Mit diesem Titel spiele ich nicht auf ein m.E. sehr gelungenes TAZ-Cover an, sondern auf den Bericht des Guardian über ein (mal wieder!) der Zeitung zugespieltes internes Schreiben. Diesmal von Yvo de Boer, den wir als Chef des UN-Klimasekretariats kennen. Seine Nachfolgerin Christiana Figueres steht schon bereit, den Job zu übernehmen, nachdem Yvo hingeschmissen hat. Jetzt traut sich einer der wichtigsten (und meistgeschätzten) Diplomat_innen der Welt zu sprechen, könnte man meinen. Aber wie gesagt, das Dokument ist ja älter und dem Guardian nur zufällig während der stockend-lahmen Verhandlungsrunde in Bonn in die Hände gefallen.
Die beiden Hauptgründe für ein Scheitern in Kopenhagen sind demnach die unterirdische Leistung unserer Lego-herstellenden Nachbarn aus dem Norden sowie der Konferenztourismus im Dezember bzw. die Staatschefproliferation im Bella Center, die selbiges für 3 Tage in eine militärgeschützte No-Go-Area verwandelte. Doch ist das alles?
Recently there are various versions / interpretations of India’s role in ongoing/upcoming Climate Change negotiations and most of Civil Societies have been trying to get out an endorsement on below 2 degree C temperature goal from India. So far India has not officially endorsed the EU position on stabilising the global temperature rise below 2 degree and its endorsements during US led Major Economies Forum has been seen as success by International community.
This also reflects that India is keen to play an active role in addressing the global problem on climate change as long as its conditions of deeper cuts by developed countries; financial and technological resources are met. These pre-conditions will open response from Indian Government and will help civil societies to continue its pressure on government to respond. (weiterlesen…)
Der G8 Gipfel in L’Aquila hat gerade erst begonnen, aber es zeichnet sich schon ab, dass am Ende nicht viel herauskommen wird. Klima steht groß auf der Agenda, natürlich neben der Wirtschaftskrise und den Finanzmärkten. Viele Beobachter aus der Klimaszene hatten in den letzten Monaten gehofft, dass der G8-Gipfel den mühsamen Verhandlungen auf UN-Ebene einen kräftigen Schub verleihen könnten, damit in Kopenhagen im Dezember ein ambitioniertes Abkommen möglich wird. Ich denke mal, die sind jetzt alle enttäuscht.
Das einzige, was der Gipfel mit Blick auf Klima im Entwurf der Abschlusserklärung positiv verbuchen kann, ist die Anerkennung, dass 2-Grad als gefährliche Schwelle der globalen Erwärmung vermieden werden sollte. Weder die USA, noch Kanada, Australien oder Japan hatten im Gegensatz zu den EU-Ländern diese Zielmarke bisher anerkannt. An ihr können in Zukunft alle Regierungen in ihren Taten gemessen werden. Und dennoch ist das bloße Rhetorik.
Denn auf konkrete Reduktionsziele oder gar politische Maßnahmen, wie das 2 Grad-Ziel eingehalten werden könnte, hat sich die G8 nicht verständigt. (weiterlesen…)
Die Homepage des WWF überrascht mit einer vertrauten Grafik: Als wäre es das Bekanntheitsgrad-Ranking im SPIEGEL, sind die Köpfe von Staats- und Regierungschefs auf Säulen zu sehen, deren Höhe eine Prozentanzahl angibt. Worum geht es?
Die Grafik von der WWF-Homepage. Angela Merkel führt - Tendenz wirklich steigend?
Eine Ecofys-Studie im Auftrag der Allianz und des WWFs hat die G8-Staaten sowie die G5, die großen Schwellenländer des Globalen Südens (Brasilien, China, Indien, Mexico und Südafrika) auf ihr Klimaverhalten untersucht. Anhand von Indikatoren, wie “Rolle in den Verhandlungen” oder “Entfernung zum Kyoto-Ziel” aber auch “Energieeffizienz der Industrie”, gab es für die G8-Länder eine Einstufung in drei Kategorien, passend mit einer Ampelfarbe signalisiert. Die G5 haben lediglich eine allgemeine Einschätzung bekommen. (weiterlesen…)
Bild: Athabasca Tar Sands - Panoramic Overview von SkyTruth (Creative Commons Lizenz: http://creativecommons.org)
Bilder von den verheerenden Folgen der Teersandausbeutung in Kanada sind weltbekannt. Was die wenigstens wissen: Explorationen zur Ausbeutung von Teersanden (übrigens von den Ölfirmen auch gerne verniedlichend “Ölsande” genannt) auf dem afrikanischen Kontinent laufen auch Hochtouren. Beispiel ist die Republik Kongo: Ein kleines Land in Zentralafrika mit einem der korruptesten Diktatoren Afrikas hat mit der ebenfalls für ihre intransparenten Praktiken bekannten italienischen Ölfirma Eni einen umfassenden Energiedeal abgeschlossen, bei dem es u.a. um die Teersande im Land geht. Außerdem sollen in einem gigantischen Gebiet, das aus Subsistenzlandwirtschaftsflächen und Tropenwald besteht, Palmölplantagen zur Produktion von Biodiesel angelegt werden.
Die Nachricht ist vor allem für die italienische Regierung brisant, die mit 30 % Anteil Großaktionär bei Eni ist und in diesem Jahr die Präsidentschaft der G8 inne hat. (weiterlesen…)
Es ist schon bezeichnend, wenn sich einige der mächtigsten Staaten der Welt treffen und über das globale Klima verhandeln und es eigentlich nichts zu berichten gibt: Letzte Woche trafen sich im sizilianischen Syracuse die Umweltminister der G8-Staaten, um den G8-Gipfel im Juli vorzubereiten.
Klimawandel stand zwar angeblich als Topthema ganz oben auf der Agenda. Aber nicht umsonst munkelten die italienischen NGOs bereits im Vorfeld, dass das Thema Biodiversität vor allem deswegen so prominent auf die Tagesordnung gesetzt wurde, um das Klimathema klein zu halten. Im Bereich Biodiversität gibt es dann auch immerhin ein relatives konkretes Ergebnis, die Charta von Syracuse. Beim Klima: gähnende Leere bzw. Wiederholung leerer Formeln. (weiterlesen…)
Vielleicht ist es mit den Klimaverhandlungen ein wenig wie mit dem Wetter draußen: die sonnige Stimmung verspricht mehr, als die Substanz hergibt. Draußen erfreuen die ungewohnt hohen Temperaturen und der blaue Himmel und täuschen die wintermüden Menschen leicht darüber hinweg, dass noch fast alle Bäume kahl und der letzte Nachtfrost noch nicht ausgestanden ist.
Im Konferenzzentrum des Bonner Maritims ist die Stimmung wesentlich besser als während der frustrierenden winterlichen Klimagipfeltage im polnischen Poznan vor vier Monaten – dabei gibt es dafür eigentlich keinen Grund.
Die Verhandlungen sind nach wie vor festgefahren, die Klimadiplomatie steckt in der Klemme. Bis zum Kopenhagen Gipfel im Dezember 2009 bleiben lediglich acht Monate und in den Schlüsselfragen eines zukünftigen Klimaabkommens ist kein substantieller Fortschritt erkennbar. Die winzigen Schritte, die mal vor und mal zurückweisen, genügen bei Weitem nicht, die Welt auf einen neuen Entwicklungspfad zu setzen.
Die beiden Akteure, auf die trotz zahlreicher Enttäuschungen in Poznan viele noch die meiste Hoffnung gesetzt haben, um die Verhandlungsdynamik zu beleben, haben maßgeblich versagt. (weiterlesen…)
Kurz vor dem G20 Gipfel in London am 2. April hat das PIK (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) eine Studie präsentiert, die vom deutschen Außenministerium in Auftrag gegeben worden war. Formuliert werden konkrete Empfehlungen an die G20, wie sie die global aufgelegten Konjunkturpakete auch im Sinne einer CO2-armen Entwicklung gestalten könnten.
Dass dies notwendig ist und wie wenig grün die bisherigen Stimulus Packages global sind, zeigt eine aktuelle Studie von E3G. Hier zeigt der Autor, Nick Mabey, beunruhigende Fakten: Direkte Ausgaben für Energieeffizienz, Co2-arme Energien und Transport sowie Forschung und Entwicklung neuer Technologien betragen global nur etwa 8 % der veranschlagten Mittel zur Ankurbelung der Wirtschaft. (weiterlesen…)
Erinnern Sie sich an MEM? MEM, das steht für “Major Economies Meetings on Energy Security and Climate Change“. George W. Bush hatte sie 2007 initiiert, als er im Zuge des G8-Gipfels in Heiligendamm mit seiner ablehnenden Haltung zu den Klimaverhandlungen ziemlich unter Druck stand. Viele Beobachter sahen es als einen Versuch an, mit einem von den USA kontrollierten Prozess selbst die Initiative zu ergreifen und die UN Verhandlungen zu marginalisieren. Dies ist gescheitert an der gemeinsamen Haltung von EU und Entwicklungsländern (G77), die auf den UNFCCC-Verhandlungen als dem zentralen Forum für den globalen Klimaprozess bestanden. (weiterlesen…)
Nach einer eher düsteren Bilanz des Jahres 2008 steht nun ein Blick nach vorne an: Was bringt 2009 in der internationalen Klimapolitik?
Das wichtigste Datum ist Kopenhagen/der G8-Gipfel gleich der 20. Januar. Dann übergibt the man who has doomed the planet/the worst President in American history sein Amt an die bestpräparierte Mannschaft seit langem. Doch bleibt offen, ob das Obama-Team erst einmal das “heimische Terrain” bespielen wird, sich durch ambitionierte Gesetzesvorhaben zuhause die Grundlage schaffen will, um dann einen internationalen Vertrag mit der Gewissheit unterschreiben zu können, dass man die Bestimmungen auch umsetzen können wird. Und auch intern zeichnen sich in der Obama-Administration Spannungen zwischen klimapolitischen Antreibern und Bremsern ab. Insofern steht über ihrer Führungskraft im internationalen Prozess noch ein grosses Fragezeichen.
Die EU ist dagegen wahrscheinlich durch Wahlkämpfe stark gehandicapt. Wahlen zum neuen EU-Parlament, eine neue EU Kommission, und Wahlen in Deutschland beschäftigen die Politik weitgehend. Da wird die Arbeitsebene den Karren über weite Strecken ohne die politische Führung ziehen müssen. Doch sie kann nur innerhalb politischer Vorgaben verhandeln. (weiterlesen…)
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