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Klimakanzlerin – Autokanzlerin?

Angela Merkel hat ja nun eine ganze Menge Lorbeeren eingeheimst für ihre klimapolitische Rolle auf dem internationalen Parkett. Sei es bei den EU-Gipfeln, beim G8-Gipfel, oder auch im Kontext des „High Level Events“ der Vereinten Nationen im September. Gut so, die internationale Klimapolitik braucht Führungsfiguren, und unsere Klimakanzlerin bricht mit der Erwähnung langfristig gleicher Pro-Kopf-Emissionsrechte aus den etablierten Mustern aus und überholt gar Sigmar Gabriel links.

Stichwort „Überholen“: Der Mut vor Fürstenthronen scheint Merkel hingegen regelmäßig zu verlassen, wenn es um die Konfrontation mit der deutschen Automobilindustrie geht. Da mutiert die Klimakanzlerin zur Autokanzlerin.

von marber auf Flickr.comWir erinnern uns: Bereits im Januar diesen Jahres legte sie schärfsten Protest ein gegen die Pläne der EU, den CO2-Ausstoß der europäischen Autoflotten zu begrenzen, nachdem ihr dies aus den Chefetagen der deutschen Autokonzerne nachdrücklich nahegelegt worden war.

Und kaum dass die SPD-Basis der PS-verliebten Parteiführung „ein Tempo-130-Schild vor die Nase setzt“ (BUND), positioniert Merkel sich strikt dagegen: „Mit mir wird es kein Tempolimit geben„.

Angela Merkel wird sich entscheiden müssen, ob sie am Ende als Klimakanzlerin oder Autokanzlerin in die Geschichte eingehen will. Beides zusammen geht nicht.

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Diskussion

  1. Es spricht ja nicht nur Emissionsbegrenzung gegen ein Tempolimit. Es dient zudem der Sicherheit, bedeutet weniger Lärm, es würden weniger Staus entstehen….

    Aber nein, „Freude am Fahren“ und „Freie Fahrt für frei Bürger“

    Diese Maßnahme ist einfach zu unpopulär in der Bevölkerung – es hat nicht nur mit der Autoindustrie zu tun.

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