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e.on hat recht

Sie haben richtig gelesen. e.on hat recht. e.on, der größte deutsche Stromkonzern, (Mit-)Betreiber von 11 der 17 Atomkraftwerke in Deutschland. Ein harter Gegner einer „Energiewende“ in fast allen energiepolitischen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre. Hat einfach recht.

by sichtwandel on flickrUnter der Schlagzeile „Gute Nachrichten für Autofahrer“ annonciert e.on wohl nicht zufällig während der IAA in Frankfurt, dass Bioerdgas pro Hektar weit mehr Fahrleistung bringt als alle anderen regenerativen Energieträger. „…mit der Ernte eines Hektars Biomasse beispielsweise kann man genug Bioerdgas herstellen, um ein Auto bis zu 70.000 Kilometer weit fahren zu lassen.“

Wo sie recht haben, haben sie recht. Auch wenn die Mais-Monokulturen, die wir häufig als Grundlage der Bioerdgas-Erzeugung kennen, sicher keine ökologische Oase sind. Aber Biogas ist sinnvoller als vieles, was momentan als flüssige Agrotreibstoffe kräftig gefördert wird. Gerade weil Land knapp ist und das Potential von Bioenergie begrenzt.

e.on ist eben auch Ruhrgas. Und die wissen, dass sie auf Dauer nicht nur mit fossilem Gas handeln können.

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Diskussion

  1. Dazu gab es im Januar auch die interessante Potenzial-Studie „Möglichkeiten einer europäischen Biogaseinspeisungsstrategie“ (PDF), erstellt vom Institut für Energetik und Umwelt im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion.

    Während ich was den Ersatz von Benzin durch Bioethanol angeht sehr skeptisch bin, halte ich eine Biogasstrategie wie in dem Papier dargestellt für vielversprechender. Ein Problem wird aber nach wie vor sein, wie im Rahmen des gegenwärtigen Welthandelssystems sichergestellt werden kann, dass wirklich lokal produzierte Biomasse für die Biogasproduktion verwendet wird. Ansonsten trägt man wie auch beim Biosprit dieser Jahre erheblich zu Entwaldung, aussterbenden Tierarten, Nahrungsmittelknappheit bzw. Armut und zum Klimawandel bei.

  2. E.ON hat noch mal recht.
    Die im Bild-zeitung-Intreview von Herrn Bernotat geäußerte Meinung, dass Strom in Deutschland zu billig sei, stimmt ebenfalls. Zumindest unter ökologischen Gesichtspunkten. Die Verschwendung von Energie scheint in Europa nur über den Geldbeutel zu bremsen zu sein. Solange Standby, riesige Fernseher, im Dauerbetrieb befindliche PCs, etc in deutschen Haushalten ohne rücksicht auf die Umwelt laufen, ist Energie in Deutschland zu billig. Und Strom aus Photovoltaik, Wind oder anderen EEG-Quellen ist teurer als herkömmlich produzierter Strom.
    Ergo: Strom ist zu billig.

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