25. August 2010,
von Georg Koessler,
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Kürzlich war ich in York (UK) auf dem jährlichen Treffen des World-Carfree-Networks. Neben vielen Leuten aus Verkehr- und Stadtplanung sowie Aktivist_innen traf ich dort auch einen Vertreter der Bremer Stadtverwaltung. Dieser berichtete interessant über ein Konzept, welches eigentlich sehr nahe liegt: das öffentliche Auto.
Vielen ist das eher als “car-sharing” bekannt, doch leider mitsamt den negativen Implikationen: “Mein Auto soll ich teilen? Dann wird es vielleicht dreckig, ich kann nicht meine Musik hören, mein Tempo fahren und bin irgendwie nicht mehr Herr in meinem Wagen!” Teilen liegt halt nicht allen. Oder? Während beim car-sharing eine Person andere ganz solidarisch mitnimmt, ist das Prinzip des öffentlichen Auto anders. Dieses funktioniert wie das System der öffentlichen Fahrräder (bei uns von der Bahn gestellt), welche keiner Person gehören und jeder sich eines nur dann nimmt, wenn er/sie es braucht.

- Car-Sharing in San Francisco (Bild: felixkramer, unter der Creative Commons Lizens bei flickr)
Bremen will (weiterlesen…)
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9. August 2010,
von Lili Fuhr,
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Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Autos treiben allein durch den von ihnen erzeugten Fahrtwind Windräder am Straßenrand an und erzeugen damit sauberen Strom. Ein solches Konzept hat nach einem Bericht der Berliner Morgenzeitung und vom Tagespiegel (aufgegriffen von Wir Klimaretter) der Förder- und Trägerverein Energiekompetenzzentrum Berlin-Nordost für den Bezirk Lichtenberg vorgelegt.
Die Idee: Auf dem grünen Mittelstreifen und zu beiden Seiten der Landsberger Allee sollen auf ca. 600 Meter zwischen Allee-Center und Rhinstraße zehn bis 15 Meter hohe Windkrafträder installiert werden. Angetrieben werden sollen die Windräder allein durch den Fahrtwind der etwa 68.000 Autos, die täglich die Landsberger Allee passieren. Das Ganze wiederum ist Teil eines geplanten Energie-Anwender-Parks im Bezirk Lichtenberg, für den außerdem z.B. ein Energiekompetenzzentrum, eine umweltfreundliche Ikea-Filiale (‘Energiesparmöbelhaus’), ein Solarpark, eine CO2-neutrale Tankstelle und ein Musterenergiesparreihenhaus geplant sind.
Fahrtwindenergie – wollen wir das wirklich? (weiterlesen…)
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3. Juli 2010,
von Tilman Santarius,
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Mike Berners-Lee hat hat eine Berechnung aufgemacht, wie viel CO2 Emissionen durchs Radfahren entstehen (siehe Kolummne im Guardian ). Das hänge, so sein Ansatz, von der vorherigen Mahlzeit ab. Für eine britische “mile” Radfahren fallen laut Berners-Lee an:
65g CO2-Äquivalente, wenn Bananen gespeist wurden
90g CO2-Äquivalente nach Müsli & Milch
200g CO2-Äquivalente, wenn man english breakfast mit Bacon and Eggs verzehrt
2800g CO2-Äquivalente nach Spargel, der per Flugzeug eingeflogen worden ist. (weiterlesen…)
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23. April 2010,
von Tilman Santarius,
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GASTBEITRAG VON THOMAS FATHEUER, hbs BRASILIEN, DER VOR ORT DABEI IST:
Am Anfang schien schon alles verdorben: als Evo Morales in seiner Eröffnungsrede transgene Nahrung und Industriehühner für Glatzen im Norden und zuviele weibliche Hormone bei Männern verantwortlich machte, waren die Überschriften in der internationalen Presse geschrieben. Auch hier in Cochabamba galt: we are not amused. Dennoch wollten sich die über 30 000 Teilnehmer_innen nicht an einer Äusserung von Evo Morales messen lasssen. Ja, Cochabamba war viel mehr als einige skurile Äußerungen des Präsidenten.
Alle Latinos, mit denen ich in diesen Tagen gesprochen habe, sind mit der Konferenz zufrieden. Bei allen Widersprüchen sehen sie hier ein Signal aus dem Süden: wir können so nicht weitermachen, der Süden will mehr als eine Handvoll (und auch nur versprochener) Dollar und leere Versprechungen des Nordens. Auch in der aktiven Rolle Boliviens und Evo Morales sehen sie weniger ein Problem als ein Chance. (weiterlesen…)
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22. April 2010,
von Tilman Santarius,
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GASTBEITRAG VON INGRID SPILLER, hbs MEXICO, DIE VOR ORT IN COCHABAMBA IST:
Ein bisschen Kopenhagen Feeling, ein bißchen Weltsozialforum Feeling – so fühlt sich der erste Tag auf dem Klimagipfel in Cochabamba an, zu dem Boliviens Präsident Evo Morales eingeladen hat. Immerhin sind etwa 30 000 Teilnehmer_innen gekommen, weit mehr als erwartet. Nur die Präsidenten und Staatsoberhäupter machen sich rar, noch ist unklar, ob überhaupt einer kommen wird. Offiziell wird noch mit Venezuelas Präsident Hugo Chavez, Nicaraguas Präsident Daniel Ortega und Luba aus Paraguay gerechnet. (weiterlesen…)
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14. April 2010,
von Arne Jungjohann,
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US-Präsident Barack Obama hat jüngst mit seinem Vorstoss überrascht, Gebiete entlang der US-Küsten für umstrittene Öl- und Gasbohrungen zu öffnen. Umweltschuetzer sind verärgert, von einer Kehrtwende sprechen die meisten Beobachter, war man eine solche Politik doch bislang nur von Obamas Vorgänger George W. Bush gewöhnt. Schließlich war es Obama selbst im Wahlkampf 2008, der die Rufe der Republikaner nach „drill, Baby drill!“ abgelehnt hat (z.B. hier).
Da gibt es nicht zu beschönigen, das Signal der Ankündigung ist fatal. (weiterlesen…)
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9. Februar 2010,
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*Lifestyle of low carbon and sustainability
Es ist nicht zu leugnen: Trotz Kopenhagen-Desaster und Verhandlungsmüdigkeit hat die große ökologische Wende längst begonnen. Sichtbar wird sie an ganz unterschiedlichen Stellen, z.B. auch an neuen Geschäftsmodellen, die aus der Klimakrise erwachsen. Zwei ganz unterschiedliche Beispiele:
Ganz legal: In Großbritannien hat der Konzern Tesco seinen ersten “zero carbon”-Supermarkt eröffnet und will bis 2050 ein CO2-neutrales Unternehmen werden. Die Filiale in Ramsey, Cambridgeshire, ist ganz aus Holz gebaut, wird mit Sonnenlicht erleuchtet, mit Bioenergie beheizt, und die Toilettenspülung funktioniert mit Regenwasser. Zusätzlich hat das Unternehmen Emissionen durch Investitionen in saubere Technologien “kompensiert”.
Unabhängig von der Frage, ob man überhaupt von CO2-Neutralität sprechen sollte, und abgesehen von den ganzen Problemen, die mit dem Konzept der Kompensation von Treibhausgasemissionen einhergehen, ist doch eindeutig, dass es hier um einen Lebensstilwandel geht, der als schicker Lifestyle getarnt auch neue Märkte öffnen soll. Sind wir alle statt Lohas nun Lolcs (“Lifestyle of low carbon and sustainability”)?
Illegal: Anfang Februar wurden im Rahmen einer sog. Phishing-Attacke Emissionszertifikate im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen und im Ausland weiterverkauft. (weiterlesen…)
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15. Dezember 2009,
von Lili Fuhr,
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Was kann ich aus der Ferne für einen Erfolg des Klimagipfels in Kopenhagen tun, frage ich mich, während ich mich mit meinen zwei kleinen Kindern durch das vorweihnachtliche Chaos im Biosupermarkt dränge.
Und da sehe ich sie, die Lösung. Sie sitzt direkt vor mir im Kühlregal: Superwurst!
Also, wenn es die Staats- und Regierungschefs in den nächsten Tagen nicht schaffen sollten, dann sagt Bescheid. Wir schneiden die Wurst sicherheitshalber nicht vor dem Wochenende an, man weiß ja nie…
Posted in Lebensstile Tags: Superwurst
15. November 2009,
von Georg Koessler,
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Die angekündigte CO2-Neutralität Schwedens existiert derzeit nur auf dem Papier. Doch kleine Schritte gehen in die richtige Richtung. Von nun an werden viele Nahrungmittel in Schweden gemäß ihrer Klimafreundlichkeit gekennzeichnet. Dadurch können die Konsument_innen sehen, wie viel Kohlenstoffdioxid bei der Produktion der von ihnen gekauften Lebensmittel verursacht wird. (weiterlesen…)
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14. August 2009,
von Björn Ecklundt,
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“An economic crisis is a period when you should step back and think: is this a moment to make some fundamental changes?”,
so Gerard Kleistelee, Vorstand von Philips, in einem Artikel der Financial Times. Als fundamentalen Wandel bezeichnet er, dass das Unternehmen seine Zulieferer zunehmend in der – global gesehen – näheren Umgebung sucht. Philips und andere Unternehmen beginnen ihre Zulieferketten umzustellen, weil die Energiepreise in naher Zukunft deutlich steigen werden und staatliche Regulierungsmaßnahmen gegen den Klimawandel die Produktionsbedingungen weltweit verändern könnten. Es lohnt sich dann nicht mehr, die Bauteile aus allen Winkeln der Erde herbeizuholen.
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