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Paperless und Paper Smart

Heute hat das Sicherheitspersonal der UNFCCC aus zwei sehr unterschiedlichen Gründen drei Leuten ihre Konferenzausweise (Badges) weggenommen:

Zwei Aktivisten des Arab Youth Climate Movement hatten ein Banner mit der Aufschrift „Why host, not lead?“ herausgeholt. Damit bezogen sie sich auf das Versagen der Gastgeberregierung Katar, eigene Klimaziele und Finanzen auf den Tisch zu legen und sich weiter hinter Saudi Arabien zu verstecken. Die Aktion war unangemeldet und illegal. Ihnen wurden die Badges weggenommen, was aber gleichzeitig für alle diejenigen, die ihr Visum über die Teilnahme an der Konferenz beantragt haben, den Verlust des Visums bedeutet. Die beiden müssen bis heute Mitternacht das Land verlassen.

Die andere Person ist der bekannte Klimawandelleugner Lord Monckton, der es doch tatsächlich fertiggebracht hat, im Namen von Myanmar das Mikrophon zu ergreifen (oder war es ein Kamel?). Auch er wurde, glücklicherweise, schnell „debadged“ und nach draußen gebracht. Ob sein Visum damit ausläuft, weiß ich leider nicht.

P.S.: Da das Ganze hier eine „paper smart“ Konferenz ist, ist es unerwünscht, jegliche Papiere (z.B. die hilfreichen und wichtigen ECO Newsletter, ein wichtiges Lobbytool der NGOs) in den Gängen auszulegen oder zu verteilen. Und wer kein Smartphone oder Notebook hat, ist sowieso außen vor. Aber immerhin haben wir damit alle zusammen schon über 200 Bäume gerettet – so jedenfalls die Rechnung der Gastgeber, die an allen Bildschirmen laufend aktualisiert wird.

 

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Diskussion

  1. 200 Bäume gespart – immerhin!
    Das kompensiert ja glatt die Flugreiseemissionen von 3 bis 5 Konferenzteilnehmern aus Übersee.

  2. Jetzt sind es schon 248 Bäume, die gerettet wurden!
    Hallelujah! Ein voller Erfolg, dieser Klimagipfel. Das entschädigt für die Feigenblatt-Minimalergebnisse bei diesem Klima-Mikado (wer sich zuerst bewegt, hat verloren).
    Wenn denn diese Minimalergebnisse überhaupt erreicht werden.

    Wirkliche Klimaaktivisten sollten zukünftig diese Wanderzirkus konsequent boykottieren und ihn als das demaskieren, was er wirklich ist: ein miese Theateraufführung, um von der völligen Unwilligkeit zum Umsteuern abzulenken.

  3. Qelle: Spiegel online:

    „Immerhin, Bundesumweltminister Peter Altmaier machte nach den Verhandlungen von Doha „neue Zuversicht“ und „Solidarität zwischen Industrie- und Entwicklungsländern“ aus. Das Treffen sei ein „wichtiger Meilenstein im Hinblick auf einen wirksamen Klimaschutz weltweit“. Greenpeace-Chef Kumi Naidoo beklagte dagegen ein „substantielles Scheitern“. Regierungen, die Doha als Erfolg bejubelten litten unter „kognitiver Dissonanz“.“
    Zitat Ende

    Start frei für ein weiteres flottes Ansteigen der Emissionen. 85% aller Emissionen sind weiter völlig unreguliert und die Aussicht auf eine Einbindung auch dieser Emissionen in den Regulierungsprozess ab 2020 dürfte die bis dahin nicht eingebundenen Länder nicht gerade veranlassen, wenigstens eine gweisse Reduzierung zumindest des Anstiegs zu realisieren.
    Denn je höher ihre Emissions-Ausgangsbasis 2020 ist, desto mehr „Verschmutzungsrechte“ (alleine schon dieses Wort ist entlarvend) werden sie nachfolgend zur Verfügung haben.

    Und selbst die Länder, die der Emissionsregulierung des weiterlaufenden Kyoto-Protokolls unterliegen, zeichen sich teilweise nicht gerade durch Ambitioniertheit bei der Reduzierung ihrer Emissionen aus.

    Siehe Polen, in dem der nächste Stop der Klima-Wanderzirkus stattfinden wird.
    Es ist jetzt schon klar, wie diese polnische Konferenzleitung aussehen wird: aufschiebend und unambitioniert.

    Ich wage die traurige Prognose, dass noch in diesem Jahrzehnt der CO2-Gehalt um jährlich bis zu 3 ppm ansteigen wird.
    30 ppm dann in nur einem Jahrzehnt. Der blanke Wahnsinn!

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