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Die Wahrheit, die Medien, und die Angst

Stefan Rahmstorf hat mit seinem Artikel in der FAZ einen wahren Sturm in der Blogosphäre entfacht. Auf faz.net sind nun schon 116 Kommentare zu Rahmstorfs Beitrag eingegangen, die Erwiderung der „Klimaskeptiker“ hat 79 Kommentare. bei Stefan Niggemeier sind bis jetzt 169 Kommentare eingegangen, und auch sonst liefert Technorati jede Menge Rückmeldungen.

Um was geht es in der Substanz? Was wirft Rahmstorf einer ganzen Reihe von AutorInnen vor, darunter von der fossilen Industrie finanzierte, selbsternannte „Klimaexperten“ wie Fred Singer und Gerd-Rainer Weber, Journalisten wie Dirk Maxeiner oder Matthias Horx, und respektable aber fachfremde Wissenschaftler wie Josef Reichholf? Dass sie mit irreführenden, oft verzerrten und sachlich nachweisbar falschen Darstellungen und Sachinformationen arbeiten.

Und er belegt jede seiner Anwürfe mit konkreten Angaben, und da ich Rahmstorfs Beiträge auf realclimate gelegentlich verfolge, weiss ich in welchem Detail er im Einzelnen den Dingen nachgeht. Hier z.B. der Beitrag zu der Kurvenmanipulation durch E.G. Beck (dessen Kurve nachstehend reproduziert – finden Sie die Manipulation?)

Manipulierte Kurve

Rahmstorf vertritt also ein Wissenschaftsverständnis, das sich als Prozess der Wahrheitsfindung durch Aufstellung von Hypothesen und deren empirische Überprüfung durch Messdaten. Wenn neue Erkenntnisse bisherige Aussagen in Frage stellen, müssen diese überprüft und ggf. revidiert werden. Und aufgrund diesem nie abgeschlossenen, sich ständig überprüfenden wissenschaftlichen Erkenntnisprozess kommt er bisher zur Schlussfolgerung, dass der fortgesetzte Ausstoß von Treibhausgasen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Konsequenzen führen kann, die die meisten von uns als hochgradig negativ, wenn nicht sogar katastrophal bewerten würden.

Was er angreift ist die permanente mediale Reproduktion von Aussagen, die offenkundig schon seit langem empirisch widerlegt sind, und die offenkundig manipulative Verwendung von Daten und Darstellungen auf Seiten der „Klimaskeptiker“. Was er nicht angreift, ist begründeter wissenschaftlicher Zweifel an einzelnen Aussagen auch der Mehrheitsmeinung der Klimawissenschaft.

Seine Kritiker gehen mit keinem Wort auf die konkreten Vorwürfe ein. Sie verweigern die sachliche Auseinandersetzung in jedem der Streitpunkte. Weil sie dieser Auseinandersetzung offenkundig nicht standhalten können? Auch die Attacke auf Al Gore’s „Eine Unbequeme Wahrheit“, den sie als „eitlen Propagandafilm“ denunzieren, substantiieren sie nicht (hier Rahmstorf zum Gore-Film, inkl. einer Kritik an einer Ungenauigkeit die sich im Film findet).

Stattdessen begeben sie sich auf ein anderes Terrain: Sie postulieren sich als kleine, verfolgte Minderheit und stilisieren Rahmstorf zum „Glaubenskrieger“ mit „fanatischer Verfolgung Andersdenkender“, mit „bizarrem Geltungsbedürfnis“.

Wer Stefan Rahmstorf kennt, weiss dass ihm Geltungsbedürfnis eher fremd ist. Dass es ihn in die Öffentlichkeit drängt, weil kaum jemand den Verdrehungen der „Klimaskeptiker“ im Einzelnen die Stirn bietet. Ein Großteil der Wissenschaft spart sich die Zeit. Denn es sind in der Tat oft zu abseitige, offenkundig falsche und manipulative Aussagen, die in keinem wissenschaftlichen Journal Platz finden würden. Doch finden Sie ihren Weg in die Medien, und Rahmstorf ist einer der Wenigen die sich die Mühe machen, diese Aussagen auseinanderzunehmen. Dafür gebührt ihm der Dank der Öffentlichkeit.

Dann stellen die Kritiker die Klimadebatte auf eine Stufe mit „Endzeithysterien“. „Apokalyptizismus“, „Klimakatastrophe…als säkulare Religion“, „heiliger Krieg“, „Dschihad“,“heilige Mission“, „Endsieg in der Klimadebatte“, so lauten die Stichworte. (Eine schöne Zusammenstellung des Vokabulars findet sich bei professional slacker)

In der Tat machen uns viele der möglichen, wenn nicht sogar zunehmend wahrscheinlichen Auswirkungen des Klimawandels Angst. Es handelt sich um ein Phänomen von wahrhaft „geologischen“ Ausmassen, einer erdgeschichtlichen Dimension. Lassen wir diese Dimension an uns heran? Können wir uns diesen Auswirkungen stellen, der „unbequemen Wahrheit“ ins Auge sehen, ohne zu erstarren oder hysterisch zu werden?

Haupt der Medusa

(Bild: Haupt der Medusa, Peter Paul Rubens)

Ist Angst Hysterie? Oder ist sie notwendig, um uns zum entschiedenen Handeln zu motivieren? Um die gewaltige Transformation unseres fossilen Wirtschaftssystems in Angriff zu nehmen, gegen massivste Widerstände der Status-Quo-Interessen?

Wenn Menschen in großer Gefahr schweben, sind sie oft zu großen, ja manchmal übermenschlichen erscheinenden Leistungen fähig. Die Erkenntnis der Gefahr ist eine notwendige Voraussetzung, um die Kräfte zu mobilisieren, die zu ihrer Bewältigung notwendig sind. Dies gilt individuell genau so wie kollektiv.

Daher gilt es, mit kühlem Blut den möglichen, wenn nicht gar wahrscheinlichen Auswirkungen des Klimawandels ins Auge zu sehen. Doch dann sich auch davon weder paralysieren, noch hysterisieren, noch entmutigen zu lassen, sondern klaren Kopf zu bewahren, um energisch „Wege aus der Klimafalle“ zu suchen und zu beschreiten.

Stefan Rahmstorf ist kein Hysteriker, im Gegenteil, er wendet sich sehr deutlich gegen mediale Übertreibungen (und seine „schwarze Liste“ von Journalisten betrifft genau diese). Doch das was er mit kühlem Kopf zusammenträgt, ist genug um uns alle zu energischem Handeln aufzufordern. Jetzt – und nicht in 20 Jahren.

Rahmstorf Update: Die Welt kommentiert die Replik der Rahmstorf-Kritiker „Der Leser findet nicht den geringsten Hinweis darauf, dass es sich bei dieser ganz und gar durchgeknallten Tirade um eine Parodie auf den Klima-Glaubenskrieg handeln könnte“. Ist es ja auch nicht – die meinen das ernst. Schön getroffen. Und Dank an Globale Umweltpolitik für die schöne Aufbereitung der Debatte!

Update 2: Sie finden einen Vortrag von Stefan Rahmstorf als Audiodatei zum Download hier. Er wurde auf dem KyotoPlus-Kongress der Heinrich-Böll-Stiftung und mehrerer Partner gehalten. Machen Sie sich selbst ein Bild – spricht so ein „Glaubenskrieger“, der einen „Dschihad“ führt?

Dieser Artikel wurde unter Klimawandel, Medien abgelegt.

Diskussion

  1. Hallo Jörg,
    danke dass Du den Mut gefunden hast, auch über die Angst zu schreiben. Beim Lesen und Schreiben über den Klimawandel rücken Gefühle oft in den Hintergrund. George Monbiot hat das in Heat treffend formuliert:

    “The position of a writer on subjects like this is an odd one. In order to achieve some grasp of the complex matters about which you care, you must withdraw from the world and enter a shadow land of graphs and tables, equations and projections. In doing so, you must cease to care. The ecosystems you consider become ‚carbon sinks‘ or ‚carbon sources‘, the people become data.”

    Doch für Monbiot, wie auch für die meisten Anderen, gibt es Momente, in denen die Ausmaße der Erderwärmung auch emotional wieder ganz nah heranrücken. Angst ist ein sehr passendes Gefühl in Anbetracht der Veränderungen, die uns bevorstehen.

    Gerade in Zeiten, in denen im Internet schon das kleinste Anzeichen berechtigter Sorge als Hysterie gebrandmarkt wird, ist es um so wichtiger dennoch die Angst nicht zu verleugnen. Angst, um Deine oben aufgeworfenen rhetorischen Fragen zu beantworten, ist keineswegs Hysterie, sondern sie ist in der Tat notwendig.

    Mut, so habe ich einmal gelesen, ist es trotz empfundener Angst weiterzumachen. Die meisten Skeptiker haben einen anderen Weg gewählt, sie verdrängen die Tragweite des menschlich verursachten Klimawandels. Und sie behindern damit immer noch effektive Klimaschutzpolitik – was angesichts der ausgesprochen Handlungsunwilligen PolitikerInnen leider auch nicht sehr schwierig zu sein scheint.

    Lobenswert finde ich auch Deinen Hinweis darauf, dass Stefan Rahmstorf keineswegs ein ins Rampenlicht drängender Wissenschaftler ist. Ich habe ihn auch nicht so erlebt. Er handelt in der Öffentlichkeit so wie er es tut, weil sich die meisten seiner KollegInnen dafür zu schade dafür sind. Und dafür gebührt im Anerkennung, besonders wenn ihm ein so unverständlich aggressiver Gegenwind ins Gesicht bläst.

  2. Nur eine Information am Rande. Mal sehen ob sie der Zensur zum Opfer fällt?

    Schon einmal gesehen, wo Herr Rahmstorf so auftritt und für wen er publiziert?

    Die Münchener Rückversicherungsgesellschaft. (Rückversicherer für Erstversicherer, zweitgrößter der Welt, mit Milliardengewinnen, u.a. durch Absicherung gegen „Klimaschäden“. Die Aktie steigt und steigt.)

    http://www.munichre.com/de/ts/geo_risks/climate_change_and_insurance/abrupt_climate_change/author.aspx

    Der Deutsche Ring.

    http://www.deutscherring.de/ueber_uns/engagement/wissen/2005_11_rahmstorf/index.jsp

    Zuletzt noch eine schöne Satire zu Stefan Rahmstorf den „öffentlichkeitsscheuen Menschen“, ohne Worte.

    http://www.pik-potsdam.de/~stefan/portraits.html
    http://www.schulkino.de/pics/veranstaltungen/110846810093171.jpg
    http://www.filmreference.com/images/sjff_01_img0206.jpg
    http://www.dhm.de/magazine/heft5/Bilder/seite30.JPG
    http://www.schulkino.de/pics/veranstaltungen/114182870286374.jpg

  3. War ja klar, dass hier zensiert wird und Kritik gegen Herrn Rahmstorf in seiner Tätigkeit für die Münchener Rückversicherungsgesellscht und dem Deutschen Ring gelöscht wird 🙂

    Bü90/ Die Grünen sind also auch gegen Meinungsfreiheit und für einseitige Propaganda?

  4. Sorry der Beitrag ist grade doch erschienen, war aber zunächst gelöscht, bzw. nicht erreichbar 🙂

  5. Lieber Herr Müller,
    Meinungsäusserungen werden hier nicht zensiert sofern sie nicht rassistisch oder anderweitig menschenverachtenden Inhalts sind. Dieser Kommentar war nur automatisch zur Moderation zurückgehalten worden, weil er so viele Links enthielt (das ist ein Spam-Schutz).
    Offen gestanden weiss ich nicht, was es über Stefan Rahmstorf an negativem aussagen soll, wenn er Aufsätze in Publikationen der Versicherungswirtschaft bringt.

    Daüber hinaus finde ich das Engagement der Versicherungswirtschaft in der Klimafrage sehr honorig, es ist für mich nicht nachvollziehbar am eigenen Profit orientiert. Allenfalls daran, dass sie katastrophale Schadensereignisse wie Katrina vermeiden will, weil diese ihre Bilanz verhageln. Aber auch in diesem Fall würde sich das öffentliche Interesse (Vermeidung von Katastrophen) mit dem privaten Interesse der Versicherer decken.

    Was nun Rahmstorf angeht: Nein, er ist nicht öffentlichkeitsscheu. Gott sei Dank nicht. Aber er hat kein übersteigertes Geltungsbedürfnis. Das ist was anderes, und so hatte ich er formuliert.

  6. Ach ja, Herr Müller: In diesem Blog schreibe ich meine Meinung. Hier schreibt nicht Bü90/Die Grünen.
    Auch wenn das ein Blog der Heinrich-Böll-Stiftung ist: Hier schreibe ich als engagierter Ökologe. Ich bin nicht Sprachrohr einer Partei, bin – nebenbei – auch nicht Parteimitglied.
    Wenn Sie was über die grüne Klima-Politik erfahren wollen: http://www.gruenes-klima.de

  7. Herr Müller, manchmal sinds die Kleinigkeiten die einem auffallen:

    „Die Münchener Rückversicherungsgesellschaft. (Rückversicherer für Erstversicherer, zweitgrößter der Welt, mit Milliardengewinnen, u.a. durch Absicherung gegen „Klimaschäden“. Die Aktie steigt und steigt.)“

    Wie ein Blick auf die Kursentwicklung der Münchener Rück zeigt, ist eine Aktie derzeit genau so viel Wert wie vor einem knappen Jahr, im November 2006.

  8. @Müller:
    Was willst Du damit sagen? Schau doch noch mal genau hin.

    1999 lag die Aktie so um die 200 Euro. 2000 stieg sie kräftig auf einen Maximalwert um knapp 400 Euro, um im Laufe des Jahres 2001 wieder auf 300 Euro zu fallen. 2002 brach sie dann auf unter 100 Euro ein. Bis Ende 2005 blieb sie bei diesen 100 Euro, um bis Ende 2006 wieder auf ungefähr 125 Euro zu steigen. Und genau dabei liegt sie heute auch wieder.

    In Kürze: 200€ -> 400€ -> 300€ -> 100€ -> 125€ -> 125€

    „Die Aktie steigt und steigt“? Fehlanzeige. Wie gesagt, manchmal sinds die Kleinigkeien. Aber eigentlich gings ja um was ganz anderes. Dein impliziter Vorwurf sollte vermutlich lauten, weil Rahmstorf in einem Buch der Münchener Rück publiziert, bringe er seine Forschungsergebnisse absichtlich in Einklang mit deren wirtschaftlichen Interessen. Ja? Wenn, dann ist das so ungefähr die billigste Retourkutsche die ich gehört habe, seit die Zuwendungen von Exxon an willfährige Klimaskeptiker in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten sind.

  9. @Simon

    Seit wann publiziert Rahmstorf denn für die Münchener Rück und tritt auf Tagungen mit denen auf? Im Übrigen auch seine Mitstreiter Graßl, Schönwiese und Latif. Seitdem geht es wieder beständig mit der Aktie bergauf:)

  10. P.S.: Münchener Rück, Alianz (zum Teil im Besitz der M. Rück) + Banken (welche zum Teil der M. Rück sind) haben einen Beitrag zum DAX von ca. 15-20% 🙂

  11. Mit dieser neuesten Expertendiskussion um einen wie auch immer gearteten „Klimawandel“, hat die Debatte für mich nun endgültig den Punkt erreicht, wo es für einen Normalbürger – der das alles in nicht unerheblichem Maß finanziert – nicht mehr zu durchschauen ist, und es den Anschein hat, daß für die Beteiligten allein wohl nur noch der Glaube zählt!? Ich darf mal ganz bescheiden anfragen: Ist das der eigentliche Sinn des Ganzen?

    So keimte mit Erscheinen des „Stern-Report“ in mir der üble Verdacht auf, daß sich Klimatologen mit sog. „Skeptikern“ lediglich eine mediale Scheindebatte liefern, während die Bühne für die wahren (Schau-)Spieler aufgebaut wurde; frei nach dem ehem. US-Präsidenten Truman: „Wen du nicht überzeugen kannst, den verwirre.“

    Womit wir dann auch bei den eigentlichen „Profiteuren“ wären – den Berufspolitikern! Ausgerechnet jene Spezies Mensch, die in jeder Situation einen Wortschwall mit der dazu passenden Mimik zu erzeugen im Stande ist, und sei es „das Geschwätz von gestern“. Sie geben vor – einige schwören das sogar! – „das Wohle des Volkes und seinen Reichtum mehren zu wollen“, haben aber nachweislich in den letzten Jahrzehnten Sozialabbau betrieben. Sie rücken nun ins mediale Rampenlicht und präsentieren Vorschläge nach ihrem gängigen Motto: „Operative Hektik ersetzt geistige Windstille“ – Stichwort „Klimaschutz“!

    Dazu einige Feststellungen:

    Durch die jetzt seit über 20 Jahren andauernde Diskussion um und über das Klima auf unserem Erdenrund habe ich gelernt, daß unter „Klima“, der „mittlere Zustand des Wetters und gewöhnlichen Verlauf der Witterung an einem gegebenen Ort“ verstanden wird. Zur Ermittlung der hierfür erforderlichen Werte bedient man sich landgestützter Wetterstationen(sog. Wetterhütten ) die dort installierten Messinstrumente werden zu festgelegten Tageszeiten abgelesen. Die WMO gab deren Zahl in den 90ern mit 1.400(von ca. 5.000) an, die bei ihren Klimaberechnungen Berücksichtigung fanden; auf den Weltmeeren – immerhin ca. 70% der Erdoberfläche – gibt es nichts vergleichbares! Zwecks weiterer Vergleiche legte die WMO eine 30jährige Zeitspanne(Klimaperiode) fest 1901-30; 1931-60; 1961-90; 1991-2020 usw.

    Über physikalische Formeln und unter einbeziehen der sog. „Treibhausgase“ errechneten Wissenschaftler die „Weltmitteltemperatur“ unseres Planeten von 15° Grad Celsius; u.a. stellte dies auch die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ in ihrem 1. Bericht 1988 fest!

    So weit so gut – oder schlecht! Das mag jeder für sich entscheiden. Ich jedenfalls komme damit klar: das (Tages)Wetter wird aufgezeichnet und somit zu einem Klimaparameter, um eine Statistik für den jeweiligen Vergleich zu erstellen. Somit kann festgehalten werden: es muß erst „Wetter“ gewesen sein, bevor man zu entsprechenden Messwerten gelangt; also das Ansinnen das „K L I M A“ schützen zu wollen, in Wirklichkeit „Wettermanipulation“ ist!

    Ich kann mir nicht vorstellen eine derartige Schlagzeile über den Bau einer „Wettermanipulationsmaschine“ in den letzten Jahren überlesen zu haben – oder weiß man hier näheres?

    Doch es geht weiter mit den Ungereimtheiten um den menschgemachten „Klimawandel“, wie der Aussage des früheren Direktors der Klimaforschungsgruppe der britischen East Anglia Universität, Tom Wigley, der in einer Dokumentation von 1990 erklärte:

    „Die Klimaaufzeichnungen sind irrelevant. Wichtig ist der Treibhauseffekt“;

    …und der von Gavin A. Schmidt von NASA GISS:

    „Die für die Projektionen des IPCC verwendeten Computermodelle nutzen keine der beobachteten Temperaturdaten direkt. Sie sind vielmehr Berechnungen aufgrund annähernder erster Prinzipien, und verwenden nur die Verteilung der Sonneneinstrahlung im Verlauf der Jahreszeiten, die Form der Kontinente und die Änderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre, d.h. der Treibhausgase. Alles andere ist errechnet.“
    (Sind die Messdaten der Stationen etwa nur Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Statistiker?)

    Weitere Verwirrung stiftete bei mir eine Radiomeldung vom März 2006, der ich doch recht verwundert entnehmen durfte, daß das Jahr 2005 mit 14,77° Grad C das heißeste seit 125 Jahren gewesen sei? Per E-Mail erfuhr ich vom Sender, daß die Meldung von nachfolgender Web-Seite stammt , wo ich dann zu meinem weiteren Erstaunen keinen einzigen Messwert jenseits der von Wissenschaftlern, einschließlich „Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages“ verkündeten 15° Grad Celsius fand!!?

    Und um die Verwirrung komplett zu machen, stiess ich im Internet auf die Ausage des im Februar 1999 vom Max-Planck-Instituts für Meteorologie publizierten Report Nr. 287, „Natürliche Senken und Quellen des atmosphärischen Kohlendioxid: Stand des Wissens und Optionen des Handelns“:

    „Die Rekonstruktion an in polaren Eiskernen eingeschlossener Luft zeigt, daß die atmosphärische CO2 Konzentration während des gesamten Holozäns, i. e. während der letzten 8.000 Jahre ungefähr auf einem konstanten Niveau von ungefähr 280 ppm verweilte.“

    Dieser wissenschaftlichen Aussage wurde diese (Klima-)Historie gegenübergestellt, wobei wir wieder beim Wetter wären, was in diesen beschriebenen tausend Jahren gemacht hat was es wollte – bei exakt 280ppm CO2!

    Wie wär’s wenn die Beteiligten erst einmal diese Fragen klären könnten, bevor nach erwähntem Polit-Motto die Bürger wieder mal abgezockt werden.

    mfg

  12. Die angegeben Web-Seiten erscheinen nicht.
    Wie bekommt man sie hier eingestellt?

  13. Sehr geehrter Herr Mohr,
    ihre Fragen sind legitime Fragen eines „Klima-Laiens“. Ich weiss nicht genau welchen Vorkenntnis-Stand ich bei Ihnen voraussetzen darf. Aber ein recht allgemein verständliches, und wissenschaftlich doch sehr fundiertes Buch zum Thema ist das kleine Taschenbuch „Der Klimawandel“ von Rahmstorf und Schellnhuber. Sehr empfehlenswert. Es gibt Ihnen einige Antworten auf ihre Fragen.
    Zu den Webseiten: Ich glaube in der Kommentar-Funktion ist html nicht möglich. Also Links einfach als solche in den Text einbauen.

  14. Dipl. Phys. M. Müller

    Ich bin zufällig Klimawissenschaftler. Studium der Physik, Diplom in Umweltphysik (Physik des Ozeans (Tracer-Ozeanographie) und Physik der Atmosphäre (bei den Betreibern der Überwachungssatteliten für Ozon und Treibhausgase der ESA )). Anschließend über 4 Jahre in den Geowissenschaften tätig mit Hauptaufgabenfeld Temperaturrekonstruktionen (Paläoklimatologie). Also nahezu die selbe Ausbildung wie Herrn Rahmsdorf, nur dass ich auch in Atmosphärenphysik ausgebildet bin. Und ich stimme Herrn Mohr 100% zu. Ihn als Klimalaien abzustempeln halte ich für unmöglich. Spielen hier politische bzw. persönliche Ansichten mit ein?

  15. Lieber Herr Müller,
    jeder von uns hat politische und persönliche Ansichten. Das wäre unstrittig.
    Was ich bei Herrn Mohr merkwürdig „laienhaft“ fand, war die Vorstellung, Klimaschutz würde Wettermanipulation erfordern. Nein, Klimaschutz ist das Zurückfahren einer großmaßstäbigen, aber unbeabsichtigten Veränderung der Spurengas- und Aerosol-Zusammensetzung der Atmosphäre durch Emission von Treibhausgasen (aber natürlich auch anderen Strahlungsparametern, wie der Albeodo). Diese Veränderung wirkt sich auf Wetter und Klima aus – selbstverständlich. Aber der menschengemachte Klimawandel ist nichtintentional – ist unfreiwillig.
    Nun, und Klimaschutz ist eben das Zurückfahren und perspektivisch Beenden dieser unfreiwilligen Veränderung der Strahlungsbilanz der Atmosphäre. Keine Wettermanipulationsmaschine.

  16. Vielen Dank für Ihre Antwort Hr. Haas,

    Als erstes probier ich’s noch mal wegen der Links, diese sollten an folgenden Textstellen stehen; eventuell eingebaut werden:

    …landgestützter Wetterstationen(sog. Wetterhütten http://www.met.fu-berlin.de/~stefan/huette.html

    …von nachfolgender Web-Seite stammt http://www.earth-policy.org/Indicators/Temp/2006Temp_data.htm#table

    …diese (Klima-)Historie http://www.habach.de/pages/klima.html

    ______________

    Nun zu Ihrem Kommentar,

    1.) Sie nennen meine Fragen „legitim“, und gehen aber erst in einer Antwort auf Hrn Müller darauf ein, der sich als Klimawissenschaftler mit ähnlichem Ausbildungsstand wie Hr. Rahmstorf vorstellt – mir aber zustimmt!?

    2.) Sie bezeichnen mich des „Klima-Laientums“, wissen aber nicht welchen „Vorkenntnis-Stand“ sie bei mir voraussetzen sollen!?

    3.) Sie verweisen mich an eine Partei, die ich des „Glaubenskrieges“ bezichtige!?

    Zu 1. & 2.:
    Ich für meinen Teil halte das Einbringen persönlicher Befindlichkeiten in eine Diskussion um den „Klimawandel“ für nicht dienlich! Falls ich aber Ihre Antwort an Hrn Müller auf mich beziehen darf, so müßte ich fragen, warum Sie meinen Gedanken an eine „Wettermaschine“ zwecks Veränderung des Klimas ablehnen? Weist doch kein geringeres Institut als das DWD auf seiner Internet-Seite ausdrücklich darauf hin, daß die „alten“ Wetterdaten zu „Klimadaten“ werden. (siehe –> http://www.dwd.de/de/FundE/Klima/KLIS/index.htm)…

    „Klimainformationen sind Bestandteile vieler Entscheidungsprozesse. Grundlage bildet die fortlaufende, objektive und präzise Überwachung der Teilkomponenten des Klimasystems, bestehend aus Atmosphäre, Hydrosphäre, Kryosphäre, Lithosphäre und Biosphäre. Durch den Betrieb seiner Beobachtungssysteme trägt der DWD zur Überwachung all dieser Teilkomponenten bei. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Überwachung des physikalischen Zustandes der Atmosphäre.
    Das Wetter von heute ist bald schon wieder ‚Schnee von gestern‘. Die ‚alten‘ Wetterdaten werden dann zu ‚Klimadaten‘. Und diese sind noch in mehr als 100 Jahren interessant bzw. erhalten mit zunehmendem Alter eine immer höhere Bedeutung. …“

    Kurz und knapp bestätigt mir das auch „Wikipedia“ (siehe –> http://de.wikipedia.org/wiki/Klima)
    „… Basis für das Klima sind dabei jedoch immer das Wetter und die in Wetterstationen oder Wetter- und Umweltsatelliten erfassten Daten. …“

    Ich bleibe somit bei meiner Feststellung, präzisiere sie aber: Da das grundlegende Datenmaterial zur Berechnung des Erd-Klimas aus vergangenen Wetteraufzeichnungen besteht, muß derjenige der vorgibt „Klimaschutz“ betreiben zu wollen, auch aufzeigen, wie er das tägliche Wetter beeinflussen kann, da dies schon allein die Logik gebietet. Es sei denn, daß das Max-Planck-Institut irrt mit seiner Aussage über den gleichbleibenden CO2-Wert von 280ppm über die letzten 8000 Jahre!

    Wer jedoch wie die oben erwähnten Tom Wigley & Gavin A. Schmidt argumentiert, muß es hinnehmen als Klimaforscher nicht ernst genommen zu werden, denn er ist nichts weiter als ein „Rechenkünstler“ der Statistiken entwirft, weitab von natürlichen Vorgängen in einem klimatisierten Großrechnerraum. Das bekannte Churchill-Zitat dazu setze ich als gegeben voraus.

    Zu 3.:
    Ich bezweifle das meine obigen Fragen im empfohlenen Buch behandelt werden und werde wohl nicht umhin kommen, obiges Schreiben – wie hier eingestellt – Hrn Rahmstorf zur Kenntnisnahme schicken. Die Antwort werde ich Ihnen dann hier einstellen.

    mfg

  17. Lieber Herr Haas. Auch ich bin überzeugter Umweltschützer und war über Jahre Mitglied beim BUND. Zudem habe ich als Erstwähler 1990 die Grünen gewählt. Ebenso habe ich „guten Kontakt“ zu Paul Watsons Organisation Sea Shepherd. Watson war Mitglied im „Don’t Make A Wave Committee“, der Vorläuferorganisation von Greenpeace. Ich hatte sogar das Angebot mich als Crewmitglied zu beteiligen.

    Im Laufe meines Studiums und meiner Tätigkeit als wiss. Mitarbeiter an die UNI musste ich jedoch erfahren, dass nicht alles in der Wissenschaft Gold ist, was glänzt, u.a. in Sachen Klimawandel. Zu der Erkenntnis sind auch Prof. Björn Lomberg (Greenpeace-Aktivist und Anhänger der Linken, ihn hat der IPCC-Chef mit Hit… verglichen) und Prof. Richard Tol (ehemals Autos des IPCC, bis er Bedenken äußerte) gekommen. Um nur Zwei der zahlreichen kritischen Expertenstimmen zu nennen.

    Siehe:

    http://www.youtube.com/v/wsaPBX2xnQY

    Meine Meinung: Als Wissenschaftler sollte man sich tunlichst aus der Politik und Wirtschaft raus halten. Privat kann man sich gerne in Umweltverbänden, etc. angergieren. Zudem sollte man nicht aufgegriffene Erkenntnisse, die keinenfalls bestätigt und bewiesen sind, als die einzige Wahrheit verkaufen, nur weil sie ins grüne Bild passen.

    Wie teilweise mit kritischen Stimmen verfahren wird, können Sie hier lesen und sehen.

    http://epw.senate.gov/public/index.cfm?FuseAction=Minority.Blogs&ContentRecord_id=04373015-802a-23ad-4bf9-c3f02278f4cf

    Von Seiten der Klimaschützer wird oft behauptet, dass sie angegriffen werden. Nur finde ich dazu kein entsprechendes Beispiel, was öffentlich geworden und belegbar ist.

  18. Lieber Herr Müller,
    es wird sicherlich erst in der rückblickenden geschichtlichen Betrachtung zu entscheiden sein, ob die im IPCC vertretene Klimawissenschaft nun zu „alarmistisch“ oder zu konservativ gerechnet bzw. ihre Ergebnisse kommuniziert hat. Mein Eindruck ist bisher, dass die jüngeren empirischen Ergebnisse z.B. zum Meeresspiegelanstieg oder zur Temperaturentwicklung eher am oberen Rand der vom IPCC vertretenen Szenarien liegen, dass sich letztere also eher als zu konservativ herausstellen.

    Sicherlich wird es jeder Wissenschaftler mit sich selbst ausmachen müssen, welches Risiko er/sie eher eingeht: sich am Ende seines Lebens vorwerfen zu müssen, zu leise, oder zu laut gewarnt zu haben.
    Eine interessante Reflektion zur wissenschaftlichen Zurückhaltung in Klimafragen liefert James Hansen: http://pubs.giss.nasa.gov/docs/2007/2007_Hansen.pdf
    Er liefert hier aus der US-Diskussion doch eine Reihe von Belegen, wie dort Klimawissenschaftler unter Druck gesetzt werden. Bei uns ist das zum Glück anders.

  19. Dies ist nur ein Test

  20. Sehr geehrter Herr Müller

    Als erstes einmal Dank für die „Ehrenrettung“. 😉

    Wo ich es nun einmal mit einem leibhaftigen Klimaforscher zu tun habe, erlaube ich mir Ihnen eine Frage zu stellen:

    Bei der Recherche rund um’s Klima stößt man zwangsläufig auf Graphiken/Tabellen an deren linker Seite eine Celsius Skala zu erkennen ist und von deren (meist) mittig platzierter Null-Linie vertikal nach oben Plus-, nach unten Minusabweichungen ausgehen.

    Ist diese Null-Linie einer Norm unterworfen, wie z.B. der oben erwähnten „Weltmitteltemperatur“ von 15° Grad Celsius?

    mfg

  21. Sehr geehrter Herr Mohr,

    i.d.R. werden als Mittellinie der Mittelwert der Jahre 1960-1990 genommen bzw. der Mittelwert des 20Jh, aber es gibt keine Norm. 15°C bzw. 14°C wäre der globale Mittelwert, die Grafiken beschränken sich aber meist auf die Nordhalbkugel, bzw. die Mehrheit der Messstationen liegen auf der Nordhalbkugel.

  22. Vielen Dank für Ihre Mühe Hr. Müller

    Ihre Antwort birgt aber sogleich eine weitere Ungereimtheit in sich, wird doch die Zeitspanne 1961-1990 in der Fachwelt als 3. „Klimanormalperiode“ dieses 20. Jahrhunderts, und mit einer „Globaltemperatur“ von 14,44 Grad geführt! Da Hr. Haas in seiner Antwort(siehe 14.) an mich die Frage nach der Temperaturdifferenz des als seit 125 Jahren global heißestem postulierten Jahres 2005, mit 14,77° Grad C, zu physikalisch errechneten 15° Grad C übergangen hat, wende ich mich nun an Sie; haben Sie eine Erklärung dafür?

    Erschwerend käme noch hinzu, das ich bei meinen Recherchen auf eine in 1992 schriftlich niedergelegte Aussage der 2. Enquete-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre“ stieß, welche die „Globaltemperatur“ auf 15,5° Grad C erhöhte!?

    Somit würde dann die Aussage zutreffen, daß es z.Z. offensichtlich „zu KALT ist“, oder die verwendeten physikalischen Formeln einer genaueren Revision unterzogen werden sollten – vielleicht auch beides!?

    Das sollen aber mal die oben erwähnten Herrschaften unter sich ausmachen und wenn’s geht etwas hurtiger als sonst. Zuvor würde es ihnen gut anstehen, so „sendungsbewußte“ Politiker wie unseren BMU Gabriel zurückzurufen – die namenlosen Steuerzahler werden es ihnen danken!

    mfg

  23. Korrektur schön und gut. Wurde früher aber nicht gemacht. Zudem gibt es Temperatursensoren, die auf 1/1000°C genau messen und kalibriert sind. Habe selbst damit gearbeitet. 🙂

  24. P.S.: Und was ist mit den guten alten Schleuderthermometern. Die sind auf 0.2°C genau 🙂

  25. Hallöle, mal was noch nicht so Bekanntes apropos Ölkorruption:

    Das Scripps Institute of Oceanography (ein gewisser Keeling wurschtelte dort die CO2-Daten solange durch den Computerwolf, bis sie der Klimaschutzpolitik passen), das globale Zentrum für CO2-Kalibrierung und CO2-Daten für das IPCC, wird von Shell, Chevron, BP und anderen Ölfirmen unterstützt. Quelle: Der eigene Jahresbericht:
    http://sio.ucsd.edu/img/pdfs/AnnualReport_2006_opt.pdf

    Konrad Fischer
    Klimaketzer

  26. Sein wir mal ehrlich,, was hat sich seither geändert? Nichts.

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