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Kokskohle für die Stahlgewinnung – Wer bringt die Opfer für unseren Lieblings-Werkstoff?

Ein Beitrag von Annette Kraus, Heinrich-Böll-Stiftung, zur aktuellen Studie der Christlichen Initiative Romero (CIR) über den Kokskohlebergbau in Mosambik.

Stahl ist der weltweit am meisten genutzte Werksstoff. Die großen europäischen Stahlunternehmen brauchen zur Gewinnung große Mengen Kokskohle, ein großer Teil davon kommt aus Mosambik, dem weltweit fünftgrößten Exportland. Die Studie DIEBSTAHL, die die Christliche Initiative Romero (CIR) auf Basis des Berichts Broken Promises der dänischen NGO DanWatch heraus gebracht hat, vollzieht nach, wie die großen Bergbauunternehmen mit den Menschen umgehen, die den Minen weichen müssen. Wenn Menschen umgesiedelt werden, finden sie an ihrem neuen Wohnort fast immer deutlich schlechtere Lebensbedingungen vor: Mangelhafte Wasserversorgung, fehlende Infrastruktur und Anbindung an andere Orte, karge Böden – all dies im Widerspruch zu den Versprechungen der Bergbaufirmen, zum geltenden Recht in Mosambik und dem Global Compact. DanWatch zeigt in einer Kurzdokumentation einige der Geschichten.

Auch deutsche Unternehmen beziehen Kokskohle aus den riesigen Minen in Mosambik. CIR befragte beispielsweise ThyssenKrupp (übrigens als Teilnehmer des Global Compact gelistet) auf der Jahreshauptversammlung direkt zu den Vorwürfen – das Unternehmen gab sich unwissend über Menschenrechtsverletzungen und die Nichteinhaltung der Standards.

Schon anderer Stelle haben wir auf die Forderung deutscher NGOs zur Einhaltung von Menschenrechtsstandards entlang der gesamten Lieferkette hingewiesen. Kokskohle wird in der Regel direkt von den stahlverarbeitenden Firmen importiert. Dass –wie die Firmen gern beschwören – Lieferketten und Zusammenhänge zu komplex sind, um die Einhaltung von Standards im Blick zu behalten, wird man hier wohl nicht behaupten können.

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