Klimagipfel « Klima der Gerechtigkeit

Artikel getagged mit ‘Klimagipfel’

Aus Bangkok nichts Neues

12. Oktober 2009, von Tilman Santarius, Comments (2)

Letzten Freitag sind zwei weitere Wochen internationaler Klimaverhandlungen zu Ende gegangen, in Bangkok, Thailand. Germanwatch, die es oft besser verstehen als andere NGOs, kleine positive Signale zu deuten und konstruktive Kritik zu äußern, fasst lakonisch zusammen: “zu wenig, zu langsam, zu ambitionslos”. Auch UN-Klimasekretär Yvo de Boer, dem schon qua Amt Zweckoptimismus vorgeschrieben ist, verkündete am Freitag ein mageres Ergebnis. Es gebe mehr Klarheit hinsichtlich umstrittener Passagen im Verhandlungstext, aber bei den zentralen Fragen der mittelfristigen CO2-Reduktionsziele der Industriestaaten und der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in den Entwicklungsländern gebe es kaum Bewegung.

Parma PhilippinenWährend bei den Verhandlungen nichts vorangeht, tobt nicht unweit entfernt auf den Philippinen einer der schlimmsten Taifune seit langem, der hunderten von Menschen das Leben und tausenden die Obdachlosigkeit beschert. Doch das scheint die Verhandler_innen nicht beieindruckt zu haben. (weiterlesen…)

Wird Kopenhagen überhaupt besser als Kyoto?

13. August 2009, von Tilman Santarius, Kommentare (1)

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Seit Montag treffen sich erneut 2.400 Verhandler_innen in Bonn, um die Klimaverhandlungen voran zu bringen. Unter anderem wird natürlich wieder auch über Emissionsziele für die Industrieländer verhandelt. Wie ist hier der Stand der Dinge?

Die Allianz der kleinen Inselstaaten, die für besonders steile Minderungsziele eintreten weil etliche der pazifischen Inseln sogar schon bei einer Erwärmung von 2 Grad untergehen werden, hat dazu eine interessante Tabelle vorgelegt. Sie fasst zusammen, was bisher von den Industrieländern an Angeboten für Emissionsziele vorgelegt wurde. Wer die Tabelle liest, fragt sich schockiert, was hier eigentlich passiert. Werden wir mit Kopenhagen überhaupt ein Stück weiter kommen als mit dem Kyoto-Protokoll von vor zehn Jahren? (weiterlesen…)

Heiße Luft in L’Aquila

9. Juli 2009, von Tilman Santarius, Kommentare (1)

Der G8 Gipfel in L’Aquila hat gerade erst begonnen, aber es zeichnet sich schon ab, dass am Ende nicht viel herauskommen wird. Klima steht groß auf der Agenda, natürlich neben der Wirtschaftskrise und den Finanzmärkten. Viele Beobachter aus der Klimaszene hatten in den letzten Monaten gehofft, dass der G8-Gipfel den mühsamen Verhandlungen auf UN-Ebene einen kräftigen Schub verleihen könnten, damit in Kopenhagen im Dezember ein ambitioniertes Abkommen möglich wird. Ich denke mal, die sind jetzt alle enttäuscht.

Das einzige, was der Gipfel mit Blick auf Klima im Entwurf der Abschlusserklärung positiv verbuchen kann, ist die Anerkennung, dass 2-Grad als gefährliche Schwelle der globalen Erwärmung vermieden werden sollte. Weder die USA, noch Kanada, Australien oder Japan hatten im Gegensatz zu den EU-Ländern diese Zielmarke bisher anerkannt. An ihr können in Zukunft alle Regierungen in ihren Taten gemessen werden. Und dennoch ist das bloße Rhetorik.

Denn auf konkrete Reduktionsziele oder gar politische Maßnahmen, wie das 2 Grad-Ziel eingehalten werden könnte, hat sich die G8 nicht verständigt. (weiterlesen…)

Ban Ki-Moon: Eine neue multilaterale Ära

9. Januar 2009, Kommentare (1)

UN Generalsekretär Ban Ki-moon hat in einem Leitartikel seine Bilanz des Jahres 2008 gezogen, und einen Blick nach vorne gewagt. Eine “Tour de horizon” der enormen Herausforderungen, der Klimawandel steht obenan. Er kündigt einen Klimagipfel am Beginn der 64. Vollversammlung der Vereinten Nationen an.

Man spürt dem Text den Respekt vor der Verantwortung an, die auf den politischen Führern der Welt lastet: “The reponsibility to deliver”. Und doch zeigt sich Ban Ki-moon verhalten optimistisch: Man stehe am Beginn einer neuen multilateralen Ära.

Hier ist der volle Text: (weiterlesen…)

Was wurde erreicht?

16. Dezember 2007, Comments (6)

Euphorie unter einigen der Verhandler und Experten, eher gedämpfte Stimmung unter anderen.
img_0209a.JPG WWF: Balimandat startet Prozess, doch es mangelt an Substanz
Greenpeace: Scheitern verhindert, aber zu wenig Substanz
BUND: “Kyoto 2″ kommt – Bali-Beschluss aber unzureichend
Germanwatch: Durchbruch auf dem Klimagipfel
WBGU: Wichtiger Teilerfolg für den globalen Klimaschutz in letzter Minute
Grüne BT-Fraktion: Kein großer Wurf
BMU: Gabriel begrüßt Ergebnis von Bali als großen Fortschritt

Was findet sich in der Bali-Roadmap? (weiterlesen…)

Fehler im Abschlussdokument?

16. Dezember 2007, Kommentare (1)

Das Sekretariat der Klimarahmenkonvention hat die Ergebnisse von Bali in einer vorläufigen Form hier veröffentlicht.

Dabei scheint im Dokument des Bali Action Plans ein wichtiger Fehler enthalten zu sein:

In Paragraph 1 (b) (ii) lautet die aktuell veröffentlichte Version: (weiterlesen…)

Bali Roadmap verabschiedet

15. Dezember 2007, Kommentare (0)

Bali PlenarNach dramatischen Wendungen, in denen die USA bis zuletzt Vorbehalte anmeldeten, wurde soeben ein Großteil der “Bali Roadmap” verabschiedet. Ein Mandat zu weiteren Verhandlungen über ein Kyoto-Nachfolgeabkommen, eine Entscheidung der Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention (COP). (weiterlesen…)

Fussnote der Geschichte?

15. Dezember 2007, Comments (8)

Inzwischen gibt es in Bali einen Konsenstext, der von einer kleinen Gruppe von Ministern und hochrangigen Verhandlern bis 2:30 gestern Nacht ausgehandelt wurde (IISD Bericht). Um 8:50 Ortszeit trifft sich das Plenum um über den Text zu beraten.

Der am härtesten umstrittene Textteil betrifft die Bezugnahme auf Reduktionen der Industrieländer (Annex I) um 25-40% gegenüber 1990 bis zum Jahr 2020, wie sie in Szenarien des IPCC-Berichts enthalten sind. (weiterlesen…)

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Lili FuhrLili Fuhr
Lili Fuhr arbeitet zu Klima- und Ressourcenfragen. Sie hat zwei Töchter und lebt in Berlin.
Tilman SantariusTilman Santarius
Tilman Santarius schreibt über Gerechtigkeit und Globalisierung. Er lebt mit seiner Familie auf einem Landgut außerhalb Berlins.
Arne JungjohannArne Jungjohann
Arne Jungjohann beschäftigt sich mit Klima- und Energiepolitik. Zur Zeit lebt der gebürtige Hannoveraner in Washington.

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