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Kosten durch Waldverlust übersteigen Wall Street Schäden

Die wirtschaftlichen Schäden (und damit Kosten), die jährlich durch Entwaldung entstehen, belaufen sich auf $2 bis $3 Billionen! Auf diese Summer kommt man, wenn man die Dienstleistungen verrechnet, die die Wälder uns erbringen, z.B. durch die Speicherung von CO2 oder die Bereitstellung von Trinkwasser. Verschwinden die Wälder, gibt es diese Dienstleistungen nicht mehr gratis.

Dagegen belaufen sich die Verluste der Wall Street bisher nur auf bis zu $1,5 Billionen, so der Lead-Autor einer wichtige Studie, die vom deutschen Umweltministerium und der Europäischen Kommission erstellt und bei der diesjährigen IUCN-Konferenz bereits heiß diskutiert wurde: ‚The Economics of Ecosystems & Biodiversity (TEEB)‚. Siehe hierzu auch Spiegel Online.Kurz zum Hintergrund der Studie: Im Zuge ihrer G8 Präsidentschaft 2007 brachte die deutsche Bundesregierung im Rahmen der sogenannten ‚Potsdam Initiative‚ die Idee ein, die ökonomische Bedeutung der Biodiversität zu berechnen – eine Art Stern Report für Biodiversität also. Das deutsche Umweltministerium hat das nun mit Hilfe der Europäischen Kommission und unter Leitung von Pavan Sukhdev, der für die Deutsche Bank in Indien arbeitet, vorangetrieben und erste Ergebnisse erzielt.

Der Stern Report hat die Politik ziemlich wach gerüttelt, weil er eine Sprache spricht, die auch die Wirtschaft versteht: Klimawandel bedeutet wirtschaftlichen Schaden, dessen Bekämpfung weit billiger ist als das Nichtstun. Man darf nun hoffen, das der TEEB Report (klingt „Sukhdev Study“ sexy genug?) einen ebensolche Wirkung entfalten wird. Dabei stellt sich aber die Schwierigkeit, dass es hier um die Monetarisierung von Dienstleistungen geht, die normalerweise von der Natur „umsonst“ erbracht werden – so jeden Falls die Wahrnehmung. Wer sich schon einmal mit dem Begriff und der Geschichte der Allmende („Commons“) beschäftigt hat, sieht das wahrscheinlich anders. Hierzu empfehle ich umbedingt die Lektüre des CommonsBlogs.

Ich bezweifle jedenfalls, dass Finanzmarktstabilität ein globales Commons darstellt, die Atmosphäre aber sehr wohl. Lesetipp dazu: Capitalism 3.0 von Peter Barnes. Warum die Verschmutzungsrechte im Europäischen Emissionshandel komplett und ohne Ausnahmen versteigert werden müssen, ergibt sich dann ganz logisch…

Foto: flickr.com von crustmania

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Diskussion

  1. Peter Barnes benennt aber Finanzmarktliquidität und Vertrauen als wichtiges Beispiel von Commons. (Aber selbstverständlich fehlt jeglicher Proportion hier.)

    Ich möchte in diesem Zusammenhang auch noch mal auf dem Artikel Is the financial crisis more dire than the climate crisis? von Joseph Romm verweisen.

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