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Gen-Kleidung: Wie die Synthetische Biologie den Textilsektor erobern will

Vielen Verbraucher/innen ist nicht bewusst, dass ein Großteil der Klamotten, die wir tragen, entweder aus gentechnisch veränderter Baumwolle und / oder aus Plastik (und damit letztlich aus Erdöl oder Erdgas) besteht. Eine gehörige Menge Chemikalien kommt natürlich auch noch dazu. Und am Ende entsteht viel Müll und Mikroplastik.

Ein neuer Bericht (Genetically-engineered Clothes) von ETC Group und Fibershed zeigt jedoch: HighTech im Textilsektor geht inzwischen noch viel weiter:

“Genetically Engineered Clothes: Synthetic Biology’s New Spin on Fast Fashion” details how proposed use of “biosynthetic” fabrics by progressive-minded companies like Patagonia could be a false solution to the environmental and social problem of „fast fashion,“ causing further damage to ecosystems and livelihoods around the world by disrupting supply chains and displacing genuinely natural fiber production.

Eine bekannte Firma wie Patagonia (die sich ja noch als umweltfreundlich, gentechnikfeindlich und progressiv geben) forscht an Seidenersatz (Bolt Thread), der von gentechnisch veränderten Bakterien im Tank erzeugt wird. Und DuPont verkauft schon seit Jahren einen synthetischen Kunststoff namens Sorona als „natürlich“ und „öko“. Auch Synbio-Leder ist im Gespräch.

Zu Deutschen Firmen stellt der Bericht fest:

Germany’s AMSilk sells its “Biosteel” fibres as coatings for medical implants – arguably not as flashy as the proof-of-concept “Futurecraft Biofabric” shoes the company unveiled in late 2016 with corporate partner Adidas.

Doch nicht nur die Synthetische Biologie erhält Einzug in den Textilsektor. Elektronische HighTech, Nanotechnologie und moderne Biotechnologien sollen unsere Kleidung in Zukunft noch funktionsfähiger machen – letzlich ergeben sich daraus aber zahlreiche neue Fragen und Risiken: Welche Auswirkungen gibt es für die Umwelt und menschliche Gesundheit? Wie entsorgen wir Kleider, wenn sie Elektroschrott beinhalten und ein Biosicherheitsrisiko darstellen?

Plastikverschmutzung durch Textilien ist ein reales Problem, für das es dringend Lösungen braucht. Aber diese liegen nicht in einem Mehr an Technologien und HighTech-Materialien, sondern in einem weniger an Konsum und regionalen, nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen, die auf lokal verfügbare Rohstoffe setzen!

 

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