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Klimaschutz auf Saudi Arabisch

Wie bei jeder guten COP gibt es auch hier in Doha eine extravagante Messehalle, wo sich verschiedene Laender, Institutionen und (vor allem) Unternehmen vorstellen koennen. Es dominieren, wie zu erwarten, die Pavilions und Ausstellungen der Golfstaaten. Den groessten Platz nimmt Saudi Arabien ein. Und hier habe ich gerade die absurdeste COP-Erfahrung meines Lebens gemacht: Eine Ingenieurin (!) der saudischen Oelfirma Saudi Aramco kam freundlich und direkt auf mich zu und zog mich sofort zu einem gigantischen SUV-Auto , um es mir als die Loesung der Zukunft zu praesentieren.

Saudi Aramco forsche aktuell daran, wie es gelingen kann, das CO2 aus den Abgasen aufzufangen und im Auto zu speichern (daher sind die dann auch nochmal groesser als die normalen SUVs hier) und es dann an der naechsten Tankstelle wieder abzuliefern. Dort kann es dann entweder wieder zu Benzin verarbeitet werden (an der Technologie forschen sie noch…), durch CCS gespeichert und sogar zur Duengung von genetisch veraenderten Algen (also Produktion von Biomasse) verwendet werden. Genial, oder? Vor lauter Lachen habe ich dann ganz vergessen zu fragen, ob sie denn das Auto auch selber fahren darf…

 

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Diskussion

  1. Na bitte! Geht doch.
    Genau die richtige Lösung für Otto Normalmilliardär! (bzw. Mohammed Normalmilliardär)

  2. Vielleicht noch so viel zum 2-Grad-Ziel:
    wie wahrscheinlich hier bekannt ist, bewirkt die starke Trägheit des Klimasystems (vor allem auch die thermische Trägheit der Ozeane), dass die Temperaturentwicklung um 25…30 Jahre hinter dem hinterherhinkt, was auf Grund der kumulierten Emissionen bis heute zu erwarten wäre.
    Oder anders ausgedrückt: die Emissionen der letzten 25…30 Jahre sind noch in der „Pipeline“ und entfalten ihre temperaturerhöhende Wirkung erst in der Zukunft.
    Oder noch anders gesagt: selbst wenn man schlagartig die Emissionen weltweit um 50% senken würde, würde sich der Temperaturanstieg noch einige Zeit nicht nur fortsetzen, sondern sogar beschleunigen.
    So jedenfalls ist die Erkenntnis der Mehrheit der Klimawissenschaftler nach meinem Informationsstand, wobei dies natürlich nur Schätzungen sind, die von der konkreten Zahl her nicht 100%ig mathematisch abzusichern sind.
    Aber die Tatsache der Trägheit und der Zeitversatz-Effekt der Emissionen auf das globale Temperaturniveau dürfte wohl Konsens sein.
    Die extrem angesteigenden Emissionen insbesondere der letzten 20 Jahre wirken sich also hauptsächlich erst zukünftig aus.

    Weiterhin ist zu konstatieren, dass es sich bei Veränderungen des Klimas um nichtlineare Prozesse handelt, weil es nicht klar abzuschätzende Kipppunkte und Rückkopplungen gibt.
    Wie stark zusätzlich klimaverändernd sich die fortlaufende Veränderung der arktischen Albedo auswirkt, oder das klar dokumentierte Auftauen immer großflächigerer und tieferer Permafrostschichten, oder das angenommene (weil an manchen Stellen beobachtete) verstärkte Auftauen von maritimen Gashydraten, kann niemand seriös quantifizieren oder für die nächsten Jahrzehnte vorraussagen.
    Auch die erstaunliche Zunahme der Abtaudynamik auf Grönland oder in geringerem Umfang in der Westantarktis, die immer wieder von Wissenschaftlern vor Ort beobachtet wird, zeigt die Nichtlinearität der Prozesse.

    Das 2-Grad-Ziel kann ich insofern als Instrument akzeptieren, dass die Menschheit zu einer möglichst schnellen Verhaltensänderung bringen soll und nicht fatalistisch dem Motto folgt „es ist eh zu spät, also können wir auch nichts mehr ändern“. Leider hat auch dieses Instrument eines proklamierten 2-Grad-Ziels bisher nicht wenigstens zu einem Abbremsen der ständigen Emissionssteigerungen geführt.

    Auf Grund der oben genannten Erkenntnisse befürchte ich jedoch, dass wir bereits jetzt für eine klare Verfehlung des 2-Grad-Ziels gesorgt haben und dass die letzte Chance, diese Ziel zu erreichen, aus dem Bauch geschätzt ca. 10 Jahre zurückliegt.
    Ich hoffe trotzdem sehr darauf, einem Irrtum zu erliegen.

  3. Großartig! Hätten wir nicht früher darauf kommen können? Wir haben doch schon die Kuh mit Methan-Aufffangbeutel erfunden. Nun das CCS-Auto. Mensch… mit ein wenig „green growth“ gehts doch. Super!
    #irony

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