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Deutsche NGOs fordern Verbot von Meeresdüngung (inkl. von Experimenten) und lehnen jegliche Form von Geoengineering ab

Bezüglich der Regelungsentwürfe zur Ratifizierung und Umsetzung des London-Protokolls im Hinblick auf das Marine Geo-Engineering haben das Forum Umwelt und Entwicklung, BUND und NABU eine gemeinsame Stellungnahme abgegeben. Darin sprechen sie sich gegen jegliche Form des Geo-Engineerings aus.

Die Stellungnahme findet sich hier zum Download.

Hier ein paar Highlights:

„Wir sprechen uns gegen jegliche Form des Geo-Engineerings aus. Die langfristigen, mittelbaren und unmittelbaren Folgen und die Tragweite einer bewussten Veränderung der Erdsysteme sind unkontrollierbar, da das wissenschaftliche Verständnis der Funktion des planetaren Ökosystems als Ganzes sowie seiner Subsysteme unzureichend ist. Eine Manipulation der Erdsysteme durch derart massive Eingriffe ist unverantwortlich. Auch die rechtlichen Grundlagen inkl. der Haftung im Schadensfall bleiben insbesondere aufgrund der grenzüberschreitenden Auswirkungen unklar. Wir fassen dabei explizit unter Geo-Engineering auch das Konzept der „negativen Emissionen“ bspw. im Rahmen von Bioenergy with Carbon Capture and Storage (BECCS).

Wir halten Geo-Engineering insbesondere im Angesicht der wachsenden weltweiten Umweltprobleme für den völlig falschen Weg, bei welchem weitere Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen oder gar größere Katastrophen nicht auszuschließen sind. Das Meer kann nicht die Probleme lösen, welche die Menschheit mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt. Um ein gerechtes, gesundes und umweltfreundliches Leben auf dem Planeten über Generationen hinweg zu gewährleisten, brauchen wir nicht noch mehr, sondern weniger Eingriffe in die Öko- und Erdsysteme (wie die Ozeane, die Atmosphäre, den Kohlenstoffkreislauf oder den Wasserkreislauf).

Stattdessen brauchen wir weitreichende Änderungen unserer nicht nachhaltigen Wirtschaftsweise, also eine mutige Politik hin zu einem schnellstmöglichen und konsequenten Kohleausstieg, eine schnelle Energie- und Verkehrswende und eine effektive Kreislaufwirtschaft. Ziel einer konsequenten Umweltpolitik muss es sein, die durch den Menschen verursachte Treibhausgasemissionen und Schäden an Natur und Umwelt zu vermindern und nicht durch möglicherweise folgenschwere Eingriffe des Geo-Engineerings zu versuchen, diese zu kompensieren.“

Und dann bezogen auf die Ratifizierung:

„Den in der Änderung beinhalteten Erlaubnisvorbehalt für Meeresdüngung in der Ergänzung des London-Protokolls zu Forschungszwecken halten wir jedoch für hochproblematisch. Es besteht die Gefahr, dass langfristig die kommerzielle Durchführung von Geo-Engineering doch legalisiert werden könnte. Wir fordern die Bundesregierung aus diesem Grund auf, sich durch eine entsprechende Anpassung der nationalen Gesetzgebung gegen Forschungsvorhaben und zukünftige Forschungsförderprogramme im Bereich Geo-Engineering auszusprechen und dies auch international zu vertreten.“

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