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Südafrika übernimmt Führung im Klimaschutz

Wegen der Sommerferien ist die Meldung beim Bloggen ein wenig liegengeblieben: Südafrika hat bereits am 28. Juli eine ambitionierte, langfristig angelegte Klimaschutzstrategie vorgelegt. Auch wenn z.B. China und Indien bereits erste Pläne vorgelegt haben, ist Südafrika damit das erste Entwicklungsland, das en detail eine langfristigen, klimafreundlichen Entwicklungspfad beschreiten will. Allerdings verweist Südafrika auch zurecht auf die Beschlüsse von Bali und verlangt Unterstützung für seinen klimafreundlichen Pfad. Dort sind die Grundzüge eines klimafreundlichen „Global Deal“ schon skizziert: Die Entwicklungsländer werden meßbare, berichtsfähige und verifizierbare Klimaschutzmaßnahmen vornehmen, und dafür Unterstützung erhalten die ebendiesen Kriterien entspricht.

Christoph Bals von Germanwatch schreibt zu diesem Schritt Südafrikas:

Als die EU im März 2007 mit ihren Beschlüssen für Klimaschutz, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien die Führung unter den Industriestaaten übernommen hatte, reagierte der südafrikanische Umweltminister Van Schalkwyk beeindruckt. Jetzt hat ihrerseits die südafrikanische Regierung die Führung unter den Schwellenländern übernommen. Es kommt einem Quantensprung gleich, wenn ein Schwellenland – das sogar ein Kohleland ist – sich bereit erklärt, dass die eigenen Emissionen ab 2020 nicht mehr wachsen sollen und eigene verbindliche Effizienzziele und CO2-Steuern ankündigt; wenn ein Schwellenland die Großgefahrengrenze von zwei Grad als Obergrenze für den Temperaturanstieg akzeptiert, was unausweichlich zu Emissions-begrenzungen für Schwellenländern führt.

Zur gleichen Zeit bohren der deutsche Wirtschaftsminister Glos und zahlreiche deutsche EU-Abgeordnete daran, das Klimapaket, das noch dieses Jahr in der EU Gesetz werden soll, zu entschärfen. Hier wird darum gerungen, ob die EU weiter Klima-Lokomotive unter den Industrieländern bleibt oder nicht. Es ist zu befürchten, dass ein Rückfall in die alte Zögerlichkeit nicht ohne Wirkung bleiben würde – auch bei der neuen Lokomotive Südafrika.

Schon zeichnen sich die Umrisse einer neuen Vorrreiterkoalition im Klimaschutz ab: Auf dem EU-Südafrika Summit in Bordeaux am 25. Juli haben Südafrika und die Europäische Union eine Erklärung verabschiedet, die Klimagerechtigkeit als einen zentralen Faktor anerkennt:

To avoid the worst impacts of climate change, all countries need to carry their fair share of responsibility to limit a global temperature increase to below 2oC, in accordance with the UNFCCC principles of equity, common but differentiated responsibilities and respective capabilities. In this context, we recognise that a global transition to a low-carbon economy and society is essential and that it is both affordable and achievable. We note that the transition presents many opportunities for developing the environmental economic sector and requires major efforts to enhance sustainable consumption and production patterns, as well as sustainable lifestyles. Given the global nature of the climate change challenge, we further note that this transition to a low carbon and sustainable economy requires a strengthened, equitable and effective global climate change agreement which enables and supports long-term cooperative international, regional and domestic action.

Details und Hintergrunddokumente der südafrikanischen Klimastrategie finden sich auf der Website des Energy Research Centre der University of Cape Town, eine deutsche Übersetzung der wichtigsten Aussagen bei Germanwatch.

Weiterlesen: Interview mit Saliem Fakir, Universität Stellenbosch, zur südafrikanischen Klimapolitik

Foto: von jdww aus flickr.com

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