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Tim Pawlenty: Flip-Flops statt Klimaschutz

Flip-FlopsTim Pawlenty hat sich als Governeur von Minnesota für den Klimaschutz stark gemacht. Das war gestern. Heute entschuldigt sich der Republikaner dafür. Jeder Kandidat zur Präsidentschaft habe Fehler gemacht. Dies sei eben seiner.

Das erste TV-Duell der republikanischen Vorwahlen für die 2012er Wahl war eigentlich nicht der Rede wert. Favoriten wie Mitt Romney oder Newt Gringrich haben erst gar nicht daran teilgenommen. Dafür war Tim Pawlenty mit von der Partie. Die LA Times findet, er hat sich gut geschlagen. Die TV-Moderatoren testen die Kandidaten gerne auf ihre Schwachstellen hin ab. Pawlentys „Schwäche“, so die inner-republikanische Wahrnehmung, liegt im Klimaschutz. Er hat sich als Governeur für den Emissionshandel ausgesprochen. Wohl gemerkt ausgesprochen, nicht etwa eingeführt oder umgesetzt. Pawlenty war auf den Angriff vorbereitet. Im TV-Duell hat er die Flucht nach vorn ergriffen und seine frühere Position als Fehler markiert (Mother Jones):

„I’ve said I was wrong. It was a mistake, and I’m sorry,“ Mr. Pawlenty told the Fox television audience, presumably filled with potential Republican primary voters. „You’re going to have a few clunkers in your record, and we all do, and that’s one of mine. I just admit it. I don’t try to duck it, bob it, weave it, try to explain it away. I’m just telling you, I made a mistake.“

Warum macht er das? Pawlenty hofft, dass die Entschuldigung hilft, seine offene Flanke zu schließen. Schon vor drei Monaten ist er zurückgerudert. Flip-Flop nennt man so einen abrupten Meinungswandel hier. Ja, er sei früher für Klimaschutz eingetreten. Aber man wisse ja nicht, ob der Klimawandel überhaupt menschgemacht sei. Überhaupt spricht das alles dafür, mehr Atom- und Kohlekraftwerke zu bauen:

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Der Vorgang zeigt, wie unpopulär der Klimaschutz im republikanischen Lager ist. Die Partei befindet sich schon seit längerem auf klimapolitischer Geisterfahrt. Dass ein moderater Kandidat wie Pawlenty sich so deutlich vom Thema distanziert, verheißt nichts Gutes für die republikanischen Vorwahlen. Es deutet auf einen Wettstreit der Kandidaten hin, wer sich am weitesten von der Klima- und Umweltagenda Obamas abhebt.

Bei der US-Wahl in 2008 gab es zwischen Barack Obama und seinem Herausforderer John McCain keine großen Differenzen in Sachen Klimaschutz. Sie haben sich über andere Themen gestritten. Diesmal dürfte die Klimapolitik ein deutlicher Unterschied zwischen den Kandidaten werden. Obama muss die Energiewende und den Klimaschutz offensiv bewerben, wenn er nicht als Getriebener dastehen will. Und wenn er die Klimabewegung nicht länger enttäuschen will.

Das, immerhin, ist am Ende eine gute Nachricht.

Foto: Flip-Flops von Chewy Chua unter Creative Commons CC BY-NC-ND.

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Diskussion

  1. Wirklich unglaublich! Ein Glück nur, dass es bisher in Deutschland allgemein anerkannt ist, sich für den Klimawandel einzusetzen. Gerade die USA sollte sich viel stärker mit diesem Thema auseinander setzen,doch wenn Klimaschutz als politisches Tabuthema behandelt wird, dann muss man sich nicht wundern. Traurig!

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