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Christiana Figueres und der International Coal & Climate Summit

20131118_090742Da hat sich die Generalsekretärin der UNFCCC, Christiana Figueres, ganz schönen Ärger eingebrockt, als sie die Einladung angenomenmen hat, auf dem „International Coal & Climate Summit“ zu sprechen, der heute in Warschau parallel zur COp 19 begonnen hat. Was sie tatsächlich gesagt hat (bzw. was zumindest im Srikpt stand), kann man hier nachlesen.

Die Tatsache, dass das polnische Wirtschaftsministerium den Gipfel gemeinsam mit der World Coal Association ausrichtet, hat bereits im Vorfeld für viel Unmut und Wut gesorgt. Für besonderen Zündstoff hat dann in den letzten Tagen die Teilnahme von Figueres gesorgt: Legitimiert sie mit ihrer Teilnahme den Gipfel, egal was sie sagt? Oder ist sie eine Heldin, sich mit mutigen Worten zum Ausstieg aus der Kohle in Höhle der Löwen zu begeben?

Am Ende hat der Druck der Zivilgesellschaft (und Wissenschaft) wohl dafür gesorgt, dass ein paar klare Worte in ihrer Rede gelandet sind (z.B.: Kohle muss im Boden bleiben). Aber gleichzeitig hat sie auch nicht die problematischen Passagen gestrichen (z.B.: Entwicklungsländer brauchen Kohle und CCS ist eine Lösung). Dass sie sich damit letztlich selber widerspricht, macht die Sache auch nicht einfacher.

Angesichts der Dreistigkeit, mit der die polnische Regierung Businesspartnern und Kohlelobbyisten Zugang zu den Verhandlungen gewährt, und der Notwendigkeit, den UN-Prozess vor der fossilen Lobby zu schützen (oder zu befreien?), hätte es Figueres besser wissen und besser machen können. Die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder haben immerhin noch die Chance, sich dagegen zu wehren, dass der Präsident der Klimakonferenz das Warsaw Communiqué der Kohleindustrie in den kommenden Tagen vor dem Plenum der COP präsentiert.

Eine kleinere Gruppe von polnischen und internationalen Antikohleaktivist/innen hat sich heute morgen jedenfalls mit spektakulären und bunten Aktionen vor dem Wirtschaftsministerium platziert und mit lautem kollektiven Husten, einer aufgeblasenen Lunge und vielen guten inhaltlichen Beiträgen auf die Absurdität eines Klima- & Kohlegipfels aufmerksam gemacht.

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