--> -->

Die Energiezukunft wie Shell sie sieht

by miskan on flickrPeak Oil“ als Synonym für den Zeitpunkt an dem die Ölförderung mit der Nachfrage nicht mehr Schritt hält, und der Klimawandel sind beides Realitäten, die über viele Jahre von „Big Business“ und insbesondere der Ölindustrie ignoriert wurden. Exxon Mobil war lange Zeit Hauptsponsor der Klimaskeptiker und scheint diese Praxis bis heute nicht einzustellen.

Um so interessanter ist daher eine e-mail, die Shells CEO Jeroen van der Veer an seine über 100.000 Angestellten gesandt hat. Er macht deutlich, dass bereits um 2015 die Ölnachfrage das Angebot übersteigen wird. Und dass aufgrund des Klimawandels ein radikaler Umbau des Energiesystems notwendig ist. Er sieht zwei Wege in die Zukunft:

– ein Szenario „Scramble“, in dem sich die Welt um die letzten Ressourcen streitet, und dabei erst dann um den Klimawandel kümmert wenn es schon zu spät ist und gravierendste Schäden offenbar werden

– ein Szenario „Blueprint“, das einen kooperativen, geplanten Übergang in die Welt der neuen Energien vorsieht. Er sieht dabei Bali-Verhandlungen als einen entscheidenden Baustein.

In beiden Fällen schreibt er der Atomenergie und vor allem der CO2-Sequestrierung (CCS) eine wichtige Rolle zu. Dies sehe ich anders. Doch als Dokument, das den Bewusstseinswandel bei Big Business dokumentiert, ist diese e-mail spannend. Lesen Sie selbst!

Weitere qualitative Ausblicke der möglichen Klima- und Energiezukünfte und der damit verbundenen Weichenstellungen bieten auch folgende zwei Artikel:

– Der Artikel von Hermann Ott „Climate Policy Post 2012 – A Roadmap„, so ähnlich auf Deutsch erschienen in unserem demnächst erscheinden Buch „Wege aus der Klimafalle“ (hier geht es zur Buchvorstellung in Berlin).
– Das Hintergrundpapier zur Bali-Klimakonferenz von Christoph Bals.

Dieser Artikel wurde unter Atom, Energiewende, Klimaregime, Klimawandel, Konzerne, Öl kategorisiert und ist mit , , , , verschlagwortet.

Diskussion

  1. Ein tolles Video zum Klimaschutz und zum Energie-Sparen:

    http://www.youtube.com/watch?v=tJEpsMWYNvU&eurl=http://www.oekologismus.de/?p=890

    Na ich fahre jedenfalls 10.000 km Rad im Jahr und nur ca. 1.000 mit dem Auto pro Jahr (7 l Verbrauch pro 100 km, Transit mit Übernachtungsmöglichkeit). Bahn überhaupt nicht mehr, seit ich kein Semesterticket mehr habe.

    Ich würde sagen die Leute im Video sind Verschwender.

  2. Peak Oil ist aber was anderes:
    „Peak oil is the point in time at which the maximum global petroleum production rate is reached, after which the rate of production enters its terminal decline.“
    http://en.wikipedia.org/wiki/Peak_oil

    Auf exxonsecrets.org ist das Klimaskepiker-Imperium von Exxon nachgezeichnet.

    (S)Hell ist ebenfalls keineswegs eine ernst zu nehmende Instanz bei Klimafragen.

    Man fragt ja auch nicht den Vergewaltiger nach Frauenrechten.

  3. Danke für den Hinweis, Tadeusz. In der Tat gibt es einen kleinen Unterschied zwischen Peak Oil und dem von van der Veer genannten Zeitpunkt, an dem die Ölförderung nicht mehr mit der Nachfrage Schritt hält. Doch der Unterschied sind ein paar Jahre, und es gibt viele weitere Hinweise, dass der Output an Öl nicht mehr wesentlich gesteigert werden kann: http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/peak-oil-erreicht/

    Und was Shell angeht: Er wurde ja nicht zitiert als Autorität in Sachen Klimafragen, sondern als Beleg dafür dass auch die Ölindustrie inzwischen sich Sorgen über die Folgen von „Peak Oil“ macht. Und wie diese zu bewältigen wären.

Kommentieren