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Ein Klima des Wandels

Der International Herald Tribune brachte heute gleich zwei klimapolitische Kommentare von hochrangigen Autoren auf seinen Meinungsseiten:

The Climate for Change von Al Gore argumentiert, dass die Antwort auf die Wirtschaftskrise, die Klimakrise, und die Energiesicherheits-Krise ein und dieselbe ist. Er legt dem Präsidenten Obama einen 5-Punkte-Plan ans Herz:

  1. Groß angelegte Investitionsanreize für solarthermische Stromerzeugung, Windkraft, und Geothermie
  2. Bau eines einheitlichen nationalen „smart grid“ für den Transport erneuerbarer Energie von den ländlichen Erzeugungsorten zu den städtischen Zentren (vgl. dazu für Europa das Supersmartgrid und ERENE).
  3. Konversion der Automobilindustrie zu Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen. Diese verwenden Batterien als Stromspeicher auch für das Netz.
  4. Nationale Anstrengung zur Isolierung von Gebäuden.
  5. Ein Preis für CO2-Emissionen in den US und eine weltweite Führungsrolle bei der Verhandlung eines Kyoto-Folgeabkommens.

UPDATE: eine deutsche Übersetzung des Artikels findet sich hier.

Auf der selben Seite findet sich der Meinungsartikel „Crisis and opportunity„. Auch er unterstützt die Idee, die Wirtschaftskrise als die Chance zu begreifen, um Klimaschutz entschieden voranzutreiben.

Das spannende sind die Autoren: UN Generalsekretär Ban Ki Moon, und die drei Gastgeber der Klimakonferenzen COP13 (2007), COP14 (2008) und COP15 (2009): der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, der polnische Premier Donald Tusk and sein dänischer Amtskollege Anders Fogh Rasmussen.

Wandel allenthalben. Haben wir nun also Grund zur Annahme, dass Polen seine Blockade des europäischen Klimapakets überdenken wird? Denn kaum etwas ist wichtiger für den globalen Klimaschutz als ein ambitioniertes Vorangehen der EU.

Dürfen wir hoffen – oder war das alles nicht so gemeint? Herr Tusk???

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