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Hintergrund: der Klimaschutzindex 2012

Weltkarte nach Qualität der Klimapolitik
Weltkarte nach Qualität der Klimapolitik

Heute wurde von Germanwatch der Klimaschutzindex 2012 vorgestellt. Hier wird anhand von Indikatoren ermittelt, wie gut einzelne Länder im letzten Jahr das Klima geschützt – oder eben nicht genug geschützt – haben. Die ersten drei Plätze bleiben dabei traditionell frei, und auch der neue „Spitzenreiter“ auf Platz vier, Schweden, hat keine Klimapolitik, welche uns auf einen Pfad unter 2° Erderwärmung setzen würde. Doch sie profitieren von einem guten Emissionstrend, z.B. dank Reformen im Gebäudesektor und der Einführung einer CO2-Steuer in den frühen 1990ern. Den Nordeuropäer/innen folgen Großbritannien und Deutschland, wo das neue Energiekonzept das Land noch einmal einen Platz nach oben gebracht hat. Dafür rutschte der Vorjahrsbeste Brasilien um drei Plätze ab, weil die Emissionen stark anstiegen. Die gerade wichtigen Akteure hier in Durban, USA und China, landeten auf hinteren Plätzen. Dazu meinte Index-Autor Jan Burck mit Blick auf das gestern in den Verhandlungen vorangegangene China:

„Fünf der größten Emittenten, Iran (60), China (57), Russland (56), Kanada (54) und USA (52) bekamen die Note ’sehr schlecht‘. Aus dieser Gruppe ist China das einzige Land mit einer guten Politikbewertung. Aus dieser Gruppe ist China das einzige Land mit einer guten Politikbewertung. Der rasante Ausbau der erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz-Ziele des zwölften 5-Jahres-Plans können China helfen, in den kommenden Jahren Plätze gut zu machen.“ (Quelle: PM, Markierung von mir)

Der Index basiert auf Daten und Interviews mit Expert/innen aus den untersuchten Ländern. Herzstück ist aber die Gewichtung der Indikatoren. Hier wird ganz nach dem Motto „es zählt, was hinten rauskommt“, das Emissionsniveu mit 30% und der Emissionstrend mit 50% bewertet. Klimapolitik.

Für einige mag das jetzt nach Zahlenspielerei klingen, aber international findet der Index großen Anklang. Presse und Minister erkundigen sich nach dem Ranking ihrer Länder und versuchen, sich zu rechtfertigen (oder kritisieren den Index). Sicher kann die Gewichtung der Indikatoren verändert werden, aber dennoch gibt der Klimaschutzindex 2012 einen ziemlich guten Blick auf die Lage des Klimaschutzes in der Welt.

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Diskussion

  1. Es ist ja zu begrüßen, dass hier mit großer Gründlichkeit ein „klimapolitisches Rating“ erstellt wurde.
    Das halte ich für wichtig.
    Aber ich oller Querkopf habe trotzdem mein eigenes Rating: Hochemissionsländer, wie es die OECD-Staaten in aller Regel sind und deren Pro-Kopf-Emissionsdurchschnitte multipliziert mit 7 Milliarden das baldige Ende der Welt, wie wir sie kennen, bedeuten würde, können nach meinem Dafürhalten schon mal keinen der vorderen Plätze einnehmen. Selbst wenn sie statt ganz ganz viel nur noch ganz viel CO2 emittieren.

    Brasilien, das ein wirklich unsägliches Waldgesetz (besser: Entwaldungsgesetz) beschlossen hat, sowie seinen (fossilen) Ölverbrauch innerhlalb von 20 Jahren verdoppelt und seinen Gasverbrauch in nur 10 Jahren verdreifacht hat, sollte dunkelrot erscheinen.
    Asutralien mit 30% der weltweiten Kohleexporte ebenfalls.
    Länder wie Mali oder Bhutan sind die Klimaschutzstaaten. Die gehören auf die vorderen Plätze.

  2. Ich beantrage die Farbe dunkelrot hiermit auch für die Bundesrepublik Deutschland:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,802240,00.html

    Aufrüstung und Beihilfe zur Aufrüstung sind ein Beispiel besonders sinnloser Emissionsverursachung.

  3. Mal ein Kompliment an Spiegel Online. Die bringen jeden Tag gute Situationsberichte aus Durban, soweit ich das als nicht Anwesender beurteilen kann.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,802314,00.html

    Ganz nebenbei: was mich schwer wundert, ist, dass in diesem wichtigen Blog kaum diskutiert wird. Gerne kontrovers und gerne lebhaft.
    Damit meine ich nicht die Artikelschreiber – die leisten ja durch ihre Artikel den Input für eine lebhafte Diskussion. Die aber nicht stattfindet.
    Schade.

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