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Bushs 4-Grad-Strategie

Präsident Bush hat vor dem „Major Economies Meeting„, das gerade in Paris stattfindet, eine vorab vieldiskutierte Rede zu seiner Klimastrategie gehalten. Herausgekommen ist etwas was man nur noch als schlechten Scherz bezeichnen kann. Während die Welt in Bali eine Reduktion der Industrieländer um 25-40% gegenüber 1990 diskutierte (basierend auf IPCC Ergebnissen), bietet er doch tatsächlich an, das Wachstum der US-Emissionen bis 2025 zu stoppen. Danach könne man dann über einen Rückgang reden. Unfasslich.

Das ist kein Klimaschutz, das ist die sichere Strategie uns weit über 3-4 Grad globaler Erwärmung (ca. 8 Grad in der Arktis) zu bescheren. Denn ohne ein überzeugendes Engagement der USA, die alleine etwa ein Drittel der Verantwortlichkeit für Klimawandel und Fähigkeit zum Klimaschutz auf sich vereint, wird die Weltgemeinschaft die vor uns stehende Herausforderung nicht bewältigen.

Das ist ein Rezept für katastrophalen Klimawandel, der das Gesicht der Erde radikal verändern würde.

Die Rede von Bush finden Sie hier (Audio), und hier eine kommentierte Version auf dem Blog DotEarth der New York Times. Kommentare finden sie auf Climate Progress, Green Energy War, Grist, und von den Umweltorganisationen im US Climate Action Network.

Bush hat damit wohl die allerletzte Chance verspielt, sein klimapolitisches Erbe noch ein wenig aufzuhübschen. Bush wird in die Geschichte eingehen als der Präsident, der Amerikas demokratische und menschenrechtliche Ideale, Amerikas Führungsrolle in der Welt wie kein anderer verraten und beschädigt hat. Er wird in die Geschichte eingehen als einer, an den sich die Welt nur mit Zorn und Kopfschütteln und Amerika nur mit Scham erinnert. Climate Progress: „historians will almost certainly recount that Bush’s biggest impact on the nation and the world — by far — was that he made it far more likely that the next 50 generations will suffer widespread desertification, extreme flooding and sea level rise, and the extinction of most species on land and in the ocean.

Gott sei Dank vertritt Bush ein Administration, die schon jetzt der Vergangenheit angehört, nicht die ganze USA und nicht die kommende US-Regierung. Ich hatte vergangene Woche das Glück, Tom Daschle zuzuhören. Er ist früherer Majority Leader der Demokraten im US Senat und nun Co-Chair der Obama Campaign. Was ich von ihm gehört habe, läßt mich auf eine klima- und energiepolitische Kehrtwende der USA nach den Wahlen hoffen. Forget Bush – Amerika und die Welt haben einen besseren US-Präsidenten verdient!

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