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Neue Studie von James Hansen: 350 ppm ist machbar!

In wenigen Tagen erscheint ein neuer Artikel des NASA-Wissenschaftlers James Hanses in der Zeitschrift Open Atmospheric Sciences Journal, den Hansen gemeinsam mit 9 weiteren WissenschaftlerInnen aus den USA, Großbrittanien und Frankreich verfasst hat. (UPDATE: Artikel hier zum Download)

Jamens Hanses ist seit einigen Monaten verstärkt in den internationalen Medien präsent, da er sich für eine Stabilisierung der Treibhausgasemissionen auf 350 ppm einsetzt und die Forderung nach einem Kohlemoratorium auch verschiedenen europäischen PolitikerInnen (darunter Gordon Brown und Angela Merkel) immer wieder unter die Nase reibt. Siehe dazu zum Beispiel hier und hier.

Hier die wichtigsten Aussagen aus der aktuellen Presseerklärung:

  • Die Menschheit muss einen Emissionspfad anstreben, der die CO2-Konzentration in der Atmosphäre gegenüber der heutigen Menge reduziert. Die heutige Konzentration liegt bereits bei 385 ppm und steigt jährlich um etwa 2 ppm an. Wir müssen allerdings 350 ppm erreichen, um eine Klimakatastrophe zu vermeiden.

Das ist nun eigentlich nichts Neues im Vergleich zu seinen Aussagen von vor ein paar Monaten. Erschreckend ist eher, dass der aktuelle Trend dem entgegen steht und die Menschheit diese Erkenntnis einfach immer noch nicht verstanden hat!

  • Die gute Nachricht: Das ist theoretisch immer noch denkbar und machbar. Voruassetzung: Sofortiges Moratorium auf Kohlekraftwerke, die kein CO2 abfangen (was aktuell technisch noch nicht möglich ist) und eine komplette Abkehr von Kohle bis 2030.

Ersteres fordern ja auch viele Umweltverbände und PolitikerInnen. Letzteres ist die wahre Herkulesaufgabe, die wir aber bewältigen müssen!

  • Eine Reduzierung der Treibhausgaskonzenzentration gegenüber jetzigem Niveau gelingt nur, wenn wir CO2 aus der Atmosphäre ziehen. Lediglich aufhören, weiteres zu emittieren, genügt da nicht mehr. Die Autoren der Studie sehen die Lösung da nicht in sog. „geo-engineerung„-Techniken, sondern in der Verbesserung der land- und forstwirtschaftlichen Praktiken. Wiederaufforstung und eine Landwirtschaft, die mehr CO2 im Boden bindet könnten nach ihren Aussagen bis zu 50 ppm aus der Atmosphäre ziehen. Des Weiteren plädieren sie für den Einsatz von Agrotreibstoffen und eine Abkehr von Erdgaskraftwerken. Nur so könnten wir bis Ende des Jahrhunderts 350 ppm erreichen.

All das halten die Autoren für machbar – wenn man diese Anstrengungen mit denen vergleicht, die in den Zweiten Weltkrieg geflossen sind. Das mag jetzt vielleicht nach Panikmache klingen. Aber angesichts der schnellen und tiefgreifenden Reaktionen, die die Panik auf den Finanzmärkten in der Politik ausgelöst hat, neige ich dazu, diese Art von Panikmache zur Zeit für die richtige zu halten. So könnte doch der für den 15. November angesetzte Finanz-Krisengipfel auch eine Massenmobilisierung für den Klimagipfel in Poznan im Dezember bringen, oder?

Kleine Anekdote zum Schluss: Die Weltbank hat ihre Kohleförderung im letzten Jahr um 256 % erhöht…

Foto: flickr.com von World Development Movement

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