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Easyjet – Alles Easy mit dem Klimaschutz?

19. Mai 2009, von Lili Fuhr

Easyjet

“Did you know you’re taxed 5 times more for the CO2 that your flight emits when you fly short haul from London to Malaga than a long haul flight from London to Melbourne?” Easyjet

Ja, ich bin auch mit dem Billigflieger quer durch Europa geflogen, habe brav meinen CO2-Ablass gezahlt und trotzdem ein schlechtes Gewissen. Zu Recht, denn Fliegen erhöht die persönliche CO2-Bilanz dermaßen, dass man von global nachhaltigen 2 Tonnen pro Person und Jahr nur noch träumen kann.

Nun habe ich also selber massiv zum Klimawandel beigetragen und kein Recht, mich über die Billigflieger aufzuregen. Und trotzdem tue ich das. Anlass ist eine Werbekampagne von Easyjet, die die Billig-Vielfliegenden von der Rückseite der Vordersitze aus zumüllt – so viel zum Thema Volksverdummung und Dreistigkeit…

Interessant ist hierbei, dass das Thema Klimaschutz inzwischen auch von Fluggesellschaften als so bedeutsam wahrgenommen wird, dass sie davon ausgehen, dass ihre Kunden gerne einen Beitrag leisten würden. Alles andere ist Greenwash, also Unternehmensstrategie zur Verbesserung des Images ohne realen Hintergrund.

Von einer globalen CO2-Steuer sind wir meilenweit entfernt, der Flugverkehr ist nicht in den Emissionshandel einbezogen, was genau wollen die uns hiermit sagen? Wäre es nicht viel interessanter, einen Preisvergleich zwischen einem Zugticket und einem Billigflugticket für die gleiche Strecke zu ziehen und der Politik diese Zahlen unter die Nase zu reiben?

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2 Kommentare

  1. Hallo Lili, easyjet ist echt die Höhe. Ich habe mich da auch schon beim fliegen drüber aufgeregt … siehe http://greendaniel.blogspot.com/2008/07/lies-2-lies-and-easyjet.html

  2. Einerseits ist Fliegen wunderschön, und es wäre ein Menschenrecht in gerechteren Gesellschaften, daß alle ab und an fliegen könnten. Aber z.B. die völlige Ignoranz der Raver-Szene – viele sind ja stolz darauf, seit etwa 15-20 Jahren, “nicht so dumm wie Ökos” (häufig gehörtes Zitat) zu sein – und all das greenwashing-Getue ist unerträglich. Es gibt alle paar Jahre Versuche, Kerosin genauso wie Treibstoff für Bahn und Autos zu besteuern – und jedesmal klappt es nicht. Bei Flugzeugen ist es nicht die CO2-Emission allein; ginge es nach der Umweltschädlichkeit, müßte Flugbenzin dreimal höher besteuert werden als Treibstoff für die Bahn.
    Die Werbung von easyjet wirkt aber – weil es als “uncool” gilt, immer noch, sich für die Umwelt zu engagieren. Eben wie DJ Marusha immer in irgendwelchen Dezennienfilmchen sagte – “Ökos sind uncool”. Wer genau “Ökos” sind – tja, das war egal, hauptsache es gibt 3 Punkte auf der Poser-Skala^^.

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Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.
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Tilman Santarius schreibt über Gerechtigkeit und Globalisierung. Er lebt mit seiner Familie auf einem Landgut außerhalb Berlins.
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Arne Jungjohann beschäftigt sich mit Klima- und Energiepolitik. Zur Zeit lebt der gebürtige Hannoveraner in Washington.

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