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Archiv: März 2009

Hausaufgaben für die G20

31. März 2009, von Lili Fuhr, Comments (2)

Kurz vor dem G20 Gipfel in London am 2. April hat das PIK (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) eine Studie präsentiert, die vom deutschen Außenministerium in Auftrag gegeben worden war. Formuliert werden konkrete Empfehlungen an die G20, wie sie die global aufgelegten Konjunkturpakete auch im Sinne einer CO2-armen Entwicklung gestalten könnten.

Dass dies notwendig ist und wie wenig grün die bisherigen Stimulus Packages global sind, zeigt eine aktuelle Studie von E3G. Hier zeigt der Autor, Nick Mabey, beunruhigende Fakten: Direkte Ausgaben für Energieeffizienz, Co2-arme Energien und Transport sowie Forschung und Entwicklung neuer Technologien betragen global nur etwa 8 % der veranschlagten Mittel zur Ankurbelung der Wirtschaft. (weiterlesen…)

US Klimabotschafter Todd Stern in Bonn

30. März 2009, Kommentare (0)

Der US Klimabotschafter und Leiter der Delegation des USA bei den Klimaverhandlungen in Bonn, Todd Stern, hat dort im Plenum ein Rede gehalten, die Grund zu verhaltenem Optimismus gibt. Nachstehend werde ich sie dokumentieren und kommentieren:

I am pleased to be here in Bonn today for this important session. As the President’s Special Envoy for Climate Change, I want to say on behalf of President Obama and his entire team that we are very glad to be back, we want to make up for lost time, and we are seized with the urgency of the task before us.

I look forward to working with all of you and listening to your ideas so that we can chart a new and more effective course forward.

You will not hear anyone on my team cast doubt upon or downplay the threat of global climate change. The science is clear, and the threat is real. The facts on the ground are outstripping the worst case scenarios. The costs of inaction-or inadequate actions-are unacceptable. (weiterlesen…)

Obama startet Major Economies Forum

29. März 2009, Comments (6)

Erinnern Sie sich an MEM? MEM, das steht für “Major Economies Meetings on Energy Security and Climate Change“. George W. Bush hatte sie 2007 initiiert, als er im Zuge des G8-Gipfels in Heiligendamm mit seiner ablehnenden Haltung zu den Klimaverhandlungen ziemlich unter Druck stand. Viele Beobachter sahen es als einen Versuch an, mit einem von den USA kontrollierten Prozess selbst die Initiative zu ergreifen und die UN Verhandlungen zu marginalisieren. Dies ist gescheitert an der gemeinsamen Haltung von EU und Entwicklungsländern (G77), die auf den UNFCCC-Verhandlungen als dem zentralen Forum für den globalen Klimaprozess bestanden. (weiterlesen…)

Piedibus

28. März 2009, Comments (4)

Ein neues Nahverkehrsmittel ist im italienischen Lecco am Comer See erfunden worden. Kostengünstig, gesundheitsfördernd, und unglaublich klimafreundlich: Der Piedibus.

Der International Herald Tribune berichtet:

Each morning, about 450 students travel along 17 school bus routes to 10 elementary schools in this lakeside city at the southern tip of Lake Como. There are zero school buses.

In 2003, to confront the triple threats of childhood obesity, local traffic jams and – most important – a rise in global greenhouse gases abetted by car emissions, an environmental group here proposed a retro-radical concept: children should walk to school.

They set up a piedibus (literally foot-bus in Italian) – a bus route with a driver but no vehicle. Each morning a mix of paid staff members and parental volunteers in fluorescent yellow vests lead lines of walking students along Lecco’s twisting streets to the schools’ gates, Pied Piper-style, stopping here and there as their flock expands.

Gute Idee! Hier gibt es mehr Informationen.

Obamas Team auf dem Weg zu den UN-Klimaverhandlungen

28. März 2009, von Lili Fuhr, Kommentare (0)

Morgen beginnt in Bonn eine weitere Runde der UN-Klimaverhandlungen. Viele halten diese Runde für entscheidend, da erstmals die neue US-Administration mit ihrem Chef-Verhandler Todd Stern vertreten sein wird. Während Todd Stern mit einem Zwischenstopp in Berlin nach Bonn reist, wird viel berichtet und einiges spekuliert, was von den USA in den kommenden Monaten bis zum geplanten Abschluss eines globalen Klimaabkommens konkret zu erwarten ist.

In Berlin führte Stern Gespräche im Bundeskanzleramt, im Auswärtigen Amt, im Umweltministerium, traf sich mit mit Vertretern von NGOs und der Wirtschaft. Bei einem Pressegespräch sagte er:

„Offen gesagt standen die Vereinigten Staaten, soweit es uns angeht, in den vergangenen acht Jahren überwiegend am Spielfeldrand, und das wird aufhören. Wir wollen zeigen, dass es ein wirkliches Engagement von Seiten der Vereinigten Staaten gibt, ein wirkliches Engagement von Seiten des Präsidenten, der Außenministerin und anderen Angehörigen unserer Regierung, die dieses Thema als wirklich vordringlich betrachten. Es ist sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene eine vordringliche Priorität des Präsidenten.“ (US Botschaft)

Doch die konkreten Erwartungen müssen wohl eher runter- als raufgesetzt werden. (weiterlesen…)

Fritz Vorholz bringt es auf den Punkt

27. März 2009, Kommentare (0)

Fritz Vorholz, Journalist der ZEIT, ist eine der wenigen Stimmen in der deutschen Presselandschaft, die konstant und kompetent zu klima- und energiepolitischen Fragen berichten. Im Artikel “Erde ohne Aktien” hat er die Herausforderungen im globalen Klimaschutz auf den Punkt gebracht. Ein paar Auszüge:

Die Weltwirtschaftskrise kostet nicht nur Arbeitsplätze. Sie verschlingt nicht nur Billionen Euro für Konjunkturprogramme. Zu allem Übel verursacht sie auch heimliche Kosten. So sinkt die Bereitschaft, sich anderen, nicht weniger drängenden Herausforderungen zu stellen. Zum prominentesten Opfer ist der Kampf gegen den Klimawandel geworden. In Zeiten wachsender Arbeitslosigkeit und kollabierender Unternehmen könnten wir uns Klimaschutz nicht mehr leisten, heißt es. (weiterlesen…)

Scheitert Kopenhagen an Obamas verfehlter Finanzpolitik?

25. März 2009, Comments (4)

Paul Krugman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, hat in der New York Times den Plänen von Obamas Finanzminister Geithner zur Sanierung der US Finanzwirtschaft eine schneidende Absage erteilt:

This is more than disappointing. In fact, it fills me with a sense of despair.

Das ist bitter für einen Wirtschaftswissenschaftler, der zu den härtesten Kritikern von Bush zählte und den Wechsel im Weissen Haus mit herbeigeschrieben hat.

Doch was haben die Geithners Pläne in einem Klimablog zu suchen? (weiterlesen…)

Nach dem EU Gipfel: Enttäuschung

21. März 2009, von Lili Fuhr, Kommentare (0)

Die EU hat es tatsächlich gewagt und begibt sich ohne verlässliche und konkrete Zusagen an die Entwicklungsländer über Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung in die nächste Runde der UN-Klimaverhandlungen, die in einer Woche in Bonn beginnen. Das kann man den Schlussfolgerungen entnehmen, die beim Europäischen Ratsgipfel gestern in Brüssel angenommen wurden.

Konkret heißt es darin unter anderem:

“Die Europäische Union ist weiterhin entschlossen, eine führende Rolle dabei zu übernehmen,
dass im Dezember 2009 in Kopenhagen ein globales und umfassendes Klimaschutzübereinkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf weniger als 2º C zustande kommt. Zu diesem Zweck verweist der Europäische Rat auf die Zusage der EU, als Beitrag zu einem solchen Übereinkommen ihre Emissionen um 30 % zu reduzieren, sofern sich andere Industrieländer zu vergleichbaren Emissionsreduzierungen und die fortgeschrittenen Entwicklungsländer zu einem ihren Verantwortlichkeiten und jeweiligen Fähigkeiten angemessenen Beitrag verpflichten.”

Ein Beitrag der EU von 30 % Reduktion bis 2020 ist aber keines Falls automatisch gleichbedeutend mit der Erreichung des 2 Grad Ziels, sondern hängt ganz maßgeblich davon ab, was andere auf den Tisch legen. Außerdem soll ein Großteil der 30 % in Entwicklungsländern erbracht werden. (weiterlesen…)

5 years

20. März 2009, Kommentare (0)

Erstes Land CO2 neutral bis 2020

17. März 2009, von Lili Fuhr, Comments (4)

Der Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, hat angekündigt, dass sein Land anstrebt, bis 2020 CO2 neutral zu werden:

“We understand more than perhaps anyone what would happen to us if we didn’t do anything about it or if the rest of the world doesn’t find the imagination to confront this problem,” [...] “So basically, we don’t want to sit around and blame others, but we want to do whatever we can, and hopefully, if we can become carbon-neutral, and when we come up with the plan, we hope that these plans also will serve as a blueprint for other nations to follow. We think we can do it, we feel that everyone should be engaged in it, and we don’t think that this is an issue that should be taken lightly.” (BBC) (Siehe auch NY Times)

Etwa 110 Millionen US-Dollar werden die Malediven für dieses Projekt jährlich ausgeben. Ob sein von Armut gebeuteltes Land sich das leisten könne, wurde der Präsident gefragt, und antwortete: Wir geben bereits jetzt eine ähnliche Summe für konventionelle Energie aus und gehen davon aus, die Ausgaben innerhalb von 10 Jahren wieder einzusparen.

“It is quite pointless for us to go to yesterday’s technologies.” (weiterlesen…)

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Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.
Tilman SantariusTilman Santarius
Tilman Santarius schreibt über Gerechtigkeit und Globalisierung. Er lebt mit seiner Familie auf einem Landgut außerhalb Berlins.
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Arne Jungjohann beschäftigt sich mit Klima- und Energiepolitik. Zur Zeit lebt der gebürtige Hannoveraner in Washington.

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