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Kohle für die Kohle: Ist die KfW eine klimafreundliche Bank?

Bekannt ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auch über einen Expert/innenkreis hinaus für ihr Engagement in Sachen Energieeffizienz, Enerneuerbare Energien und Klimafinanzierung. Die KfW hat aber in den letzten Jahren auch mehrere hundert Millionen Euro in den Aus- und Neubau von Kohlekraftwerken, Kohleminen und Kohleinfrastruktur investiert. Das hat die NGO urgewald für ein aktuelles Briefing recherchiert. Damit liegt die KfW weltweit an siebter Stelle derjenigen Finanzinstitute, die den Neubau von Kohlekraftwerken finanzieren. Sie ist aktuell weltweit an mindestens neun Neubauten beteiligt (in Südafrika, Thailand, Chile, Indien und Deutschland), an zwei Kohleinfrastrukturprojekten (in Australien und Serbien) und plant außerdem, den Neubau eines Kohlekraftwerks in Griechenland zu finanzieren.

„Die KfW rechtfertigt ihr Engagement damit, dass es zu Armutsbekämpfung und verbessertem Energiezugang führt. Tatsächlich verschärfen aber die Kohlekraftwerke Medupi und Kusile in Südafrika die Energieungleichheit und den Kampf ums Wasser in der Region. Mit der Kohleversorgung des indischen Kohlekraftwerks Krishnaptanam gehen Menschenrechtsverletzungen und Abholzung wertvollen Regenwalds in Indonesien einher. Eine Anlage zur Effizienzsteigerung von Braunkohle in Serbien ist Teil der Ausweitung des dortigen Tagebaus und hält Serbien auf Kohlekurs. Der Ausbau von Kohlehäfen in Australien dient der Verteilung gigantischer Mengen Kohle in die Welt, die nicht nur CO2 Reduktionsziele in weite Ferne rückt, sondern auch das einzigartige Great Barrier Riff massiv bedroht. In Griechenland prüft die KfW aktuell eine Beteiligung am Neubau des Braunkohlekraftwerks Ptolemaida V.“ (urgewald)

Eine solche Finanzierungsstrategie seitens derjenigen Bank, die nicht nur in Deutschland, sondern auch international den ökologischen Umbau vorantreiben und Klimaschutz befördern soll, unterminiert die klimapolitischen Ziele Deutschlands und die Glaubwürdigkeit der KfW. Die KfW tritt auch international gerne als Vorreiterin in Sachen Klimaschutz und Green Banking auf. Unter anderem koordiniert sie den International Development Finance Club (IDFC), einen Zusammenschluss von Entwicklungsbanken, die sich die Themen Klimaschutz und Energiewende groß auf die Fahnen geschrieben haben – jedenfalls rhetorisch.

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