Verkehr « Klima der Gerechtigkeit

Fahrtwindenergie – können Autos Klima schützen helfen?

9. August 2010, von Lili Fuhr, Comments (8)

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Autos treiben allein durch den von ihnen erzeugten Fahrtwind Windräder am Straßenrand an und erzeugen damit sauberen Strom. Ein solches Konzept hat nach einem Bericht der Berliner Morgenzeitung und vom Tagespiegel (aufgegriffen von Wir Klimaretter) der Förder- und Trägerverein Energiekompetenzzentrum Berlin-Nordost für den Bezirk Lichtenberg vorgelegt.

Die Idee: Auf dem grünen Mittelstreifen und zu beiden Seiten der Landsberger Allee sollen auf ca. 600 Meter zwischen Allee-Center und Rhinstraße zehn bis 15 Meter hohe Windkrafträder installiert werden. Angetrieben werden sollen die Windräder allein durch den Fahrtwind der etwa 68.000 Autos, die täglich die Landsberger Allee passieren. Das Ganze wiederum ist Teil eines geplanten Energie-Anwender-Parks im Bezirk Lichtenberg, für den außerdem z.B. ein Energiekompetenzzentrum, eine umweltfreundliche Ikea-Filiale (‘Energiesparmöbelhaus’), ein Solarpark, eine CO2-neutrale Tankstelle und  ein Musterenergiesparreihenhaus geplant sind.

Fahrtwindenergie – wollen wir das wirklich? (weiterlesen…)

Tritt einen Schritt zurück und denke!

14. August 2009, von Björn Ecklundt, Kommentare (0)


“An economic crisis is a period when you should step back and think: is this a moment to make some fundamental changes?”,

so Gerard Kleistelee, Vorstand von Philips, in einem Artikel der Financial Times. Als fundamentalen Wandel bezeichnet er, dass das Unternehmen seine Zulieferer zunehmend in der – global gesehen – näheren Umgebung sucht. Philips und andere Unternehmen beginnen ihre Zulieferketten umzustellen, weil die Energiepreise in naher Zukunft deutlich steigen werden und staatliche Regulierungsmaßnahmen gegen den Klimawandel die Produktionsbedingungen weltweit verändern könnten. Es lohnt sich dann nicht mehr, die Bauteile aus allen Winkeln der Erde herbeizuholen.

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Riesiger Strahlemann

21. Juli 2009, von Björn Ecklundt, Comments (2)

StrahlemannNeulich in der Mittagspause stolperte ich auf dem Bürgersteig über einen Elektroinstallateursmeister. Er installierte gerade einen blau-grauen Pfosten am Straßenrand. Auf meine Frage erklärte er mir, das sei eine Ladestation für Elektroautos. ‘Aha, Elektroautos’, dachte ich, ‘das geht voran.’ Dann fiel mir das Logo auf dem Pfosten auf: RWE. Die Worte Braunkohle, Neurath und Atomkraft schossen mir durch den Kopf. Klar, woher der Strom für die Elektroautos kommen würde. Aber die Idee an sich fand ich toll. ‘Man könnte ja’ dachte ich, ‘100.000 freundlichen Berlinern Solarzellen für ihre Autodächer spendieren (weiterlesen…)

Autos: Aus Liebe zur Natur

19. April 2009, Comments (3)

Die grüne Masche im Marketing treibt immer neue Blüten. Dank Abwrackprämie nun sogar mit quasi amtlichem Segen.
Neulich bin ich bei einem Autohändler vorbeigekommen, der seine Benzinschleudern wie folgt bewirbt:

Auto aus Liebe zur Natur

Umweltfreundliche Autos. Natürlich von Koch. Aus Liebe zur Natur.

Ob der die Natur gefragt hat, ob sie SO geliebt werden will? Man kann jemanden auch zu Tode lieben…

Velo-City

14. April 2009, Comments (3)

Eben hatte ich ja noch vom Velotraum Paris gebloggt. Den Traum einer fahrradfreundlichen Stadt hat sich der Architekt Chris Hardwicke noch ein wenig genauer ausgemalt. Kern seiner Vision ist ein Netz von Fahrradrouten, die als transparent überdachte Röhren die ganze Stadt durchziehen. (weiterlesen…)

Velotraum in Paris

14. April 2009, Comments (6)

Über Ostern verbrachte ich ein paar Tage in Paris. Und was ich dort erlebt habe, ist ein Vorgeschmack auf eine fahrradfreundliche Großstadt, wie wir sie als Teil einer Klimawende erleben könnten.

Unter dem Label “Velib” kann man z.B. überall in der Stadt sehr solide Fahrräder ausleihen, kostenlos für eine halbe Stunde und danach für wenig Geld. Das Fahrad wird so zum öffentlichen Nahverkehrsmittel: Überall ausleihen und überall abstellen, sonst braucht man sich nicht drum zu kümmern.

Auf fast allen größeren Strassen sind Fahrradwege, oder kombinierte Bus- und Fahrradstreifen eingerichtet. Kostbarer Strassenraum wird so für umweltfreundliche Verkehrsmittel reserviert. Schnelle Routen durchqueren die ganze Stadt.

Fahrradfreundliche Städte sind inzwischen Trend in ganz Europa. Ein Hoffnungszeichen!

Foto: von Altaide auf Flickr

Der “Nano” und das Recht auf ein Auto

8. April 2009, Kommentare (1)

In diesen Tagen kommt das weltweit billigste Auto, der Tata Nano, in Indien auf den Markt. Schon im vergangen Jahr hatte die Vorstellung dieses kleinen, auch recht sparsamen, vor allem aber unschlagbar preiswerten Wagens hohe Wellen geschlagen. Sunita Narain, Direktorin des indischen Centre for Science and Environment in Indien und langjährige Partnerin der Heinrich Böll Stiftung, nimmt in einem Leitartikel die These vom “Recht auf ein Auto” auseinander und erklärt, warum der Tata (und andere Autos) eigentlich viel zu billig sind:

The world’s cheapest car, the Nano, rolls out in India this week. Manufacturer Tata Motors says it will change the way Indians drive, for the inauguration places the personal car within the reach of people who once could only dream of owning one. Indeed, the Nano has been marketed as an ‘aspiration’- the right of every Indian to a car. No quibble here. There is no question an affordable car is better than an expensive one; or that a small car, being more fuel efficient, is better than a big one. No question, too, that every citizen of India has as much right to a car as every citizen of America, where vehicle numbers are obscene: some 800 vehicles for 1,000 people (old and young) against our measly 7 per 1,000 people (urban and rural). (weiterlesen…)

Piedibus

28. März 2009, Comments (4)

Ein neues Nahverkehrsmittel ist im italienischen Lecco am Comer See erfunden worden. Kostengünstig, gesundheitsfördernd, und unglaublich klimafreundlich: Der Piedibus.

Der International Herald Tribune berichtet:

Each morning, about 450 students travel along 17 school bus routes to 10 elementary schools in this lakeside city at the southern tip of Lake Como. There are zero school buses.

In 2003, to confront the triple threats of childhood obesity, local traffic jams and – most important – a rise in global greenhouse gases abetted by car emissions, an environmental group here proposed a retro-radical concept: children should walk to school.

They set up a piedibus (literally foot-bus in Italian) – a bus route with a driver but no vehicle. Each morning a mix of paid staff members and parental volunteers in fluorescent yellow vests lead lines of walking students along Lecco’s twisting streets to the schools’ gates, Pied Piper-style, stopping here and there as their flock expands.

Gute Idee! Hier gibt es mehr Informationen.

Abwrackprämie für Fahrräder!

21. Februar 2009, von Lili Fuhr, Comments (12)

Der Verkehrsclub Deutschland startet eine Aktion zur Einforderung einer wirklichen Umweltprämie, nämlich einer Abwrackprämie für alte Fahrräder. Diese Protestaktion gegen die im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets vorgesehenen Abwrackprämie für Autos (getarnt als sog. “Umweltprämie”) funktioniert mit einem symbolischen Antragsformular per Email an das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Mitmachen kann man hier.

Die taz berichtete am 20.2.09. Einen Brief vom ADFC an die Bundesregierung vom Januar zum gleichen Thema kann man hier nachlesen.

Die Bundesregierung versteht unter einer Umweltprämie Folgendes:

Wer sein mindestens neun Jahre altes Auto zum Verschrotten bringt, erhält beim Kauf oder Leasing eines Neu- oder Jahreswagens ab Schadstoffstufe Euro 4 eine Umweltprämie von 2.500 Euro (siehe Konjunkturpaket II).

Das BAFA berichtet, dass bis zum 20. Februar 2009 bereits 94.691 Anträge auf Gewährung der Umweltprämie eingegangen sind.

Haben Sie ein altes Fahrrad zu verschrotten? Worauf warten Sie noch?

Obama: We have made our choice

27. Januar 2009, Kommentare (0)

Barack Obama handelt: Er erlaubt Kalifornien, höhere Standards für die Energieeffizienz von Autos einzuführen und kündigt bundesweite Standards für 2011 an. Er nutzt die Ankündigung für eine programmatische Rede zu Energie- und Klimafragen. Eine sehr klare Sprache – es lohnt sich sie zu lesen:

Hier der komplette Text (Hervorhebungen durch mich, Quelle: Whitehouse.gov):

Good morning. Before I begin today’s announcement, I want to say a few words about the deepening economic crisis that we’ve inherited and the need for urgent action.

Over the last few days we’ve learned that Microsoft, Intel, United Airlines, Home Depot, Sprint Nextel, and Caterpillar are each cutting thousands of jobs. These are not just numbers on a page. As with the millions of jobs lost in 2008, these are working men and women whose families have been disrupted and whose dreams have been put on hold. (weiterlesen…)

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Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.
Tilman SantariusTilman Santarius
Tilman Santarius schreibt über Gerechtigkeit und Globalisierung. Er lebt mit seiner Familie auf einem Landgut außerhalb Berlins.
Arne JungjohannArne Jungjohann
Arne Jungjohann beschäftigt sich mit Klima- und Energiepolitik. Zur Zeit lebt der gebürtige Hannoveraner in Washington.

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