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Ölindustrie agiert aus dem Hintergrund in Cancún

Die Ölindustrie hat ihre Hausaufgaben gemacht – aus ihrer Sicht jedenfalls. Im Vorfeld der Klimaverhandlungen hat sie in vielen ölproduzierenden Staaten dafür gesorgt, dass ein Klimaabkommen gegen die Interessen der Ölindustrie nicht geschlossen werden kann, wie Steve Kretzmann, Direktor von Oilchange International, sagt. Die Ölfirmen brauchen deshalb auch keinen Auftritt in Cancún, sie können beruhigt aus dem Hintergrund die Verhandlungen begleiten.

Auch bei den klimaschädlichen Subventionen mussten den Firmen bislang keine Einbußen hinnehmen. Das Versprechen des G20-Gipfels in Pittsburgh 2009, Subventionen für fossile Energieträger auslaufen zu lassen, wurde bislang nicht eingelöst.

Steve Kretzmann wünscht sich auf der COP16 in Cancún besonders von der Obama-Administration die Klarstellung, dass sie zwar gerne ein ambitioniertes Klimaabkommen erreichen würde, ihr durch die Macht der Ölindustrie und ihren Einfluss auf viele Senatoren und Abgeordnete aber die Hände gebunden sind.

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Diskussion

  1. Ich würde diesem sehr interessanten Interview eine andere Überschrift geben „Fossil versus postfossil: Der entscheidende Konflkt“ wäre mein Vorschlag. Und ich würde ein erweitertes Fazit ziehen:
    Steve Kretzmanns Schlußplädoyer schließt an an das Ende von Lilis blogbeitrag (http://klima-der-gerechtigkeit.de/2010/12/06/zwischenstand-nach-einer-woche-klimagipfel-in-cancun/): „Fossile Lobby gegen den Rest der Welt“ schrieb Lili. diesen Satz zu Ende gedacht, folgt daraus, dass der verkrustete Nord-Süd-Konflikt die transnational verlaufenden Interessenslagen der fossilen Lobby vertuscht. Der Wunsch des Südens, die Industriestaaten historisch zur Verantwortung zu ziehen, ist zwar völlig berechtigt. Dies lässt sich im Norden aber nicht abbilden auf je innenpolitisch zu legitimierende Reduktionsverpflichtungen, weil maßgebliche Kräfte, die auf Innenpolitik einwirken (=i.e.fossile Industrie), nicht an nationalstaatliche Grenzen gebunden sind. Stärker noch, diese Kräfte wirken im Süden ganz genauso (in unterschiedlichem Maße). Eine Anerkennung dieser Tatsache müßte m.E. am Anfang eines Auswegs aus der Verhandlungsfalle stehen. Statt um Nord/Süd geht es um den Konflikt fossil/postfossil: wie postfossiles Wohlstandswachstum im Süden bei gleichzeitigem Kampf gegen den weltweiten Einfluss der fossilen Industrie stattfinden kann.

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