Das erste Vorbereitungstreffen des Major Economies Forum am 27. und 28. April in Washington wird gemischt bewertet. Gelobt wird die positive Arbeitsatmosphäre und der verhaltene Optimismus des Gastgeberlandes. Kritisiert dagegen wird vor allem von seiten der Zivilgesellschaft, dass sich die größten Emittenten nicht auf ambitionierte Klimaschutzziele festlegen können und auch in diesem Forum in dieser Frage nicht weitergekommen sind.
“Participants shared the view that climate change is a clear and present danger to our world that demands immediate attention from all countries, and that the Major Economies Leaders Meeting in July should send a strong political signal to add momentum to the Copenhagen process and to collective efforts to achieve a low-carbon future. It was noted that all major economies are already taking actions in accordance with their common but differentiated responsibilities and respective capabilities.”
Na ja, das ist nun wirklich nichts Neues. Beruhigend ist die – zumindest rhethorische – Bestätigung, dass dieses informelle Governance Gremium nicht die UN schwächen soll, sondern zu einem erfolgreichen globalen Abkommen unter dem Dach der UN beitragen soll. (weiterlesen…)
Das US-Magazin NEWSWEEK hat mit einer Titelstory letzte Woche eine neue „Lösung” groß aufgeworfen, von der wir in Deutschland bisher dachten sie gehöre in die Welt von „Star Trek” und „Matrix”: Geo-Engineering, die Rekonstruktion der Naturverhältnisse.
Konkret soll das natürliche Phänomen bei Vulkanausbrüchen des massiven Schwefeldioxidausstoßes simuliert werden. Dieser führt nämlich zu verstärkter Reflektion der Sonnenstrahlen in der Atmosphäre und somit zu einer Kühlung der Erde. Auch wenn dies gut klingt sind damit doch Gefahren verbunden: Das Risiko ungeahnter Nebeneffekte und der Abzug politischer und finanzieller Ressourcen von anderen Klimaschutzprojekten. „People are not going to make hard sacrifices to combat global warming if they get the impression that a quick enineering trick can erase the threat.” schreibt NEWSWEEK, wohl wissend, dass ihre Coverstory genau diese Folge haben könnte. (weiterlesen…)
Auf Climate Progress ist nun ein Artikel erschienen, den ich der breiten Lektüre empfehlen möchte. Unter dem Titel “The Age of (small) Tradeoffs” analysiert der Artikel einige der Zielkonflikte, die mit einer Energie- und Klimawende einhergehen.
Diese Zielkonflikte werden von der Umweltbewegung gerne verschwiegen. Und doch sind sie real. Zuerst tauchten Sie rund um Windparks auf, von denen sich “Landschaftsschützer” und Vogelfreunde bedroht fühlten. (“Landschaftsschützer” steht in Anführungszeichen, weil ungebremster Klimawandel unsere Landschaften in nie gekanntem Ausmaß verändern wird).
Die Konflikte um Windparks konnten in Deutschland glücklicherweise noch moderiert werden, nicht zuletzt dank des konstruktiven Engagements der Umweltverbände. Massiver brachen Zielkonflikte zwischen Welternährung, Energiesicherheit und Klimaschutz im Bereich der Biotreibstoffe und Bioenergien auf.
Und dies war nur ein Anfang. Weitere Konflikte werden folgen, sei es um die so freundlich erscheinende Photovoltaik, die seltene Mineralien braucht, um die Energieeffizienz die mit Denkmalschutz zuweilen kollidiert. Und so weiter und so fort.
Sollen diese Zielkonflikte uns irre machen? Sollen wir deswegen die Bemühungen um eine Energiewende einstellen? Sollen wir auf der anderen Seite alles akzeptieren, was mit der Begründung Klimaschutz vorangetrieben wird? (weiterlesen…)
Es ist schon bezeichnend, wenn sich einige der mächtigsten Staaten der Welt treffen und über das globale Klima verhandeln und es eigentlich nichts zu berichten gibt: Letzte Woche trafen sich im sizilianischen Syracuse die Umweltminister der G8-Staaten, um den G8-Gipfel im Juli vorzubereiten.
Klimawandel stand zwar angeblich als Topthema ganz oben auf der Agenda. Aber nicht umsonst munkelten die italienischen NGOs bereits im Vorfeld, dass das Thema Biodiversität vor allem deswegen so prominent auf die Tagesordnung gesetzt wurde, um das Klimathema klein zu halten. Im Bereich Biodiversität gibt es dann auch immerhin ein relatives konkretes Ergebnis, die Charta von Syracuse. Beim Klima: gähnende Leere bzw. Wiederholung leerer Formeln. (weiterlesen…)
Der Minister für Energie und Klimaschutz (ja, das gibt es im UK!) Ed Miliband erklärte in einer Presseerklärung:
* No new coal without CCS demonstration from day one. Alongside the Government’s ongoing competition to build a post-combustion demonstrator, up to three further projects including pre-combustion technology, will be funded by a new levy mechanism.
* Full scale retrofit of CCS within five years of the technology being independently judged as technically and commercially proven. We envisage an important role for the Environment Agency in making an independent judgement of when the standard is met. (weiterlesen…)
Die katholische Kirche in den USA hat sich mit einer machtvollen Botschaft an ihre Gläubigen und die Öffentlichkeit gewandt und den Catholic Climate Change Covenant verkündet, eine Koalition der United States Conference of Catholic Bishops und anderer katholischer Organisationen, die zum Thema Klimawandel arbeiten.
So klingt Klimagerechtigkeit aus dem Munde der katholischen Kirche: Wir müssen nicht nur Gottes Werk (die Natur) schützen, sondern auch für die Ärmsten und Verwundbarsten in der Welt sorgen. Klimawandel bedroht beides und es ist die Verantwortung derjenigen, die verschmutzen, etwas daran zu ändern.
Hier die Videobotschaft des katholischen Bündnisses (Quelle: Youtube):
Die grüne Masche im Marketing treibt immer neue Blüten. Dank Abwrackprämie nun sogar mit quasi amtlichem Segen.
Neulich bin ich bei einem Autohändler vorbeigekommen, der seine Benzinschleudern wie folgt bewirbt:
Umweltfreundliche Autos. Natürlich von Koch. Aus Liebe zur Natur.
Ob der die Natur gefragt hat, ob sie SO geliebt werden will? Man kann jemanden auch zu Tode lieben…
Die Rolle von Wäldern in der Klimapolitik wird seit langem schon heiß diskutiert. Wir wissen, dass Emissionen aus Entwaldung etwa 20 % der globalen Emissionen ausmachen und dass Wälder als Senken mehr CO2 absorbieren als sie abgeben. Weniger bekannt dagegen ist die Tatsache, dass auch Wälder massiv von den Folgen der globalen Erwärmung betroffen sind und in ihrer Senkenfunktion eingeschränkt werden.
Nächste Woche (20. April bis 1. Mai) tagt in New York das United Nations Forum on Forests (UNFF). Anlässlich dieser Tagung wird bereits heute eine neue Studie präsentiert, die davor warnt, dass die Senkenfunktion der Wälder bereits ab einer globalen Erwärmung von mindestens 2,5 °C komplett verloren gehen könnte! Dabei muss man sich vor Augen halten, dass wir uns nach aktuellem Stand der internationalen Klimaverhandlungen von einer Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2°C Lichtjahre entfernt sind… (weiterlesen…)
Eben hatte ich ja noch vom Velotraum Paris gebloggt. Den Traum einer fahrradfreundlichen Stadt hat sich der Architekt Chris Hardwicke noch ein wenig genauer ausgemalt. Kern seiner Vision ist ein Netz von Fahrradrouten, die als transparent überdachte Röhren die ganze Stadt durchziehen. (weiterlesen…)
Stefan Singer ist Direktor für Globale Energiepolitik beim WWF International. Seit vielen Jahren beobachtet er in Brüssel die europäische Klima- und Energiepolitik. In einem Interview hat er nun die europäische Klimapolitik einer scharfen Kritik unterzogen.
Die 20% Reduktion gegenüber 1990 die die EU bisher beschlossen hat seien in Wirklichkeit nur 4-5% heimische Reduktionen. Ein großer Teil ist bisher bereits erbracht als Teil der Emissionsminderung im Zuge der Umstrukturierung Osteuropas. Und der Rest soll weitgehend unter Nutzung des internationalen Emissionshandels (CDM) zustandekommen, so dass nur geringe Anstrengungen in Europa selbst stattfinden.
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