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Chapeau, Mr. Gore

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft noch Live Earth. Ich sehe Al Gore in Washington DC bei der Eröffnung des größten Konzerts das die Erde je gesehen hat. Er sagt sinngemäß (Video):

In wenigen Jahren werden unsere Kinder uns eine von zwei Fragen stellen. Sie werden auf uns, die wir am Anfang des 21. Jahrhunderts stehen, zurückblicken.

Entweder werden sie fragen: Was haben sie sich damals gedacht? Haben sie die Wissenschaftler nicht gehört? Sahen Sie nicht die Belege (für den Klimawandel)? Waren sie zu beschäftigt, habgierig, oder abgelenkt? War es ihnen egal?

Oder sie werden eine zweite Frage stellen: Wie haben sie es geschafft und den Mut aufgebracht, aufzustehen und erfolgreich die Klimakrise zu bewältigen?

Vorab hatte ich befürchtet, dass das ganze Event letztlich entpolitisierend wirkt. Nach dem Motto: jetzt wechselt jeder seine Glühbirnen aus und fährt Fahrrad, und dann wird alles gut. Und es gab und gibt vielerlei Elemente bei Live Earth, die letztlich die ganze Verantwortung beim Einzelnen als Verbraucher abladen. Und dabei ignorieren, dass wir gesellschaftliche Wesen sind und in Infrastrukturen, in gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen agieren. Dass es mehr denn je Politik braucht, um den Wandel herbeizuführen. Und ohne Politik der gute Wille des einzelnen recht rasch erlahmen wird.

Aber dann war ich positiv überrascht, dass die zentrale Botschaft des Events in Form eines Gelöbnisses zu dem man aufgefordert wurde, erstaunlich politisch war. Al Gore trägt diese ‚Pledge‘ selbst vor, auf der Mall in Washington DC. Da werde ich aufgerufen, unter anderem Folgendes zu geloben:

– zu fordern dass mein Land einem internationalen Vertrag in den nächsten 2 Jahren beitritt, der die Treibhausgasemissionen der entwickelten Länder um 90% reduziert und weltweit um über 50% [in den USA und Australien ein großes Politikum]

– für ein Moratorium für neue Kohlekraftwerke zu kämpfen, sofern diese ohne CO2-Abscheidung gebaut werden [Angela, Sigmar, hört Ihr?]

– für Gesetze und Politiken zu kämpfen die die Nutzung erneuerbarer Energien ausweiten [well done, wir könnten Al hier ein paar Empfehlungen mitgeben]

– Führungspersönlichkeiten zu unterstützen die mein Engagement teilen [ob das ein Anzeichen ist das Al Gore doch noch in den Ring steigt um die US-Präsidentschaft? Wie auch immer, auch das ist wichtig].

Chapeau, Mr. Gore, hier sind die Akzente richtig gesetzt.

Ein Kommentar aus Madison, Wisconsin zum Thema: Enjoy the show, then vote Green

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