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ClientEarth warnt BP und Glencore vor Klimaklagen durch Investoren

Die Anwältinnen und Anwälte der Organisation ClientEarth haben an BP und Glencore geschrieben und werfen den fossilen Giganten vor, ihre Investoren mit viel zu optimistischen Vorhersagen zur zukünftigen Nachfrage nach Erdöl und Kohle hinter’s Licht zu führen. Beide Konzerne haben nachweislich Studien veröffentlicht, deren Szenarien für die zukünfige Nachfrage nach fossilen Brennstoffen weit über das hinausgeht, was allgemein von Expertinnen und Experten angenommen wird. Und sie liegen auch weit über den Annahmen, die ihre Konkurrenten veröffentlichen…

ClientEarth warnt die Konzerne nun, dass sie mit Klagen seitens der Investoren zu rechnen haben, wenn diese sich aufgrund dieser falschen Angaben mit finanziellen Einbußen konfrontiert sehen. So bekommt die Debatte um Divestment und „stranded assets“ nochmal eine neue – rechtliche – Dimension.

Konkret sagt ClientEarth über die BP-Projektionen (im Vergleich zu anderen):

„It is not wrong for BP to include its ‘base case’ scenario in its forecasts of future demand but claiming it is the most likely could create a serious headache for the company. BP’s ‘base case’ says demand for oil and other liquids is expected to increase from 95 Mb/d in 2015 to 110 Mb/d in 2035. In contrast, Shell’s CFO Simon Henry has revealed that the company believes oil demand could peak between five and 15 years from now. OPEC has released forecasts which predict oil demand could peak within 15 years. Oil and gas sector experts Wood Mackenzie predict demand could peak well before 2035.“

Und zu Glencore:

„Glencore’s annual report risks future investor action because it relies on assumptions about the future for coal markets that have been challenged by independent expert analysis and does not address significant  market trends that may depress coal demand. This could provide investors with a misleading impression of the business’ future viability. Glencore’s view is contradicted by multiple independent analyses of thermal coal markets, including the latest research from the IEA, which notes that thermal coal demand in China may have peaked. It is also contradicted by other industry participants, including Royal Dutch Shell, and Glencore’s competitor Anglo American.“

Hier sind die Briefe, die an BP und Glencore gingen.

Und hier ClientEarth’s question for the BP AGM.

BPs Antwort an ClientEarth: “BP considers that our disclosures regarding the matters discussed in your letter are appropriate.”

Glencores Antwort: “As stated in our 2016 Annual Report and other publications, we recognise that climate change and related public policy developments are a material global issue which shall impact our business, creating both challenges as well as opportunities for the Glencore Group.”

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Diskussion

  1. Michael Egloff

    Die Menschheit öffnet gerade eine neue Büchse der Pandora:

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/China-bohrt-nach-brennbarem-Eis-article19854804.html

    Maritime Methanhydrate stellen die wohl potenteste irdische Kohlenwasserstoffsenke dar. Bei der Förderung von Gas aus diesen Vorkommen dürften die unkontrollierten Methanemissionen beträchtlich sein.
    Hier ein Zitat aus dem Artikel, das in seiner Realitätsferne atemberaubend ist:

    „Bezogen auf den gleichen Energiegehalt werde bei der Verbrennung von Erdgas jedoch weniger Kohlendioxid freisetzt als bei der Verbrennung von Kohle oder Heizöl, was den Klimazielen zugutekomme.“

    Selbst wenn es bei Förderung und Transport des gewonnenen Erdgases überhaupt keine unerwünschten Emissionen gäbe, würde natürlich nichts irgendwelchen Klimazielen zugutekommen, weil es ja ZUSÄTZLICHE Mengen an Kohlenwasserstoffen sind, die verbrannt werden.
    Ohne dass ich Angaben zu Methanemissionen bei der Gashydratförderung kenne (vermutlich gibt es sie derzeit gar nicht), so scheint mir äußerst wahrscheinlich, dass diese Emissionen prozentual größer sind als bei der konventionellen Gasförderung. Bei der liegen sie schon bei etwa 3…4 %.
    Erdgasgewinnung aus maritimen Hydraten dürfte also in der Gesamtklimabilanz mindestens so schlecht abschneiden wie Braunkohle. Errechnet aus den gesamten CO2- und Methanemissionen. Bei eventuell ausgelösten Rutschungen der zumeist unebenen Meeresgrundtopographie eventuell sogar deutlich schlechter.
    Das Zitat zeigt, wie selbst verhängnisvolle Entwicklungen noch schöngeredet und schöngerechnet werden.

  2. Hallo, ich sehe die Diskussion um Heiöl und Erdgas auch eher als nebensächlich an. Zumal die größte Methanproduktion aktuell in der Massentierhaltung begründet liegt. Unser täglich Fleisch ist der Klimakiller Nr.1.

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