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Schlechte Nachrichten aus der Antarktis

Eisschmelze in der Antarktis credit NASAVergangenen Herbst sandte ein Rückgang des arktischen Meereises von ungeahntem Ausmaß Schockwellen durch die Öffentlichkeit (siehe „Absturz der Arktis?„).

Nun folgen schlechte Nachrichten aus der Antarktis (nature.com berichtet): Neue Forschungsergebnisse zweier unabhängig voneinander arbeitender Studien mit unterschiedlichen Methoden kommen beide zum Ergebnis, dass sich der Eisverlust der Antarktis seit 1996 deutlich beschleunigt hat.

Es gibt sicher noch erhebliche Unsicherheiten bei diesen Daten. Doch sind sie in beunruhigender Übereinstimmung mit NASA-Messungen über wachsende Gebiete ausgedehnten Abschmelzens in der Westantarktis (Foto rechts).

Da die Antarktis im Gegensatz zum arktischen Meereis überwiegend von Landeis bedeckt ist, führt ein Masseverlust des antarktischen Eises direkt zu einer Erhöhung des Meeresspiegels.

Ein Indikator mehr, dass der IPCC-Bericht im vergangenen Jahr übervorsichtig war. Er berücksichtigte nur den Meeresspiegelanstieg, der durch die Erwärmung des Meerwassers verursacht wird, nicht aber den Anteil, der durch das Abschmelzen der Eisschilde zu erwarten ist.

Eine gute Diskussion der Forschungsergebnisse (Englisch) findet sich auf „Island of Doubt„. Dank auch an Nils Simon von „Globale Umweltpolitik“ für den Linktipp!

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Diskussion

  1. Hallo Herr Haas,

    Wie in der Antarktis Eis und Schnee schmelzen kann müssen Sie mir einmal erklären.

    Hier der Verlauf der Jahrestemperaturen in den unterschiedlichen Regionen der Antarktis.

    http://www.nasa.gov/vision/earth/lookingatearth/arctic-20070515.html

    Faraday (Antarktische Halbinsel), Dumont d’Urville, Halley (Ostantarktis), Südpol und Vostok (Zentralantarktis).

    In der Antarktis wird es nach der Abbildung von Herrn Simon noch kläter.

  2. Lieber Herr Müller,
    nun, das müssen Sie wohl erst einmal die NASA fragen. Aber folgende Spuren möchte ich doch legen:
    a) die von Ihnen per Link gesandten Jahrestemparaturkurven bezeichnen vermutlich Mittelwerte (das ist nicht klar bezeichnet) von Messungen über viele Jahre oder Jahrzehnte. Es kann durchaus sein, dass es in jüngeren Jahren zu bestimmten Jahreszeiten in Teilen der Antarktis zu Temperaturen über dem Gefrierpunkt gekommen ist, und dadurch die von der NASA gefundenen Abschmelzereignisse erklärbar werden.
    b) Wenn Sie die Abbildung auf „Globale Umweltpolitik“ genau ansehen, so zeigt sich nur in Teilen der inneren Antarktis ein Trend zur Abkühlung, während es an den Rändern zur Erwärmung kommt. Letztere wäre vermutlich dadurch zu erklären, dass sich die Weltmeere erwärmen. Der Eisverlust in der Antarktis wird im wesentlichen auch durch ein Abschmelzen des Schelfeises erklärt, welches am Rand der Antarktis auf dem Meer schwimmt und die Eisströme quasi „blockiert“. Wenn diese Blockade aufgehoben wird, fliesst das Eis aus dem Innern sehr viel rascher ins Meer.

  3. Hallo Herr Haas,

    Hier mal die aktuellen Temperaturen in der Antarktis. Dort ist grade Hochsommer.

    http://wetter.spiegel.de/spiegel/imagemaps/antarktis0.jpg

    Hier mal die derzeitigen Verhältnisse in der Atka-Bucht (Wedellmeer):

    http://klimakatastrophe.wordpress.com/2008/01/16/polarstern-befreit-festsitzenden-frachter-am-sudpol/

    Und hier die aktuelle Eisbedeckung.

    http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/IMAGES/antarctic.thumb.jpg

    http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/IMAGES/current.anom.south.jpg

    Die ist grade auf Rekordniveau (hoch nicht niedrig).

    Hier mal die Eisbilanz (in cm pro Jahr):

    http://www.worldclimatereport.com/wp-images/Ant_ice_trends.JPG

    Hier der Unterschied zwischen West- und Ostantarktis:

    http://snr.unl.edu/metr351-03/aboll/ais.html

    http://www.ig.utexas.edu/research/projects/wais/wais_cartoon.gif

    Das Eis der Westantarktis schwimmt auf.

    Die Lufttemperatur der Westantarktis steigt um 0,2°C pro Jahr? und auch nur vor der Küste. Der antarktische Kontinent wird mit ?0,1 bis ?0,2°C pro Jahr? kälter. (Demnach antarktische Abkühlung). Das zeigt die Abbildung bei Herrn Simon. Ich habe zwar eine leichte rotgrün Farbsehschwäche, aber das kann ich erkennen 🙂

    Schon mal daran gedacht, dass die über den Wasser gemessene Lufttemperatur wärmer sein könnte, als die über den Eis gemessene. (Seeklima, kontinentales Klima, Albedo …). In der Westantarktis und an der antarktischen Halbinsel ist Eis abgebrochen. Das lag aber nicht an den Temperaturen. Die liegen im Durchschnitt dort bei unter ?5°C. Kontinental hat man durchschnittlich um die ?50°C und starke Fallwinde zur Küste hin.

    MfG

    Umweltphysiker Müller

    Diplom in Ozeanographie,nur der Information halber 🙂

  4. P.S.:

    Vor den °C-Zahlen sollten eigentlich Minus-Zeichen stehen. Kann ich grade nicht in der Übertragung sehen. Aber Sie wissen schon was gemeint war 🙂

  5. Sicherlich gibt es noch viele offene Fragen über die Eisdynamik in der Antarktis. Das habe ich ja in meinem Blogeintrag auch geschrieben: „Es gibt sicher noch erhebliche Unsicherheiten bei diesen Daten.“ Dennoch mag der Hinweis auf die neuen auf nature.com veröffentlichten Ergebnisse für einige Leser interessant sein.

  6. Genau wegen einer solchen Einstellung wie sie Herr Müller vertritt, sind wir jetzt da, wo wir sind. Wir haben nur eine Heimat in diesem Universum und sie zeigt uns deutlich, dass wir auf dem besten Wege sind sie zu zerstören. Es gibt genügend Zeichen, denen endlich Beachtung geschenkt werden sollte. Aber der Mensch ignoriert sie und denkt sich „ach was, Schwankungen gab es schon immer. Was soll denn schon großartig passieren.“ Es wird über vermeintliche Daten gestritten und jeder will es besser wissen. Und anscheinend macht es dem Menschen dabei Spaß sämtliche Fakten im Klo herunterzuspülen. Fakt ist, dass sich die Welt verändert und wir, die Menschen, einen beachtlichen Beitrag dazu geleistet haben. Und es wird schneller seinen Lauf nehmen als wir es erahnen. Was wird der Mensch dann sagen? „Hätte ich auf die Zeichen geachtet“?? Das würde dem Menschen ähnlich sehen. Jene Dinge herunterzuspielen, die weit in der Ferne liegen ist dem Menschen von Natur aus gegeben. Das ist ein alltäglicher Schutzprozess. Aber wir wissen darum und wir wissen um den schlechten Zustand unserer Heimat, zumindest einige aufmerksame Wissenschaftler. Aber wenn jene Wissenschaftler ihre Erkenntnisse der Welt preisgeben wollen, werden sie zum schweigen gebracht; und ihre Fakten mit Samt überdeckt.
    Der Mensch kann doch nur an das glauben, was er wirklich sieht: ALSO SEHEN SIE VERDAMMT NOCHMAL HIN!!!

    M.A.P.
    Studentin Medienpsychologie

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