkende Frau mit einer sehr fragilen Gesundheit. Ich hatte 2003 Gelegenheit, mit ihr bei einem Besuch in Brasilia zu sprechen. Sie hat mich damals mit ihrer Präsenz sehr beeindruckt.
Miliband zur Geopolitik des Klimas
David Miliband, britischer Aussenminister und früherer Umweltminister*, hat an seiner früheren “Alma mater”, der London School of Economics and Political Science, einen Vortrag gehalten. Interessant für alle, die sich für Klima & Sicherheit, Klima & Aussenpolitik interessieren, und ein “Follow-up” zu seinem gemeinsamen Artikel mit Aussenminister Steinmeier.
Seine Quintessenz: (weiterlesen…)
Die Zukunft der Automobilität…
… ist elektrisch, meint ein Report des WWF. Angesichts des Endes des Ölzeitalters drohe nun der Einstieg in sogenannte “alternative Treibstoffe” wie Kohleverflüssigung (Coal to liquid, CTL), und unkonventionelle Ölvorkommen (Ölsande, Ölschiefer) mit katastrophalen Konsequenzen für Klima und Umwelt.
Der Wechsel zum elektrischen Antrieb biete erhebliche Effizienzgewinne. Z.B. würde selbst bei der Verwendung von Kohle als Grundstoff (die der Report nicht propagiert) der elektrische Pfad (Verstromung plus Elektrofahrzeug) dreimal soviel Kilometer je Tonne Kohle generieren wie Kohleverflüssigung und Verbrennungsmotor. Ähnliches gelte für andere Primärenergien wie Biomasse, Öl oder Gas.
“In” und “Von”
Die deutsche Sprache kennt viele Präpositionen. Das sind kleine, aber wichtige Worte, die den Sinn eines Satzes entscheidend bestimmen. “In” und “Von” sind zwei Präpositionen, die für Klimagerechtigkeit besonders wichtig sind.
„In“ist eine örtliche Präposition. Sie bezeichnet, wo etwas stattfindet. Zum Beispiel die Reduktion von Emissionen. Häufig wird die Ansicht geäussert, Klimagerechtigkeit hiesse, dass die Emissionen in Industrieländern und in Entwicklungsländern mittelfristig (z.B. 2050) auf gleiche Pro-Kopf-Werte reduziert werden sollen. Auch Anders Levermann in der Klimalounge zitiert dieses Prinzip. Zusammen mit der notwendigen globalen Reduktion der Emissionen weltweit um mindestens die Hälfte ergibt sich daraus die Notwendigkeit einer Reduktion der Emissionen in Deutschland um gut 80%, ein Wert der Klimapolitikern sehr vertraut ist.
„Von“ist eine begründende (kausale) Präposition. Sie bezeichnet, wer etwas verursacht. Dieser Blogeintrag ist z.B. von mir geschrieben, ich bin sein Autor.
Vielfach wird im Klimaschutz “in” mit “von” gleichgesetzt. (weiterlesen…)
22.000 Besucher
Nun einmal eine Meldung in eigener Sache. Mit den Zugriffen auf diese Seiten geht es ständig aufwärts. Im April 2008 meldet das Logbuch 22.000 Besucher auf “www.klima-der-gerechtigkeit.de” und 66.000 Seitenaufrufe. Wenn Ihnen diese Seiten gefallen, dann empfehlen Sie sie doch weiter – und abonnieren Sie sie als RSS-feed.

