--> -->

World Energy Investment 2017 Report der IEA: Energiehunger der Welt um jeden Preis stillen!

Gestern hat die Internationale Energieagentur IEA ihren World Energy Investment 2017 Report veröffentlicht. Da stehen sehr viele spannende Dinge drin. Ich möchte hier aber nur einen Aspekt herausgreifen und hier kurz aus der Zusammenfassung zitieren:

„A 17% decline in global energy investment since 2014 has not yet raised major concerns about near-term energy supply adequacy, which have been eased by excess capacity in global fossil fuel supply and electricity generation in some markets, as well as cost deflation in many parts of the energy sector. But falling investment points to a risk of market tightness and undercapacity at some point down the line. A drop in upstream oil and gas activity and the recent slowdown in the sanctioning of conventional oil fields to its lowest level in more than 70 years may lead to tighter supply in the near future. Given depletion of existing fields, the pace of investment in conventional fields will need to rise to avoid a supply squeeze, even on optimistic assumptions about technology and the impact of climate policies on oil demand. The energy transition has barely begun in several key sectors, such as transport and industry, which will continue to rely heavily on oil, gas and coal for the foreseeable future.“

Diese Aussagen sind aus verschiedenen Gründen sehr relevant:

  1. Zum einen sagt die IEA damit vorher, dass bereits in naher Zukunft die Nachfrage nach Öl und Gas das Angebot übersteigen wird. Peak Oil für konventionelles Erdöl liegt vermutlich schon hinter uns.
  2. Gleichzeitig sagt die IEA, dass auch die Sektoren, in denen die globale Energiewende bereits begonnen hat (Transportsektor und Industrie) noch in absehbarer Zukunft stark von Öl und Gas abhängig sein werden. An anderer Stelle im Bericht begründet sie das auch mit einem zu langsamen Wachstum der erneuerbaren Energien bzw. sagt, dass zwar Wind und Solar rasant wachsen, aber eben Investitionen in Atomenergie und Staudämme abnehmen (und die zählt die IEA hier leider zur sauberen Energie).

Regierungen, die die IEA berät, und Investoren können aus dem Bericht also sehr gemischte Botschaften herauslesen bzw. sich das herauspicken, was ihnen genehm ist. Denn die IEA sagt: Der Energiehunger der Welt wird weiter zunehmen und wir müssen ihn mit allem decken, was uns zur Verfügung steht. Die Frage, ob es denn vielleicht auch denkbar wäre, dass wir in Zukunft weniger Energie brauchen, kommt in dieser Logik gar nicht erst vor.

Dieser Artikel wurde unter Allgemein abgelegt.

Kommentieren