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Ein "Recht auf ein Auto"?

Tata Motors hat in Indien mit großer Fanfare das billigste Auto der Welt vorgestellt.

2500 US Dollar soll der Tata Nano kosten, etwa 1700 Euro. Er soll nicht nur in Indien vermarktet werden, sondern weltweit. Damit kommt ein eigenes Auto in Reichweite einer weit größeren Schicht in der Welt. Ein demokratischer Fortschritt? Die Nachfrage ist riesig, ein Milliardenmarkt tut sich auf.

Und deutsche Firmen wie Bosch und Conti werden als Zulieferer kräftig mitverdienen. The „people’s car“ wird der Tata Nano genannt – Volkswagen. Da passt es, dass auch Volkswagen einen Verkaufsrekord in China aufzuweisen hat: 910.000 VWs wurden 2007 dort verkauft, und 2008 soll die Millionengrenze fallen.

BBC hat mit ihrem weltweiten Programm eine Debatte mit seinen Hörern veranstaltet: Gibt es ein Recht auf ein Auto für jeden? (Download MP3 hier). Interessant: Es gibt sehr viele, vor allem männliche Hörer, die ein Recht auf ein Auto postulieren. Während vorwiegend von Frauen Skepsis geäussert wird.

Ein Desaster für das Klima, keine Frage. Ein Alptraum für Klimawissenschaftler wie IPCC-Chef Rajendra Pachauri. Auch wenn der Tata Nano mit einem CO2-Ausstoss unter 100 g/km geradezu ein Ökomobil ist. Ein Desaster auch für die Fußgänger und Radfahrer, deren Strassenraum weiter von Autos eingeschränkt wird.

Doch wird hier eines deutlich: Entwicklung ist ein Menschenrecht. Mobilität ist ein Menschenrecht. Doch nicht Auto-Mobilität. Diese ist nicht universalisierbar. Und ist daher auch inhärent oligarchisch, nicht demokratisch. Der Beleg wird gerade in Asien angetreten.

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