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Das Fleisch und der Klimawandel

Im Jahr 2016 emittierten die 20 größten Fleisch- und Milchkonzerne mehr Treibhausgase als Deutschland. Wären diese Unternehmen ein Land, wären sie der siebtgrößte Emittent weltweit! Die Industrie entzieht sich ihrer Klimaverantwortung erfolgreich mit dem Argument, dass eine Ausweitung der Produktion zur Sicherung der Lebensmittelversorgung notwendig ist. Der enorme politische Einfluss, den die Branche weltweit hat, fördert weiterhin eine produktionssteigernde industrielle Landwirtschaft , die weder auf die Umwelt noch das Klima Rücksicht nimmt. In ihrem Artikel Die Fleischseite des Klimawandels schildert Shefali Sharma (IATP), warum eine Eindämmung der Emissionen durch die Fleisch- und Milchindustrie dringend nötig ist und wie die ersten Schritte aussehen könnten. Das gemeinsam von IATP, GRAIN und der Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlichte Fact Sheet zur überdimensionalen Klimabilanz der Fleisch- und Milchgiganten präsentiert die Zahlen und Fakten in Infografiken.

 

 

 

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Diskussion

  1. Danke für die vielen guten Beiträge auch in diesem Jahr. Gut finde ich, dass über das sehr wichtige Klimathema hinaus auch immer wieder das Thema Ressourcenverschwendung angesprochen wird. Beide Themenkomplexe gehören untrennbar zusammen. Ebenso wie das Thema nicht gasförmiger Emissionen, die zwar nicht direkt klimarelevant sind, aber ebenfalls regional teils sehr schädigend auf die Umwelt und damit die Menschen wirken (in den Ozeanen sogar global).
    Gerade beim hier thematisierten Problem des immer höheren Fleischverbrauchs sind die Folgewirkungen über den Klimaaspekt hinaus immens:
    – immer mehr Anbaufläche für die Futterproduktion,
    – damit verbunden immer höherer Verbrauch an Landschaft (Zurückdrängung natürlicher Lebensräume inkl. Biodervisität), immer größerer Mengeneintrag an Phosphaten, Stickstoff, Schwermetallen durch die mineralischen Posphatdünger usw.
    – zunehmendes Problem der Bodenerosion, Versalzung und Degradation,
    – immer höherer Wasserverbrauch und der immer höhere Export von „virtuellem Wasser“ aus Wasserdefizitregionen.
    – Art der Aufzucht und des Transports von Tieren, die jeder Ethik und zivilisatorischen Standards Hohn sprechen.
    Und nicht zu vergessen: die gesundheitlichen Schäden, die durch fleischreiche Überernährung verursacht werden, verbunden mit der Konsequenz einer zukünftig vermutlich wieder ansteigenden Unterernährung auf der anderen Seite (Gerechtigkeitsfrage).
    Bei der Beschreibung des heutigen, immer mehr um sich greifenden Lebens- und Ernährungsstils, mittlerweile selbst in Ländern mit bis vor Kurzem traditionell vegetarischer Ernährung, sollten wir das Wort „Nachhaltigkeit“ aus unserem Wortschatz streichen. Vermutlich ist es das am meisten missbrauchte Wort der heutigen Zeit.

    Allen Autoren und Mitlesern wünsche ich ein gesundes (auch weil fleischreduziertes) Jahr 2018.

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