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Kurswechsel 1,5 Grad: Wege in eine klimagerechte Zukunft

In Paris wurde im vergangenen Dezember von den Mitgliedern der UN-Klimarahmenkonvention beschlossen, die Erderwärmung auf „deutlich unter“ 2 Grad Celsius, möglichst sogar auf 1,5 Grad bis 2100 zu halten.

Bild: Lynne Stuart
Bild: Lynne Stuart

Am 5. Oktober 2016 hatten mehr als 55 Staaten, die zusammen mehr als 55 Prozent der globalen Treibhausgase ausstoßen, das Abkommen ratifiziert, am 4. November tritt es in Kraft.

Das neue 1,5 Grad-Limit ist eine unmissverständliche Handlungsaufforderung: Ab sofort muss mehr getan werden, um den Ausstoß von Klimagasen zu reduzieren. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts soll die Welt „klimaneutral“ sein.

Bild: Lynne Stuart (inspiriert von Kate Raworths "Doughnut Economics")
Bild: Lynne Stuart (inspiriert von Kate Raworths „Doughnut Economics“)

Mit den bisherigen Selbstverpflichtungen der Staaten kann dieses Ziel jedoch nicht erreicht werden. Die meisten vorgeschlagenen Wege zum 1,5 Grad-Ziel setzen auf den Einsatz von fragwürdigen, riskanten und kostspieligen Technologien. Die Fokussierung auf diese Technofixes lenkt von den notwendigen Schritten ab, die wir schon heute umsetzen können.

 

Mit unserem Heft „Kurswechsel 1,5 Grad. Wege in eine klimagerechte Zukunft“ (das wir gemeinsam mit Misereor und Bund herausgeben) zeigen wir die Alternativen auf, wie wir das 1,5 Grad-Limit einhalten und Klimagerechtigkeit und eine nachhaltige Entwicklung erreichen können.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Kurswechsel 1,5 Grad. Wege in eine klimagerechte Zukunft

A change of course: How to build a fair future in a 1.5° world

 

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Diskussion

  1. Warum weder das 1,5-Grad-Ziel noch das 2-Grad-Ziel realistisch einzuhalten sind, sei an diesem einen Beispiel erläutert:

    http://www.n-tv.de/reise/Fernreisen-und-Kreuzfahrten-boomen-weiter-article18977876.html

    – Jedes Jahr mehr Fernreisen (in einigen asiatischen Ländern im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr wachsend)
    – Jedes Jahr mehr mobilitätserfordernde Infrastrukruren wie riesige Shopping-Malls oder ebenso riesige Erlebnisparks
    – Jedes Jahr wird mehr Stickstoffdünger verwendet, was zu immer höheren Distickstoffmonoxid-Emissionen führt. Lachgas ist eines der potentesten und langlebigsten Klimaspurengase.
    – Eine Urbanisierungswelle, wie sie die Menschheit noch nie erlebt hat. Gegenwärtig entstehen weltweit im Jahr zusätzliche städtische Infrastrukturen für etwa 80 Millionen Menschen, also pro Woche eine Anzahl zusätzlicher Stadtbewohner, die etwa der Einwohnerzahl Münchens entspricht. Und dieses Tempo wird in den nächsten 20 Jahren noch zunehmen. Hier die Prognose der Urbanisierungsentwicklung in Nigeria:
    1990: 28,3 Millionen Stadtbewohner
    2014: 83,8 Millionen
    2050: 295 Millionen
    – Jedes Jahr mehr Zulassungen von Autos mit Verbrennungsmotor, überproportional steigend im Segment über 1,5 Tonnen Gewicht und starker Motorisierung (in China in diesem Segment gegenwärtig Steigerungsraten von fast 40% zum Vorjahr auf schon 800000 Einheiten pro Monat !)
    – Weltweit sind nach meinen Informationen 2500 neue Kohlekraftwerke im Bau oder in Planung, werden also innerhalb der nächsten 12…15 Jahre ans Netz gehen und dann durchschnittlich 45 Jahre im Betrieb sein.

    Zudem mangelt es schon ganz prinzipiell an Ehrlichkeit bei der Erfassung der Emissionen klimarelevanter Gase. So wird immer wieder fälschlicherweise behauptet, Erdgas wäre pro erzeugter Kilowattstunde weniger klimabelastend als Öl oder Kohle. Wenn man alle Emissionen rechnet, also auch die Methanemissionen, die bei der Förderung und dem Transport des Gases in die Atmosphäre entweichen, dann kommt man bei konventionellem Erdgas auf eine Klimabilanz zwischen Stein- und Braunkohle pro Kilowattstunde, bei Shalegas jenseits der Braunkohle.

    Von Rückkopplungseffekten der Erwärmung wie Änderung der arktischen Albedo, der zunehmenden Freisetzungen von Klimagasen aus den auftauenden Permafrostböden und ozeanischen Gashydraten ganz zu schweigen.

    Und wir reden allen Ernstes über ein 1,5-Grad-Ziel, nur weil es gewissensberuhigend in irgendeinem Dokument steht. Geht es realitätsferner? Ich glaube kaum.

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