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Biodiversitätskonvention definiert Geo-Engineering

Vom 30. April bis 5. Mai 2012 trifft sich im kanadischen Montreal die technische Arbeitsgruppe der UN Biodiversitätskonvention CBD (Mitglied sind fast alle Staaten der Welt, außer die USA und der Südsudan). Hierfür legte das Sekretariat nun einen Entwurf über eine Resolution zum Thema Geo-Engineering vor. Ich bin noch nicht ganz durch das Dokument gekommen, aber finde es schon beachtlich, wie die CBD wieder voran geht. So gab es in Nagoya 2010 bereits ein de facto Moratorium für Geo-Engineering, welches aber noch offen für CCS-ähnliche Techniken gehalten wurde (also für all jene Konzepte, welche CO2 in global relevantem Maßstab abscheiden und irgendwo speichern wollen). Mit der nun vorliegenden und hoffentlich auf der CBD zu Jahresende dann beschlossenen Definition würde sich das Moratorium auch auf diese Technologien ausdehnen.

Climate-related Geoengineering: a deliberate intervention in the planetary environment of a nature and scale intended to counteract anthropogenic climate change and/or its impacts through, inter alia, solar radiation management or removing greenhouse gases from the atmosphere.

Weitere Kernbotschaften sind wie folgt:

  • Es gibt keine endgültige Weisheit bei der Definition von Geo-Engineering.
  • Es bedarf zu allererst globaler, transparenter und effektiver Kontrollen und Regularien für Geo-Engineering Konzepte mit potenziell grenzüberschreitenden Auswirkungen.
  • Jeder Staat ist selbst gefragt darauf Acht zu geben, dass sein Handeln keine negativen Umwelteffekte auf andere Staaten hat.
  • Es existieren bereits eine Vielzahl internationaler Abkommen und Konventionen, welche für die meisten Technologien relevant sind.
  • Das Vorsorgeprinzip ist relevant aber rechtlich noch nicht klar definiert.
  • Kleine, kontrollierte, wissenschaftlich gerechtfertigte Experimente sind nach vorhergehender Umweltauswirkungsprüfung zulässig.

Doch erstmal müssen sich die Fachleute einigen, dann muss es im Oktober in Hyderbad von den Vertragsstaaten beschlossen werden. Dort steht das Thema aber noch nicht einmal auf der Tagesordnung.

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