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Jared Diamond: Aus der Geschichte des Klimawandels lernen

Zum Kollaps weiter so

Der Autor und Evolutionsbiologe Jared Diamond mahnt den Blick in die Geschichte. Beim Klimawandel verhielten sich Politiker in den USA wie die Könige der Mayas: ökonomische Kurzfristinteressen dominieren und steuern die Gesellschaft auf den Rand der Katastrophe zu.

Schon 2005 hat er den Bestseller Kollaps (Amazon) verfasst. Darin untersucht er anhand geschichtlicher Beispiele, warum Gesellschaften überleben oder untergehen. Er identifiziert vor allem ökologische Gründe wie den Kahlschlag von Wäldern oder sich änderndes Klima für den Untergang von zuvor erfolgreichen Zivilisationen. Hier erläutert er die These vom drohenden Zusammenbruch der Weltgesellschaft in einem FAZ-Interview von 2008.

Jetzt erklärt Jared Diamond in diesem vom WWF produzierten Video die Parallelen zwischen US-Politikern und den Königen der Mayas. Die 11 Minuten mit diesem besonnenen und klugen Kopf lohnen sich:
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Werden wir das Klima an die Wand fahren und als Weltgemeinschaft den Mayas folgen? Diamond ist optimistisch, dass wir aus der Geschichte lernen:

“Today, we have archeologists who tell us about the mistakes that the Maya and the Greenland Norse and the Anasazi made, and we also have archeologists who tell us about the good decisions that the Tokugawa Japanese and the Icelanders made. So we can learn from the past. And then we can turn on our television sets. We can see what it’s like in Somalia. We can also see what it’s like today in Norway or Bhutan. And we can decide: Do we like the lifestyle of Bhutan or do we like the lifestyle in Somalia? Which do we choose to emulate? We have this opportunity to learn from remote places and to learn from places remote in time. No other society in world history has had that advantage. And among all the things that might incline me towards pessimism, that is the biggest thing that in the end run inclines me towards optimism. We have this unique opportunity.”

Foto von dj denim unter CC BY-NC-SA 2.0.

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Diskussion

  1. Ja, aus der Geschichte lernen gilt eben auch für die natürlichen Lebensgrundlagen. Aber Menschen neigen dazu, immer wieder die gleichen Fehler zu machen.
    Der Untergang vergangener Hochkulturen resultierte meist aus der Kombination der Übernutzung der regionalen natürlichen Ressourcen und den normalen Klimaschwankungen (die, was die regionalen Änderungen, angeht durchaus auch schon damals einen anthropogenen Anteil hatten – z.B. infolge großflächiger Entwaldung, was ja meist zu einem trockeneren und heißerem Regionalklima führt).
    Die Übernutzung natürlicher Ressourcen ist ja heute ein weit verbreitetes Phänomen. Plünderung von Wäldern und Grundwasserressourcen, Vergiftung von Oberflächengewässern, schwerste Bodenerosion und Degradation sowie weiträumige Überbauung von besonders wertvollem Ackerland – all das ist in dichtbesiedelten Ländern heute eher die Regel als die Ausnahme.
    Wenn nun noch die zunemehnden Effekte eines in großen Teilen anthropogenen Klimawandels dazukommen, dann wird der Untergang der sumerischen Hochkultur wohl eine Petitesse gegen das sein, was sich im Laufe dieses Jahrhunderts und ff abspielt.
    Wobei ich mir ohnehin nicht sicher bin, ob die jetzige Zeit die Bezeichnung „Hochkultur“ verdient.

    Übrigens: die sogenannten „Klimaskeptiker“ weisen ja immer darauf hin, dass es massive Klimaänderungen in der Erdgschichte fortlaufend gegeben hat. Und das ist ja eine Binsenweisheit. Natürlich würde der nord- und mitteleuropäische Raum sowie Kanada und die nördlichen USA in ca. 15000 Jahren in weiten Teilen unbewohnbar werden, wenn es Null anthropogenen Klimawandel geben würde.
    Das Problem ist nur, dass wir einen gravierenden Klimawandel durch unsere Emissionen herbeiführen könnten gerade zu dem Zeitpunkt, da sich die Menschheit auf ihr zahlenmäßiges Maximum zubewegt. Und zu keinem anderen Zeitpunkt war die Menschheit mehr auf halbwegs optimale klimatische Bedingungen und intakte natürliche Ressourcen angewiesen.

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