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Diskussion

  1. Es wäre natürlich tatsächlich besser, wenn diese Autos entweder

    1.) in Deutschland gebaut und dann – z.B. per Luftfracht – nach China transportiert werden, zumal der Rohstahl für die Fahrzeuge vermutlich ohnehin aus China kommt; oder

    2.) man das Geschäft mit den Autos für Chinas aufstrebende Mittelschicht gleich chinesischen Firmen überlässt; die kennen sich mit Umweltschutz, Katalysatoren und Partikelfiltern ja auch viel besser aus als ein deutscher Automobilkonzern.

    Immer dran denken: Man verhindert die 1000000 Autos pro Jahr nicht, die sich die Chinesen wohl kaufen werden, wenn man das Geschäft damit nicht selbst in die Hand nimmt.

    Stattdessen wird dann eben jemand anderes diese Autos produzieren. Und ob das dann für die Umwelt so viel besser ist, wage ich an dieser Stelle mal dezidiert zu bezweifeln.

  2. Himmel hilf! Die Chinesen wollen auch Auto fahren, wie wir. Wo kommen wir denn da hin? Kühlschränke, CD-Player, Fernsehgeräte, mehr Wohnraum mit Heizung, Klimaanlage und TV wollen die auch noch haben. Ja so was… wer hätte das gedacht, dabei ist es doch auf dem Lande dort so schön und mit Tai Qi Qi Gong und einer Schale Reis pro Tag wird man uralt…

    Wir sehen doch, wo unser Lebensstil hinführt, wir werden immer fetter und ängstlicher und sehen hinter jeder Ecke eine Katastrophe.

    Richtig gerecht wäre es, wir würden uns auf Chinas heutigen ländlichen Standard zurückfallen lassen, alle methanpupsenden, Fleischberge und Methanwolken (schlimmstes Klimagas) produzierenden Rindviecher schlachten und die meisten C02-intensiven Verkehrsmittel und Produktionsstätten einmotten. Die Chinesen dürften endlich nachholen, was wir ihnen vorgemacht haben…(aber auch nicht alle, sondern höchstens so um die 500 Millionen).

    Al Gore und die stets betroffenen Wohlstandsgrünen sollten dieser Idee doch zustimmen können, oder?

  3. Was ist ein Zyniker ? Ein Mann, der den Preis von allem und den Wert von nichts kennt.
    (Oscar Wilde)

    Zynismus: dass man von niemandem mehr erwartet, als man selber ist.
    (Elias Canetti)

    Der Zyniker, dieser Schmarotzer der Zivilisation, lebt davon, sie zu verneinen, weil er überzeugt ist, dass sie ihn nicht im Stich lassen wird.
    (Jose Ortega)

  4. Offensichtlich können Sie Zynismus nicht von Sarkasmus unterscheiden.

    Von anderen mehr erwarten, als man selber ist, das ist das alte Rezept der Menschheitsretter, die für das Glück zukünftiger Generationen über die Leichen ihrer Zeitgenossen gegangen sind, in dem Versuch, ihre Utopien durchzusetzen (z.B. die klassenlose Gesellschaft, die rassenreine Gesellschaft). Ich bevorzuge den bescheidenen kategorischen Imperativ Kants und wenn schon Zynismus, dann die Zynismusdefinition Jean Genets: Zynismus ist der geglückte Versuch, die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist

  5. Was ist denn die Lösung, Herr Haas?

    Den Chinesen das Autobauen und Autokaufen zu verbieten?

    Die Chinesen eigen entwickelte Autos bauen zu lassen, ohne die hohen Umweltstandards des deutschen Automobilbaus?

    Die Amerikaner, Franzosen oder die Japaner die Autos bauen lassen? (Ihr Arbeitsplatz hängt bestimmt nicht an der Existenz der deutschen Automobilbranche.)

    Es ist so einfach, gegen alles zu polemisieren, wenn man das Ergebnis nicht verantworten muss.

    Ich darf eine Definition von Zynismus ergänzen:

    „Ein Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten.“ – Ambrose Bierce

  6. Herr von Savoyen,

    es gibt sicherlich für diese Problematik keine einfache Lösung. Aber der skizzierte Widerspruch zwischen Erfolgsmeldungen für die deutsche Wirtschaft und den klimapolitischen Notwendigkeiten ist damit nicht aus der Welt geschafft. Manchmal muss man „kognitive Dissonanzen“ erst einmal zur Kenntnis nehmen und aushalten. Ohne eine rasche Lösung parat zu haben.

    Im Gegensatz zu manchen Blogposts behauptet der o.g. Eintrag ja gar nicht, dass die deutsche Wirtschaft schuld an der Klimakatatrophe sei. Das ist ein Kurzschluss.

    Die zugrundeliegende Problematik ist eine andere: Die (nicht nur deutsche) Automobilwirtschaft als Säule der deutschen Wirtschaft basiert auf einem Geschäftsmodell, das auf Kollisionskurs mit dem Klima steht. Solange das so ist, sind häufig wirtschaftliche Erfolgsmeldungen klimapolitische Katastrophenmeldungen.

    Darauf kann in zweierlei Weise reagiert werden: Man negiert die klimapolitische Problematik (weil nicht sein kann was nicht sein darf); oder man verändert sein Geschäftsmodell und setzt sich für Rahmenbedingungen ein, die allen Wettbewerbern ebenfalls eine solche Veränderung aufzwingen. Das ist nicht trivial, aber je länger wir warten, desto kürzer wird der Bremsweg den wir noch haben.

  7. Ein wirklich passendes Beispiel für den allfälligen Zynismus (der herrschenden Politik) können Sie in der aktuellen Spiegel-Ausgabe finden.

    Dort wird berichtet, wie der Störfall KKW Krümmel seitens H. Gabriel zwecks Durchsetzung seiner politischen Ziele zu einem Beinahe-GAU aufgebauscht wurde, obwohl die Sicherheit des Reaktors und Menschenleben zu keinem Zeitpunkt gefährdet waren. Vielmehr haben alle Sicherheitseinrichtungen in der vorgeschriebenen Weise hervorragend funktioniert. Dies wurde durch die Landesbehörden anfangs protokollarisch bestätigt, bis BuMi Gabriel erkannte, welch passende Gelegenheit ihm hier geboten wurde, die aufgrund der Klimahysterie sich wieder leicht im Aufwind befindende Kernenergie in den Sänkel zu stellen.

    Doch diesen tatsächlichen Zynismus (der Zweck heiligt die Mittel)von Politik und Umweltfirmen wie beispielsweise Greenpeace sind wir inzwischen schon gewöhnt.

    Von diesen Pressure Groups, die inzwischen wie Wirtschaftsunternehmen agieren, obwohl sie nach wie vor Gemeinnützigkeit vorgeben, um Steuervorteile zu erhalten, werden massenweise Falschmeldungen in Umlauf gebracht, Katastrophenszenarien entwickelt und Ängste geschürt.
    Wenn sich dann bei nachprüfbaren Fällen im Nachhinein herausstellt, dass es doch nicht so war, wie behauptet, lautet der Kommentar in den meisten Fällen: „Wahrheit spielt hier keine Rolle, Das diente doch dem guten Zweck, hat doch auch was gebracht!“

    Es sei in diesem Zusammenhang nur an die PR-Kampagne der schwerreichen (die wissen inzwischen nicht mehr, wohin mit dem Geld) „Regenbogenkrieger“ um Brent-Spar erinnert.

    Für kritische Geister ist die Glaubwürdigkeit dieser Leute dahin.

    Im August diesen Jahres war ein Freund zum Tauchen auf Funafuti (Tuvalu).
    Er hat dort mit vielen Einheimischen über das Meeresspiegelproblem gesprochen und von den meisten Gesprächspartnern zu hören bekommen, dass das Hauptproblem der Insel die Entleerung der Süßwasserkavernen durch den Bevölkerungszuwachs der letzten 20 Jahre sei. Der Meeresspiegel sei immer wieder mal rauf und mal runter gegangen, damit werde man fertig, einen messbaren, dauerhaften Meeresspiegelanstieg gäbe es dort gar nicht, aber der Süßwassermangel mache ihnen sehr zu schaffen, da nach und nach Salzwasser in die Kavernen dringt, was u.A. Auswirkungen auf die Erosion des Bodens hat.
    Trotzdem taucht die Meldung „Tuvalu versinkt – Bewohner bitten um Asyl in Australien/Neuseeland“ immer wieder mal in den Medien und Verlautbarungen der o.a. Pressure Groups auf (dient ja einem guten Zweck).

  8. Im Nachgang zu vorstehendem Posting noch einige Daten zu Tuvalu, die insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis Geburtenrate / Sterberate Migrationsrate und das Verhältnis Mensch/Tier und die sich daraus ergebenden Implikationen (Wasser- und Flächenverbrauch)interessant sind:

    Tuvalu
    Australien u. Ozeanien
    Hauptstadt: Vaiaku
    Geschichte
    Gründung: 1978
    souverän seit: 1978
    Politik
    politische Abhängigkeit: Grossbritanien bis 1978
    Mitgliedschaft UNO seit: 2000
    sonstige Zugehörigkeit: Commonwealth
    Geographie
    Gesamtfläche in qm: 26
    Landfläche in qm: 26
    Demographie
    Bevölkerung: 11.500
    Bevölkerung pro qm: 442
    Stadtbewohner: 5.700
    Hauptstadteinwohner: 5.000
    Urbanisierung in %: 49,57
    Durchschnittsalter: 24,20
    Bevölkerungszuwachs: 166
    Bevölkerungszuwachs (%): 1,44
    Geburtenrate pro 1000 Einwohner: 21,63
    Geburten: 249
    Sterberate pro 1000 Einwohner: 7,24
    Migration netto pro 1000 Einwohner: 0,00
    Migration netto: 0
    Verhältnis Männer/Frauen: 0,95
    Fertilität: 3,02

    Schweine (Stück): 13.000
    Schweine pro 1000 Einwohner: 1,130
    Gefluegel (Stk): 38.000
    Gefluegel pro 1000 Einwohner: 3,304

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