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Gedruckte Lügen

Weihnachten – das Fest der Liebe. Zur Liebe gehört Wahrhaftigkeit.

Von den Plakatwänden prangen jedoch allerorten gedruckte Lügen. In sonniger Sommerlandschaft strahlen dort freundliche Atomkraftwerke (AKWs) hinter Bäumen oder Hügeln hervor und preisen sich als Klimaschützer an. Das AKW Unterweser kommt sogar mit Windrädern garniert. Diese Plakatserie wurde schon vor dem sogenannten Energiegipfel im Frühsommer plakatiert, dann aber wieder gestoppt als es zu der Störfallserie in Brunsbüttel und Krümmel kam. Jetzt ist dank Bali der Klimaschutz wieder in aller Munde. Auch die Atomlobby setzt auf Vergesslichkeit hinsichtlich der Störfälle und präsentiert sich klimafreundlich.

„CO2-Emission: Null“ steht dort auf den Plakaten gedruckt. Wieso soll das eine gedruckte Lüge sein, werden Sie fragen? Aus den Schornsteinen der AKWs kommt doch allenfalls etwas krebserzeugende Radioaktivität, aber kein CO2.

Doch für die Atmosphäre ist es gleichgültig, ob das CO2 aus dem Schornstein des AKWs kommt oder in anderen Stadien der Energieerzeugung entsteht. Bei Atomkraftwerken ist es vor allem die Anreicherung des Urans, die sehr energieaufwändig ist, und je nach Art des verwendeten Stroms mehr oder weniger CO2 Emissionen verursacht. Das Öko-Institut hat sich die Lebenszyklus-Emissionen von verschiedenen Formen des Stromerzeugung einmal angeschaut. Das Ergebnis finden Sie hier.

Bisher wird in Deutschland viel angereichertes Uran verbrannt, das noch aus den Restbeständen der Abrüstung stammt. Entsprechend gering sind die Emissionen mit nur 32 g CO2/kWh. Da sind allerdings noch keine Emissionen aus der „Entsorgung“ der Brennelemente drin, da hierfür keine belastbaren Daten existieren. Diese würden maximal zu einer Verdoppelung der Emissionen je Kilowattstunde führen.

Die Tabelle zeigt aber auch: Wenn wir frisch angereichertes Uran aus Südafrika verwenden, dann liegen die Emissionen bereits bei 126 g/kWh. Das ist deutlich mehr als z.B. bei Erdgas-Blockheizkraftwerken.

Je knapper Uran wird, desto mehr muss auf Lagerstätten mit sehr geringen Urangehalten zurückgegriffen werden. Nach der Analyse der Energy Watch Group sind bereits ab 2020 ernste Uranknappheiten zu erwarten. Das heißt aber auch, dass sich die CO2-Bilanz der Atomenergie dann deutlich verschlechtert. Während wir z.B. bei Photovoltaik erwarten dürfen, dass mit jedem Jahr der technische Fortschritt den Wirkungsgrad je eingesetztem Gramm Silizium und damit auch die spezifischen CO2-Emissionen verringern wird.

Soviel zum Thema „CO2-Emission: Null“: Gedruckte Lügen.

Frohe Weihnachten!

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Diskussion

  1. Kaum zu glauben, dass sich die Atomenergie nach den kürzlichen Vorfällen in Krümmel und Forsmark noch als umweltschonende Alternative etablieren könnte – aber scheinbar wird hier wirklich auf die Vergesslichkeit der Bürger gesetzt…

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