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Menschenrechtsverletzungen und der kanadische Bergbausektor – Offener Brief an Premier Trudeau

Mehr als 170 lateinamerikanische, europäische und US-amerikanische Organisationen haben gestern einen offenen Brief an Kanadas Premier Trudeau übergeben. Darin mahnen sie die Regierung, kanadische Bergbauunternehmen stärker hinsichtlich der Einhaltung von Menschenrechten zu regulieren.

Hier die Pressemeldung von MISEREOR, das zu den Unterzeichnern des Briefes gehört:

Offener Brief an Kanadas Premier
Menschenrechtsverletzungen: Regierung in Ottawa muss kanadischen Bergbausektor regulieren

 

(Aachen, 25. April 2016) Mehr als 170 Organisationen aus Lateinamerika, Europa und den USA, darunter auch MISEREOR, überreichen heute dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau einen Offenen Brief, in dem sie den Politiker auffordern, kanadische Bergbauunternehmen, die in zahlreichen Ländern der Welt tätig sind, wirksamer zu regulieren. Damit sollen nach Meinung der Unterzeichner weitere Menschenrechtsverletzungen verhindert werden.

Die kanadische Regierung unterstützt demnach ihre Bergbauunternehmen sowohl diplomatisch als auch finanziell in großem Umfang, selbst wenn diese nachweislich in Menschenrechtsverletzungen verwickelt seien. Dies hätten Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen offengelegt. Auch bei Anhörungen vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte seien die Vorwürfe bestätigt worden. In einem umfassenden Bericht, den eine Gruppe von lateinamerikanischen Organisationen mit Unterstützung von MISEREOR erstellt hat, werden die Auswirkungen des kanadischen Bergbaus in Lateinamerika und die Verantwortung der kanadischen Regierung ausführlich dargelegt.

Gravierende Umweltverschmutzung

Die Unterzeichner des Offenen Briefes fordern Kanada auf, bei der Förderung des kanadischen Bergbausektors höchste menschenrechtliche Standards anzulegen und nationale Unternehmen von jeglicher staatlichen Förderung auszuschließen, wenn sie diesen Vorgaben nicht entsprechen. Opfern von Menschenrechtsverletzungen durch kanadische Bergbauunternehmen müsse die Chance eingeräumt werden, die Unternehmen vor kanadischen Gerichten zur Rechenschaft zu ziehen.

„In zahlreichen Ländern Lateinamerikas begehen kanadische Bergbauunternehmen zum Teil schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen. Immer wieder berichten unsere Partnerorganisationen von gravierenden Umweltverschmutzungen, der Errichtung von Minen in ökologisch sensiblen Gebieten oder der fehlenden Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in geplante Bergbauprojekte“, sagte Malte Reshöft, Leiter der Lateinamerika-Abteilung von MISEREOR, am Montag in Aachen.

 

Kanadische Unternehmen müssen Standards umsetzen

 

Die unterzeichnenden Organisationen begrüßen es, dass Premierminister Justin Trudeau sich seit seinem Amtsantritt wiederholt für einen umfassenderen Schutz der Menschenrechte ausgesprochen hat. Sie fordern gleichzeitig, dass es nicht bei schönen Worten bleibt, sondern den Worten konkrete Taten folgen, die die kanadischen Unternehmen zwingen, höchste internationale Menschenrechtsstandards entlang der gesamten Lieferkette umzusetzen.

 

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