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Nebelkerzen und Rauchmauern: Wie Öl- und Gasunternehmen den Klimawandel verschleierten

Sie kennen seit mehr als einem halben Jahrhundert die Klimarisiken der Förderung und Verbrennung fossiler Brennstoffe. Trotzdem haben die größten Öl- und Gaskonzerne einfach weiter gemacht. Nicht an Technologien gearbeitet, die diese Gefahren gemindert hätten. Nicht die Konsumenten oder Investoren gewarnt. Statt dessen haben sie viel Mühe dafür aufgebracht, das öffentliche Vertrauen in  Klimawissenschaft zu erschüttern und Maßnahmen zum Klimaschutz zu verhindern. Das zeigen die Anwält/innen und Politikexpert/innen des Centre for Environmental Law (CIEL) in ihrer neuesten Studie: Smoke and Fumes. The Legal and Evidentiary Basis for holding Big Oil Accountable for the Climate Crisis.

Große Unternehmen wie beispielsweise der Vorgänger von Exxon Oil  kannten die Risiken seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts:

Company documents, scientific studies, and other evidence show that fossil fuel companies, espe­cially petroleum companies, knew about the dangers of climate change — and their products’ role in ex­acerbating it — much earlier than previously understood.

Und sie haben sich an der Irreführung der Öffentlichkeit über Klimawissenschaften beteiligt:

This docu­mentary evidence also reveals that major carbon producers repeatedly misled the public about climate sci­ence in an effort to stymie regulation and the development of alternative technologies.

Auch deutsche Medien haben das Thema aufgegriffen, der Deutschlandfunk hat ein spannendes Feature dazu gesendet, in der ARD wurde eine Ausgabe der Sendung „die story“ dem Gegenstand gewidmet.

Interessant und entscheidend sind diese Nachweise, weil sowohl im Strafrecht als auch im Menschenrecht die Vorhersehbarkeit und die Vermeidbarkeit von Schäden entscheidend ist, wenn rechtliche Verantwortlichkeit beurteilt wird. Beides können die Unternehmen nun nicht mehr abstreiten. Unter dem Oberbegriff „Climate Litigation“ wurden in letzter Zeit zahlreiche Klagen eingereicht, das UN-Umweltprogramm UNEP hat hierzu einen schönen Überblick heraus gebracht.

Ausreden gibt es also keine mehr.

 

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