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Belo Monte Staudamm vorerst gestoppt

Klimagerechtigkeit ist mehr als Klimaschutz! Ein Beispiel dafür, dass Emissionsreduktion nicht per se Gerechtigkeit bringen, sind riesige Staudammprojekte, v.a. in den großen Schwellenländern. Bei allen Vorteilen die Wasserkraft bietet, ziehen sie oft enorme soziale Schäden und Zerstörung der Natur nach sich. Das Projekt „Belo Monte“ im Amazonas hätte zudem zu einer Abholzung einer Regenwaldfläche so groß wie Bremen geführt. Rodung, zur Erinnerung, ist aber wieder klimaschädlich. Nun wurde das Projekt juristisch gestoppt (siehe hier und hier)

Am Ende war es zwar ein Bundesgericht, welches die Bauerlaubnis entzog. Doch der Impuls kam von NGOs und BewegungsaktivistInnen vor Ort (und international), welche sich einem Netzwerk aus Politik und Energiefirmen gegenüber sahen. Klimagerechtigkeit von unten also!

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Diskussion

  1. Viele glauben, Wasserkraft wäre eine zero-emissions-Technologie. Weit gefehlt!
    Im Buch „Wenn die Flüsse versiegen“ von Fred Pearce werden die Methanemissionen der zigtausenden Stauseen weltweit mit ca. 10% aller anthropogenen Methanemissionen beziffert. Denn die Biomasse im überfluteten Bereich produziert unter Luftabschluss eben dieses potente Klima-Spurengas.
    Ganz nebenbei: da sich im Permafrost der nördlichen Subarktis in den letzten Jahren zehntausende Schmelzwasserseen gebildet haben (sehr schön bei Google Earth an ihrer immer runden oder leicht ovalen Form zu erkennen), entweicht das dortige Zersetzungsgas der Biomasse nicht als CO2, wie es bei trockener Biomasse mit direktem Kontakt zur Atmosphäre der Fall wäre, sondern eben als Methan. Nun hat ja Methan nur eine durchschnittliche Verweildauer von 13…15 Jahren, bevor es zu CO2 umgewandelt wird. Das Problem ist eben, wenn in dieser Quasi-Halbwertzeit des Methan ungeheure Mengen dieses Gases emittiert werden, wie das nach Ansicht vieler Forscher zu Beginn der Super-Warmzeit vor 55 Millionen Jahren der Fall war. Dann nutzt die relativ zu anderen klimarelevanten Spurengasen geringe Verweildauer des Methan leider nichts.
    Zurück zum Staudamm-Thema:
    natürlich setzt die Herstellung und der Abbindeprozess der riesiegen Zementmengen für den Bau großer Dämme auch reichlich CO2 frei.

    Nicht alles, was als „green“ bezeichnet wird, ist wirklich „green“. Dieses Wort ist ohnehin das am meisten mißbrauchte Wort der heutigen Zeit.

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