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BASF finanziert Klimaskeptiker im US-Kongress

Eigentlich ist das nichts Neues. Dass europäische Firmen Klimaskeptiker und Gegner einer Klimagesetzgebung in den USA im Wahlkampf finanziert haben, hat das Climate Action Network Europe bereits in einem Bericht im September 2010 offengelegt. BASF war dabei und auch Bayer und Eon (siehe hier). Einer derjenigen, die ganz oben auf der Spendenliste von BASF stehen, ist der Republikaner Blaine Luetkemeyer. BASF ist sein drittgrößter Sponsor.

Aktuell hat er sich dafür eingesetzt, dass die USA ihre finanziellen Beiträge für den Weltklimarat IPCC einstellen, da er diesen für korrupt und fragwürdig hält. Ob sich BASF wieder so herausreden kann, dass sie eigentlich nur einen Pharmalobbyisten finanzieren wollten und sich dieser dann zufällig als Klimaskeptiker herausgestellt hat? Wir sind gespannt auf die Reaktionen.

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Diskussion

  1. Hat leider nur mittelbar mit dem Thema obigen Beitrags zu tun, aber ich halte es in der Klimadiskussion für so relevant, dass ich den link trotzdem hier poste:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,756483,00.html

    Mitunter liest man ja solche Absurditäten wie „klimafreundliche Gaskraftwerke“, nur weil vermeintlich ein Gaskraftwerk nur 60% (immerhin!) der CO2-Emissionen pro MWh verursacht, wie ein Kohlekraftwerk auf Steinkohlebasis.
    Aber die in dem Artikel beschriebenen Effekte werden dabei unter den Tisch fallen gelassen.
    Ich hatte ja hier schon einmal geschrieben, dass insbesondere die Fracking-Technologie bei der Förderung von Shale- und Tightgas (vermutlioch auch bei Flözgas) zu stärkeren Methanemissionen über den Frackingstellen führt. Sehr gut zu beaobachten an den zahlreichen aufsteigenden Gasbläschen in Flüssen in den Fracking-Bereichen, die ein Anwohner auffing und anzündete – und damit den Beweis erbrachte, dass Methan austritt. Natürlich logischerweise aus dem gesamten Bodenbereich.

    Ergänzung: natürlich sind auch die Emissionen, die der Energieinput bei der Öl-, Gas- und Kohleförderung verursacht, auf die Gesamtemission pro Mengeneinheit dieser fossilen Energieträger hinzuzurechnen.
    Öl aus Teersand hat also z.B. eine wesentlich schlechtere Klimabilanz, als leichtes konventionelles Öl.
    Bei den allgemein bekannten CO2-Emissionszahlen bezogen auf die jeweiligen Energieträger bleibt das alles unberücksichtigt.

    Lernen wir also: Gas ist eben nicht deutlich „klimafreundlicher“ (welch irreführendes Wort!) als z.B. Kohle.
    Alles Selbsttäuschung.

  2. könnte mir mal bitte jemand sagen, was denn ein „klimaskeptiker“ ist? der sinn diese wortes erschließt sich mir leider nicht….

  3. „Verneiner des anthropogenen Klimawandels“ wäre eigentlich die korrekte Bezeichnung, aber eben auch sehr umständlich. Deshalb hat auch der sprachlich nicht ganz korrekte Begriff „Klimaskeptiker“ durchgesetzt.
    Nun kann man ja über Prognosen trefflich streiten, wenn sie die Zukunft betreffen.
    Was mir immer wieder auffällt ist, dass große Teile der „Klimaskeptiker“-Fraktion von „Klimaschwindel“, „Klimalüge“ und anderen Begriffen reden, die diejenigen, die anderer Meinung sind, verbal verurteilen. Man kann von einer weit verbreiteten sprachlichen und gedanklichen Militanz in diesen Gruppen sprechen.
    Der Buchmarkt der Brandmarker des „Klimaschwindels“ ist riesig und in Teilen bestsellerverdächtig.
    Wenn man von einem „Irrtum der Verfechter des anthropogenen Klimawandels“ sprechen würde, dann würde ich mir zwar deren Argumente nicht zueigen machen, aber man könnte eine Diskussion auf gleicher Augenhöhe führen.
    Da aber teilwiese die Absicht der „Errichtung einer Klimadiktatur“ und ähnliche abstruse Dinge unterstellt werden, ist der Meinungsstreit wirlich problematisch. Mit Menschen, die mich als Lügner bezeichnen, ist eine Diskussion, die prinzipiell auf gegenseitiger Achtung basiert, kaum möglich.

    Die Menschen im Tschad- und Aralseegebiet, in Nordostchina, in Teilen Ost-und Südafrikas, in Pakistan, in Teilen Argentiniens und anderen Hot Spots des jetzt schon zu beobachtenden, beginnenden Klimawandels würden bei den akademischen Diskussionen von OECD-Wohlstandsmenschen ohnehin ungläubig den Kopf schütteln. Für die ist der Klimawandel mittlerweile eine existenzbedrohende Realität.

  4. Nachdem der Kongress so klaeglich versagt hat mit einem Klimagesetz, erhoeht die US-Klimabewegung jetzt den Druck auf der Strasse. Heute die Power Shift 2011 mit grosser Demo vor der Handelskammer. Ich faende es grossartig, wenn die deutsche Klima- und Umweltbewegung ihre US-Kollegen unterstuetzen wuerden und Bayer oder BASF so blossstellen wuerde, dass diese ihre Zahlungen an klimaskeptische Abgeordnete einstellen. Das waere ein sichtbares Signal und wuerde der Bewegung hier auch Auftrieb geben! Vielleicht lohnt es sich fuer uns, da mal eine Aktion zu planen?

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