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Bundestag will Öl im Boden lassen

Respekt! Während G.W. Bush nichts besseres weiss als die Erschliessung von Ölvorkommen selbst in Nationalparks voranzutreiben, hat der Bundestag nun eine wegweisende gegenteilige Initiative unterstützt. Treue LeserInnen werden sich erinnern: Am 03.10.07 schrieb ich hier von der Initiative der ecuadorianischen Regierung, die anbietet, ein Ölfeld im Regenwald nicht zu erschliessen, sofern Ecuador wenigstens teilweise für den entgangenen ökonomischen Nutzen entschädigt wird.

Nun hat der Bundestag dem Ansinnen Ecuadors einen kräftigen Schub gegeben. Ein auf Initiative der grünen Abgeordneten Ute Koczy (Foto) eingebrachter und von den Fraktionen CDU/CSU und SPD mitgetragener Antrag fordert die Bundesregierung auf, Ecuador finanziell, technisch und politisch bei der Umsetzung des Vorhabens zu unterstützen. Ein Durchbruch.

Die Ursprungsidee kommt von einer Nichtregierungsorganisation, Acción Ecologica. Eine kleine, recht radikale Aktivistenorganisation, die im weiteren Sinne zu unserem Partnerumfeld in Lateinamerika gehört. Sie hat schon seit vielen Jahren gefordert, dass Klimaschutz darin bestehen müsste, das Öl im Boden zu lassen. Acción Ecologica ist Mitgründer und Sekretariat des Netzwerks Oilwatch, in dem sich Organisationen aus tropischen Ländern zusammengeschlossen haben, die die Ölförderung ablehnen. Acción Ecologica unterhält die Kampagne „Yasuní depende de ti„, die in Ecuador und weltweit um Unterstützung für den Vorschlag wirbt, den Regenwald und die indigenen Völker im Nationalpark Yasuní ungestört zu lassen. Die Website der Kampagne enthält auch auf Deutsch viele Informationen.

Dass eine Forderung einer kleinen, radikalen Umweltorganisation zuerst Regierungspolitik in Ecuador wurde und dann auch noch vom deutschen Bundestag unterstützt wird, ist ein bemerkenswerter Vorgang. Mich freut es besonders, da ich die Region persönlich kenne. Von 1990-92 war ich im Amazonasgebiet Ecuadors für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Naturschutz tätig und habe dabei die enormen Schäden der Ölförderung für Mensch und Natur kennengelernt. Es schien mir damals immer ein absurde Tatsache, dass Ecuador auf der einen Seite von europäischer Seite im Regenwaldschutz unterstützt wurde, und auf der anderen Seite von denselben Ländern wg. der enormen Verschuldung praktisch gezwungen war, das Öl auszubeuten und den Regenwald zu zerstören.

Mein Glückwunsch an Acción Ecologica und Ecuador, und Gratulation an Ute Koczy für den großartigen Erfolg. Hier Utes Rede vor dem Bundestag zum Antrag.

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