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Über den Wolken…

…wird die Freiheit wohl grenzenlos sein. Aber nur für die, die sichs leisten können. Beim Flugverkehr wird so richtig deutlich, was Klimagerechtigkeit bedeutet. Forscher von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften haben einen Tag des Luftverkehrs in der Welt auf eine Minute zusammengerafft, und tausende kleiner gelber Punkte – einer für jedes Verkehrsflugzeug – zeigen, wie wahnsinnig ungleich die Nutzung der Atmosphäre über den Globus verteilt ist: Nordamerika, Europa, Japan/Asien sind sowohl intern wie auch untereinander aufs beste miteinander vernetzt, der Rest der Welt schaut ins Ofenrohr. Schätzungen gehen sogar davon aus, dass bisher nur 1 bis 5 Prozent der Weltbevölkerung überhaupt je ein Flugzeug bestiegen haben. Die Rechnung der Vielflieger, die bezahlen freilich andere.

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Diskussion

  1. Das ist ein netter Film. Ich habe aber eine Frage an euch.

    ‚Klima der Gerechtigkeit‘ ist ein Blog der Heinrich Böll Stiftung und somit nah an den Grünen. Wir sind uns glaube ich einig, dass ‚das Klima‘ ein großes Problem darstellt. Ich würde in dem Blog einer grünen politischen Stiftung mehr lesen wollen über den Weg nach vorne. Welche Lösungsansätze werden verfolgt? Wollen die Grünen sich beschränken auf Copenhagen und andere Top-Down-Herangehensweisen? Oder besteht auch ein Interesse an Bottum-Up Initiativen wie Transition Towns? (http://energiewende.wordpress.com oder http://www.ttfk-berlin.de)

    Schöne Grüße aus dem Nordwesten,
    Johan Steunenberg

  2. Tilman Santarius

    Lieber Johan Steunenburg

    es ehrt uns, dass mehr Lösungen, mehr Ausblicke nach vor von uns gefragt sind. Wir werden versuchen, dass zu berücksichtigen.
    Sicherheitshalber aber noch mal zur Klärung: dies ist kein Block, um die Vorschläge der Heinrich Böll Stiftung zu vermarkten. Unser Ziel mit dem Blog: „Aktuelle Entwicklungen rund ums Klima möchten wir in diesem Blog aufspießen, kommentieren, beleuchten.“

    Wenn also mehr Lösungen gefragt sind, dann lohnt sich auch ein Blick auf unser Web-Dossier „Auf dem Weg nach Kopenhagen“, wo alle Produkte der Böll Stiftung zum Thema Klima und Energie zu finden sind: http://www.boell.de/oekologie/klima-energie-5433.html

    Herzlichst, Tilman Santarius.

  3. Lieber Tilman Santarius,

    vielen Dank.

    Gerade weil die Heinrich Böll Stiftung den Grünen nah ist, würde ich mich wünschen, dass mehr über Initiativen von unten berichtet wird. So sind die Grünen mal entstanden, oder?

    In meiner Wahrnehmung liegt der Fokus sehr stark auf Copenhagen und ich glaube nicht, dass man hier allzu große Erwartungen haben kann. Ich stimme diesem FT-Kommentar zu (obwohl manches mich nicht gefällt): http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Gastkommentar-Die-Klimalobby-irrt/548074.html

    Transition Town (TT) Initiativen haben es mir angetan, weil sie ein Problem lösen, was ich lange nicht gelöst gekriegt habe: ‚Wer übernimmt die Verantwortung für die notwendigen Änderungen?‘.

    In der Analyse von Lars Josefsson (Vattenfall) kann die Politik das nicht machen, weil sie keine Unterstützung bekommt und auf Stimmenjagd muss. Das sollten auch die Grünen zustimmen, die immer noch vom 5-Mark-Debakel traumatisiert sind. Auch die große NGOs wären überfordert. Ich sehe das auch so. Bleiben die Unternehmen.

    Das letzte sehe ich nicht ganz so. In Capitalism 3.0 beschreibt Peter Barnes auch ganz klar, dass der Horizont von Unternehmen noch wesentlich kürzer ist als der Horizont der Politik. Leider kann ich seine Lösung auch nicht zustimmen.

    Ich glaube nicht an zentralistische und undemokratische Lösungen. TT bietet eine dezentrale Herangehensweise. Wenn sie funktioniert, hat sie einige schöne Konsequenzem:
    1) Sie sendet den Politikern einen Signal: ‚He, wir nehmen dieses Thema ernst und wir sind bereit, hier Verantwortung zu tragen!‘
    2) Sie nimmt die stärkste wirtschaftliche Zwänge aus dem geschehen. In der eigenen Umgebung macht man auch mal was ehrenamtlich. Das macht ganz andere Lösungen möglich.
    3) Es entstehen wieder Gemeinschaften. Wir haben wieder mehr miteinander zu tun, als dass wir nur das gleiche Wahllokal verwenden.
    4) Die Lösung kann dezentral und dementsprechend vielfältig wachsen.

    Schöne Grüße,
    Johan Steunenberg

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